Wir waren nie Darwinisten


Die Evolutionstheorie besagt nicht, dass wir vom Affen abstammen; es ist etwas komplizierter

Mit dem Hype im Darwin-Jahr 2009 entstand eine eigenartige neue Spezies: Darwinisten, die sich nicht für Biologie interessieren.

Von Thomas Junker | Richard-Dawkins-Foundation

Die eher harmlose Variante kommt erst gar nicht auf die Idee, dass die Evolution im Allgemeinen und speziell die evolutionäre Entstehung der Menschen irgendeine Bedeutung für unser Leben haben könnte. Am anderen Ende des Spektrums gibt es die regelrechten Biologiehasser: Sobald in einer Diskussion mögliche biologische Grundlagen menschlichen Verhaltens angesprochen werden, greifen sie reflexhaft zur Biologismus-Keule. Und dies, bevor überhaupt geklärt ist, ob es eine biologische Erklärung geben könnte und wie weit sie trägt.

Wer dies nicht glaubt, der mache ein einfaches Experiment: Fragen Sie Bekannte in ihrem Umfeld, an der Uni, in den Medien, ob die Erkenntnis, dass die Menschen in der Evolution entstanden sind, eine praktische Bedeutung hat. Ob sie beispielsweise etwas zur Klärung aktueller gesellschaftspolitischer Fragen – der Ehe für Alle, der Geschlechterthematik oder der Migrationsfrage usw. – beiträgt und beitragen sollte. Es würde mich nicht wundern, wenn Sie überwiegend auf Unverständnis und Ablehnung stoßen.

Kürzlich fiel mir das neue Buch von Andreas Altmann, „Gebrauchsanweisung für das Leben,“ in die Hände. Es liefert eine schöne Illustration für die oben genannte eher harmlose Variante. Gleich zu Beginn seines Vorwortes lässt Altmann keinen Zweifel an seiner Weltanschauung aufkommen: „Ich bin Darwinist, impertinent von seiner Idee der Evolution überzeugt. Dass der liebe Gott dahintersteckt, halte ich für eine Zumutung.“ Im Weiteren erfahren wir, dass es im Buch um Altmanns Suche nach dem Sinn des Lebens, nach einem Sinn für sein eigenes Lebens, geht. Bei C. G. Jung habe er schließlich eine Antwort gefunden, die zugleich „wunderbar irdisch und intelligent“ anmute. In Altmanns Worten: „Sinn macht, wenn ein Mensch das wird, was in ihm angelegt ist.“ Wenn er „wird, was er sein will. Nein: sein soll.“

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4 Gedanken zu “Wir waren nie Darwinisten

  1. decordoba1

    Die Verehelichung der Homosexuellen wird als gleichwertig zur Mann- und Frau-Ehe dargestellt. Das kritisiere ich. Es hat zwar keinen Einfluss auf die Evolution, und die Ehe ist auch für die Evolution nicht notwendig; sie gehört zu unserer Kultur und Religion.

    Wenn die Frauen leichtsinnig oder die Männer brutal genug sind, kommen auch ohne Ehe genug Schwangerschaften zustande. Die Brutalität der Männer wird in unserer Kultur und in unserem Rechtsstaat nicht geduldet, und das ist ein Fortschritt gegenüber alten Zeiten.

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    1. Die Ehe ist ein gesellschaftliches Konstrukt, für die Fortpflanzung allein braucht es sie nicht.
      Man muss noch nicht einmal „leichtsinnig“ oder „brutal“ sein. Die Ehe ist ein Relikt aus vergangenen Zeiten.
      Insofern ist dann auch die Verehelichung von Homosexuellen ein gesellschaftliches Konstrukt und mit evolutionären Faktoren kaum begründbar. Die einzige Spezies, die sich um das „Anderssein“ Homosexueller sorgt ist der Mensch, schwule Pinguine werden von ihren Artgenossen nicht benachteiligt.

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  2. decordoba1

    Ich bin Darwinist seit den 70-er Jahren. Und ich sehe die Verehelichung der Homosexuellen, den Genderwahnsinn und die Massenmigration kritisch. Die ersten beiden Begriffe stellen sich gegen die Evolution, hingegen ist die Massenmigration Teil der Evolution – das war schon immer so.

    Aber die Frau Merkel, der Herr Juncker und die Teddybären-Fraktion haben die Konsequenzen noch nicht begriffen!

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    1. Wenn Homosexualität bei rd. 1.500 Tierarten nachgewiesen ist, stellt sich diese nicht gegen die Evolution, was das auch immer sein soll. Sie ist eine Spielart der Natur. Damit ist Homosexualität ein gesellschaftliches, kulturelles Problem, kein biologisches.

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