Türkische Religionsbehörde Diyanet: Abrechnung mit Gülen


Mehmet Görmez während der Eröffnung einer islamischen Kunstausstellung in Istanbul. Bild: wikipedia.org/CC-BY-SA 4.0 – Tezkiretul
Der Chef des türkischen Religionsamts soll sich nicht mehr mit Staatschef Erdogan verstehen. Kurz vor seinem Rückzug stellt er aber noch eine Untersuchung über die Gülen-Bewegung vor.

Von Markus Bernath | Neue Zürcher Zeitung

Der Rücktritt des Fussball-Nationaltrainers Fatih Terim mag die Öffentlichkeit in der Türkei derzeit weit mehr beschäftigen als jener von Mehmet Görmez, dem Präsidenten der staatlichen Religionsbehörde Diyanet in Ankara. Politisch ist Görmez‘ Weggang allerdings bedeutsamer. Der 58-jährige Geistliche verkündete am Mittwoch seinen Rückzug, nachdem hier und da von einer Entfremdung zwischen ihm und Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan zu lesen gewesen war. In den sozialen Netzwerken kursierte bereits seit Tagen der Name seines Nachfolgers. Es soll der konservative, aus der Schwarzmeer-Provinz Trabzon stammende Theologe Emin Aşikkutlu sein.

Gleichzeitig mit seinem Rücktritt machte Görmez einen Bericht seiner Behörde publik: über die «Terrororganisation der Fethullah-Anhänger» oder Fetö, wie die Bewegung des Predigers Fethullah Gülen in der Türkei seit dem Putschversuch von 2016 offiziell genannt wird. Dabei ging Görmez, die oberste sunnitische Autorität des Landes, hart ins Gericht mit dem einflussreichen, im amerikanischen Exil lebenden Imam. Dessen Predigten nannte er «verderbt». Gülen habe seine Anhänger getäuscht, indem er ihnen vorgaukelte, mit dem Propheten selbst in Verbindung zu stehen.

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