Die Leistung der kulturellen Evolution


Manche Forscher glauben, dass künstliche Intelligenz Teil unserer weiteren Entwicklung sein wird. Foto: SWR
Tom Theunissen versucht sich in seinem Dokumentarfilm-Essay in philosophischen Gedankenflügen, die von biologischen Einschätzungen und Forschungen ausgehen.

Von Hans-Jürgen Linke | Frankfurter Rundschau

Vor vielleicht 100 000 Jahren ist die Kunst entstanden, vor 40 000 Jahren war das Genre der Höhlenmalerei zu einer erstaunlichen Blüte entwickelt, vor etwa 10 000 Jahren lernte Homo Sapiens, Milch zu verdauen. Das war in der Evolution des Menschen wohl der letzte wirklich revolutionäre Sprung. Wie konnte es geschehen, dass diese Säugetiergattung sich seither zum Herrscher des Planeten aufgeschwungen hat? Oder ist das eine Selbsttäuschung? Sind wir als selbst ernannte Krone der Schöpfung wirklich erfolgreicher als die Saurier vor 60 Millionen Jahren oder, sagen wir, die Ameisen heute? Und: Ist unsere Evolution zu Ende oder halten Wandel und Auslese an?

Tom Theunissen versucht sich in seinem Dokumentarfilm-Essay in philosophischen Gedankenflügen, die von biologischen Einschätzungen und Forschungen ausgehen. Auf dem weiten Feld der biologischen Welterklärung ist seit anderthalb Jahrhunderten Charles Darwin und sein Werk „Die Entstehung der Arten“ – im englischen Original etwas präziser und länger „On the Origin of Species by Means of Natural Selection, Or The Preservation of Favoured Races in the Struggle for Life“ – das Standardwerk, wobei Darwins Gedanken mittlerweile auf ein paar wenige Thesen geschrumpft sind. Vielleicht ist auch das Evolution: Konzentration und Vereinfachung.

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2 Gedanken zu “Die Leistung der kulturellen Evolution

  1. Der moderne Mensch ist seit 50 Jahren von der Evolution abgekoppelt. Die Hauptursache ist die Abkopplung von Sex und Reproduktion mit Hilfe von hormonellen und anderen Verhütungsmitteln.

    Nach den Regeln der Evolution sollten sich die Besten stärker vermehren, indem sie ihren Nachwuchs leichter lebend bis zum Erwachsenenalter durchbringen.

    Tatsächlich studieren die Besten – Frauen – in den Industrieländern. Während dieser Zeit können sie keine eigenen Kinder brauchen. Nach dem Studium arbeiten sie sagen wir 5 Jahre bis zum ersten Kind. Oft bekommen sie kein weiteres Kind mehr.

    Es reicht – jeder sollte selber darüber nachdenken, warum die Frauen aus anderen Regionen und aus anderen Kulturkreisen immer noch viele Kinder bekommen.

    Wer ist hier – The Fittest?

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    1. Ersteinmal hat Evolution kein Ziel.
      Zweitens es geht um das Überleben desjenigen Individuums, welches in der Lage ist sich den verändernden Bedingungen am besten anzupassen. Überleben, rein evolutionär betrachtet hängt nicht davon ab, ob du der Beste bist, der Klügste, der Sportlichste usw. Wenn dir ein Asteroid auf den Kopf fällt nützt dir das alles nichts. Nützlich ist, ob du fit genug bist mit den einhergehenden Veränderungen der Umwelt, z.B., klar zu kommen.
      Der Mensch hat sich von seiner Umwelt abgekoppelt, er beeinflusst evolutionäre Faktoren, z.B. Medizin-Technik, Gesundheitsvorsorge, Hygiene usw.
      Wenn es dem Menschen gelingen sollte den Tod zu überwinden, wäre eine wichtige Schnittstelle der Evolution weg, z.B. Vererbung.

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