Seyran Ateş und ihr Kampf für einen liberalen Islam


Seyran Ates / Rechtsanwältin, Gründerin „Lieberale Moschee“ im Gaten des Ullstein Verlags in der Friedrichstraße. Bild: Reto Klar
Die Rechtsanwältin und Frauenrechtlerin Seyran Ateş gründet eine liberale Moschee. „Eine Revolution“, sagt sie. Jetzt wird sie bedroht.

Von Ulrich Kraetzer | Berliner Morgenpost

Es gibt Momente, die vergisst ein Mensch sein ganzes Leben lang nicht. Sie erscheinen zunächst unwichtig, doch sie setzen Energie frei, geben Kraft und vermitteln mehr Zuversicht als das Abitur, die bestandene Führerscheinprüfung und die Feier zum 50. Geburtstag zusammen. Für Seyran Ateş liegt ein solcher Moment nicht lange zurück. Als U2 Mitte Juli im Berliner Olympiastadion spielte und die irischen Stadionrocker in der Zugabe den Song „Ultraviolet“ spielten, den sie Feministinnen, Bürgerrechtlerinnen und Widerstandskämpferinnen widmeten, erschienen auf einer gigantischen Videoleinwand hinter der Bühne die Fotos und Namen von Ikonen der Frauenbewegung. Anne Frank, Sophie Scholl, Angela Davis. Und dann, überlebensgroß und unübersehbar, war da auch ihr eigenes Gesicht zu sehen, und die rund 70.000 Zuschauer konnten auch ihren Namen lesen: „Seyran Ateş“.

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