Professor kämpft um IS-Waise


Gerhard Trabert schaut mit Khadeja die „Sendung mit der Maus“. Foto: Privat
Der Sozialmediziner Gerhard Trabert von der Wiesbadener Hochschule Rhein-Main legt sich in Mossul wegen eines vierjährigen Waisenkindes mit dem dortigen Militär an.

Von Madeleine Reckmann | Frankfurter Rundschau

Die Geschichte von Khadeja rührt im Internet Hunderte von Menschen. Khadeja ist ein vierjähriges Mädchen, das irakische Soldaten nach den Kämpfen um Mossul vor wenigen Tagen aus einem Erdloch gezogen haben. Der kleine Rotschopf ist das Kind tschetschenischer Kämpfer des sogenannten Islamischen Staates. Die Erschießung der Mutter muss es hautnah miterlebt haben. Auch der Vater ist tot. Irakische Militärs wollten das Mädchen nur kurz in der mobilen Medizinstation der deutschen Hilfsorganisation Cadus untersuchen lassen, um es später fortzubringen.

Dass dies nicht geschah, sondern Khadeja in die Hände der internationalen Hilfsorganisation „Save the children“ gegeben wurde, ist dem Sozialmediziner Gerhard Trabert, Professor an der Wiesbadener Hochschule Rhein-Main, und dem Team des mobilen Krankenhauses Cadus zu verdanken. „Bei Recherchen ist nie belegt, wo die unbegleiteten Kinder eigentlich hinkommen“, sagt Trabert, „das entspricht nicht internationalem Recht.“ Was die irakische Armee mit den elternlosen Kindern mache, sei völlig intransparent. „Ohne dies behaupten zu können, ist die Vermutung nicht abwegig, dass sie nicht kindgerecht und nicht nach internationalen Standards betreut werden.“ Trabert hat Khadejas Geschichte auf seiner Internetseite bekanntgemacht.

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