Hochpriesterlich-seherische Verkündigung


© DLA-MARBACH, WWW.DLA-MARBACH.DE „Dieser Krieg ist nicht unser Krieg“, hatte George 1917 festgestellt. Doch sein Kreis nahm daran teil. Das Foto mit Erich Boehringer (rechts) entstand 1918.
Vor hundert Jahren, mitten im Weltkrieg, brachte Stefan George ein Gedicht heraus, das mit allem brach, was Deutschland damals lesen wollte.

Von Helmuth Kiesel | Frankfurter Allgemeine

Der Beginn des Ersten Weltkriegs wurde von einer beispiellosen poetischen Mobilisierung begleitet. Nach einer Schätzung des Literaturkritikers Julius Bab liefen bei den Redaktionen in den ersten Kriegswochen täglich etwa 50 000 Gedichte ein; 1916 besprach Bab in einer Literaturzeitschrift 220 Bände mit Kriegslyrik. Unter den Verfassern waren berühmte Namen: Richard Dehmel mit seinem „Lied an alle“: „Sei gesegnet, ernste Stunde, / Die uns endlich stählern eint . . .“; Rainer Maria Rilke mit seinen von Hölderlin inspirierten „Fünf Gesängen“: „Zum erstenmal seh ich dich aufstehn, / Hörengesagter, fernster, unglaublicher Kriegs-Gott . . .“; Hugo von Hofmannsthal mit seiner „Österreichischen Antwort“: „Antwort gibt im Felde dort, / Faust, die festgeballte . . .“. Einer aus der Riege der großen Lyriker der Vorkriegszeit aber hielt sich lange zurück: Stefan George.

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