Kirchen rufen zur Schonung der Schöpfung auf

Die Schöpfung

Die großen christlichen Kirchen in Europa haben zu einem maßvolleren Umgang mit der Umwelt aufgerufen.

evangelisch.de

Klimawandel, Verlust der Artenvielfalt und wachsende Abfallberge gingen auch „auf unseren Egoismus, auf die fehlende Sorge und Pflege sowie auf eine weit verbreitete Verkennung der Erde als Profitquelle“ zurück, erklärten die Konferenz Europäischer Kirchen (KEK), der Rat der Europäischen Bischofskonferenzen (CCEE) und das Europäische Christliche Umweltnetzwerk (ECEN) am Donnerstag.

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Und Gott segnete sie und sprach zu ihnen: Seid fruchtbar und mehret euch und füllet die Erde und machet sie euch untertan und herrschet über die Fische im Meer und über die Vögel des Himmels und über alles Lebendige, was auf Erden kriecht!1.Mose,1:28

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Riesen-Asteroid passiert die Erde

Mehr als vier Kilometer ist 3122 Florence groß – der Asteroid wird uns heute in sicherer Entfernung passieren. © Pitris/ thinkstock
Morgen fliegt einer der größten bekannten erdnahen Asteroiden an der Erde vorbei – glücklicherweise in sicherer Entfernung. Der 4,4 Kilometer große „3122 Florence“ passiert uns gegen 14:00 Uhr in gut sieben Millionen Kilometern, dem 18-fachem Mondabstand. Der Asteroid ist schon jetzt so hell, dass man ihn mit einem kleinen Teleskop sehen kann. Für die Astronomen ist diese Passage eine Chance, mehr über diesen als potenziell gefährlich eingestuften Asteroiden zu erfahren.

scinexx

Entdeckt wurde 3122 Florence bereits im Jahr 1981 von einem australischen Astronomen. Der Asteroid umkreist die Sonne auf einer leicht exzentrischen Flugbahn, die ihn zwischen Erdbahn und der halben Entfernung zum Jupiter pendeln lässt. Für einen Umlauf benötigt er zwei Jahre und vier Monate. In Erdnähe gerät Florence dabei aber nur alle paar Jahrzehnte, weil sein Orbit um 22 Grad gegen die Ekliptik geneigt ist.

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Joel Osteen: Pfarrer öffnet Kirche für Hurrikan-Opfer erst nach heftiger Kritik

Hielt die 16 000 Sitzplätze umfassende Lakewood-Kirche vorerst geschlossen: Pfarrer Joel Osteen (Foto: AP)
  • Der Pfarrer Joel Osteen hielt die Lakewood-Kirche in Houston, Texas, nach den Überschwemmungen durch Sturm Harvey offenbar länger geschlossen als nötig.
  • Erst nach harscher Kritik aus den sozialen Netzwerken öffnete das Gebäude seine Türen für die Opfer des Hurrikans – Tage später.
  • Der Prediger selbst wohnt mit seiner Frau und zwei Kindern in einem Villenviertel von Houston.

Süddeutsche.de

Mit der Nächstenliebe war es bei Pfarrer Joel Osteen offenbar nicht so weit her. Trotz der schweren Überschwemmungen durch den Sturm Harvey teilte er am Montag auf Facebook mit, dass die Lakewood-Kirche im texanischen Houston geschlossen bleibe. Als Grund gab er an, dass der Gebäudekomplex, eine sogenannte „Megakirche“ mit 16 000 Sitzplätzen, wegen „extremer Überflutungen“ „unzugänglich“ sei. Als Alternative listete er Unterkünfte in der Nähe der Kirche auf.

Die Aussage des wohlhabenden Predigers und Unternehmers löste in den sozialen Netzwerken Empörung aus. Er möge doch das Evangelium noch einmal lesen und seine Kirchenpforten sofort öffnen, hieß es in einem Post auf Twitter. Andere erinnerten ihn an die millionenschweren Steuervergünstigungen, die seine Kirche vom Staat erhalte.

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Ver.di-Chef Bsirske fordert die Abschaffung des kirchlichen Arbeitsrechts

Bild: bb

Ver.di-Chef Frank Bsirske bekräftigt seine Forderung nach Abschaffung des kirchlichen Arbeitsrechtes.

evangelisch.de

Der „Dritte Weg“, der unter anderem Streiks in kirchlichen Einrichtungen und Unternehmen ausschließt, „gehört abgeschafft“, sagte Bsirske der „Westdeutschen Allgemeinen Zeitung“ (Donnerstag). „Dass der Arbeitgeber allein beansprucht, die Regeln aufzustellen, an die sich dann alle halten müssen, halte ich für einen Eingriff in die Grundrechte der kirchlichen Arbeitnehmer.“ Die Gewerkschaft ver.di war 2012 mit einer Klage gegen das kirchliche Arbeitsgericht vor dem Bundesarbeitsgericht in Erfurt gescheitert.

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„Brigade 48“ macht nun in Libyen Jagd auf Flüchtlinge

Themenbild. dpa
Die kriminelle „Brigade 48“ tut das, was die Militärs der EU eigentlich selbst auf legalem Wege mit libyschen Behörden machen wollten. Die Miliz ist eine neue Macht – und äußerst erfolgreich.

Von Christoph B. Schiltz | DIE WELT

Sie sind gut ausgerüstet und äußerst brutal, eine Truppe aus früheren Militärs, Polizisten und Zivilisten. Sie nennen sich „Brigade 48“. Ihr Anführer soll ein ehemaliger Mafioso sein. Sie patrouillieren in den Straßen, überwachen Strände, sie legen sich mit den berüchtigten Menschenschmugglern an und hindern Flüchtlinge daran, nach Europa zu fliehen. Die Miliz ist eine neue Macht vor Ort – und äußerst erfolgreich. Die Bande könnte einen wichtigen Anteil daran haben, dass im Juli und August immer weniger Migranten nach Italien gekommen sind.

Sabratha, eine Hafenstadt im Nordwesten Libyens, 70 Kilometer von der libyschen Hauptstadt Tripolis entfernt: Die Stadt ist einer der Hauptablegeplätze für Flüchtlingsboote nach Italien. Aber seit kurzer Zeit ist das Schmugglergeschäft weitgehend erlahmt. Gerettete Flüchtlinge berichteten laut Internationaler Organisation für Migration (IOM), dass es mittlerweile schwer sei, von Sabratha abzulegen. „Es gibt Leute, die die Boote stoppen, bevor sie herausfahren, und wenn sie es doch schaffen, werden sie sofort zurückgeschickt“, sagte IOM-Sprecher Flavio Di Giacomo. Schleuser Mourad Zuwara sagte der „New York Times“, dass ihn lokale Kräfte daran gehindert hätten, weitere „Operationen“ durchzuführen.

Lieber Trump als Franz

Trump Papstbesuch – im Vatikan schlug dem Präsidenten wenig Herzlichkeit entgegen (Evan Vucci / POOL / AFP)
Eine papstnahe Zeitschrift hat evangelikale und katholische Trump-Anhänger kritisiert. Sie betrieben eine „Ökumene des Hasses“, schrieb der Jesuit Antonio Spadaro. Die Kritisierten erklären nun erst Recht den Präsidenten zum Heilsbringer und dem Papst zum Feind Amerikas.

Von Jürgen Kalwa | Deutschlandfunk

„Holy, holy, holy! Lord God Almighty! Early in the morning our song shall rise to thee; holy, holy, holy! Merciful and mighty, God in three persons, blessed Trinity!“

Es ist Freitagmorgen. Und Father Bill Considine eröffnet die Messe mit einer Hymne aus dem frühen 19. Jahrhundert. Der Ort: eine der bekanntesten katholischen Wallfahrtsstätten in den Vereinigten Staaten. Sie heißt Lourdes in Litchfield und liegt in einer der schönsten Gegenden der dicht bewaldeten Hügellandschaften von Neuengland. Der Name der Grotte wurde dem berühmten Vorbild in den französischen Pyrenäen entliehen. Errichtet in den fünfziger Jahren vom Laienbrüderorden der Gabrieliten in einer der katholischsten Regionen in Connecticut, mit rund 40 Prozent der Bevölkerung wiederum einer der katholischsten Bundesstaaten.

Trump und die Evangelikalen

Politisch setzt die Gegend mehrheitlich auf die Demokratische Partei. Aber bei den Wahlen im November holte hier, in Litchfield County, Donald Trump die Mehrheit der Stimmen – der Immobilienunternehmer aus New York, der sich gerne religiös gibt und in einer offenen Allianz von Amerikas evangelikalen Predigern unterstützt wird.

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Harris Media: Von Trump zur AfD: Wie eine US-Agentur den Bundestagswahlkampf aufmischen will

Der Bundestagswahlkampf läuft auf Hochtouren. Die AfD hat sich nun Unterstützung aus den USA gesichert © Holger Hollemann/dpa
Zu ihren Kunden gehörten bereits Donald Trump und die Anti-Europa-Partei UKIP aus Großbritannien. Nun macht die amerikanische Werbeagentur Harris Media auch Wahlkampf in Deutschland – für die AfD.

stern.de

Blutige Reifenspuren sollen „Die Spur der Welt-Kanzlerin durch Europa“ illustrieren, darauf sind die Daten vergangener Terroranschläge und ihrer Todesopfer gepinnt. Der Slogan: „Trau dich, Deutschland!“ Die Botschaft, zwischen den Zeilen: Merkel muss weg – die Bundeskanzlerin hat mit ihrer Flüchtlingspolitik den Terror nach Europa geholt.

Das Motiv spielt die Alternative für Deutschland (AfD) via Facebook und Twitter aus. Dahinter steckt Harris Media, eine US-Werbeagentur aus Texas, die sich mit ihren Kampagnen bereits im rechten Parteienspektrum einen Namen gemacht hat. Und nun den Onlinewahlkampf der AfD gestalten soll.

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Seit Anfang Jahr hat die Schweiz gegen sieben islamistische Extremisten die Ausweisung verfügt

Themenbild
Die Zahl der Ausweisungen wegen Jihadismus steigt stark an: Seit Anfang Jahr hat das Bundesamt für Polizei bereits gegen sieben Personen die Ausweisung verfügt. Letztes Jahr war noch eine Verfügung gesprochen worden.

Von Daniel Gerny | Neue Zürcher Zeitung

Die europäischen Länder ziehen im Umgang mit gefährlichen Extremisten die Schraube an. So entschied das deutsche Bundesverwaltungsgericht, dass die Innenminister eines Bundeslandes oder des Bundes Personen ausschaffen lassen können, auch wenn keine Straftat oder konkrete Pläne für einen Anschlag vorliegen. Diese Möglichkeit sieht auch das schweizerische Recht vor: Gemäss Artikel 68 des Ausländergesetzes kann das Bundesamt für Polizei (Fedpol) zur Wahrung der inneren oder der äusseren Sicherheit der Schweiz gegenüber Ausländerinnen und Ausländern eine Ausweisung verfügen.

Hassbotschaften via Facebook

Nun liegen erste Zahlen zu den bisher verfügten Ausweisungen vor. Sie zeigen, dass auch die schweizerischen Behörden heute rascher und entschiedener eingreifen. Während im letzten Jahr nur gegenüber einer Person eine Ausweisung verfügt worden war, waren es im ersten Halbjahr 2017 bereits sieben Fälle. Das erklärte eine Fedpol-Sprecherin gegenüber der NZZ.

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Wie politisch darf Kirche sein?

Das neue Schisma / Illustration: Marco Wagner für Cicero
Deutschland ist ein säkularer Staat. Trotzdem mischt sich die Kirche immer öfter in die Politik ein. Umweltschutz und Flüchtlingshilfe verdrängen Gebet und Bekenntnis. Muss das so sein?

Von Christoph Schwennicke | Cicero

Es hat einige Jahrhunderte gedauert, bis in diesem Kulturkreis Kurie und Krone, weltliche Macht und geistliche Macht, geklärt hatten, wer von beiden das erste und das letzte Wort hat. Kriege wurden darüber geführt, ob der Papst nun den Kaiser oder der Kaiser den Papst benennt. Und wenn gar nichts mehr weiterhalf, dann hat sich ein König im Streitfall auch mal eben zum Kirchenoberhaupt erklärt wie seinerzeit Heinrich VIII. von England.

Im säkularen Staat des christlich geprägten Westens ist die Ordnung inzwischen klar und akzeptiert, die Räume des Glaubens und die der Politik sind voneinander abgegrenzt. Aber natürlich sind die beiden großen Kirchen ein gesellschaftlicher Faktor, und damit immer auch ein politischer Faktor. Im Zuge des Zustroms von Migranten nach Deutschland wieder stärker als lange Zeit zuvor. Die beiden hiesigen Kirchenoberen, Kardinal Reinhard Marx für die Katholiken und Heinrich Bedford-Strohm für die Protestanten, gerieren sich als großkoalitionär-ökumenisches Paar, das den Kurs der Kanzlerin bedingungslos unterstützt und Kritiker in den eigenen Reihen nicht duldet.

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Meeressaurier-Fossil in Niedersachsen entdeckt

So könnte der acht Meter lange Plesiosaurier Lagenanectes richterae zu Lebzeiten ausgesehen haben. © Joschua Knüppe
Spektakulärer Fund: In einer alten Tongrube in Niedersachen haben Fossiliensammler die Relikte eines 130 Millionen Jahre alten Meeressauriers entdeckt. Der acht Meter lange Plesiosaurier besaß einen extrem langen Hals und zu Paddeln umgewandelte Beine. Er lebte wahrscheinlich räuberisch und bewohnte das flache Kreidezeitmeer, dass zu jener Zeit die Region im heutigen Norden Deutschlands bedeckte.

scinexx

Wenn es um Fundorte von Saurierfossilien geht, gilt Deutschland landläufig nicht gerade als Eldorado – doch das täuscht. Auch hierzulande lebten vor Millionen von Jahren sowohl Dinos als auch Meeressaurier. So wurden in Münchehagen bei Hannover gleich mehrere Dinosaurierfährten entdeckt, im westfälischen Höxter fanden Paläontologen das fast vollständige Skelett eines vier Meter langen Plesiosauriers.

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USA legen tatsächliche Truppenstärke in Afghanistan offen

Die Truppen könnten aufgestockt werden. – APA/AFP/MARTIN BUREAU
Es befinden sich 2600 US-Soldaten mehr am Hindukusch, als bisher bekannt. Man wolle für mehr Transparenz sorgen, sagt das Pentagon.

Die Presse.com

Das US-Verteidigungsministerium hat eingeräumt, dass sich deutlich mehr amerikanische Soldaten in Afghanistan befinden, als bisher öffentlich bekannt war. Derzeit seien rund 11.000 Militärangehörige in dem Land am Hindukusch stationiert, sagte der Direktor des Generalstabs, Kenneth F. McKenzie, am Mittwoch in Washington. Bisher hatte das Pentagon stets von 8400 Soldaten gesprochen.

Die neuen Angaben bedeuten keine Truppenerhöhung, sie gehen lediglich auf eine andere öffentliche Zählweise zurück. Dabei werden nach Angaben McKenzies nun etwa auch Militärangehörige berücksichtigt, die nur für eine kurze Zeit in Afghanistan sind.

Dodo Guttenberg zur Plagiatsaffäre: „Jetzt ist auch mal irgendwann gut“

  • Karl-Theodor zu Guttenberg ist aus den USA angereist, um vor 1200 Menschen in Kulmbach Wahlkampf für die CSU zu machen.
  • Anfangs gibt der frühere Verteidigungsminister in Sachen Plagiatsaffäre reumütig, findet dann aber: „Jetzt ist auch mal irgendwann gut.“
  • Er kritisiert SPD-Altkanzler Gerhard Schröder auch für sein Engagement beim russischen Ölkonzern Rosneft.

Süddeutsche.de

Er ist wieder da. Vor etwa sechs Jahren ist der damalige Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg über eine in Teilen abgeschriebene Doktorarbeit gestürzt und danach in Deutschland von der Bildfläche verschwunden. Nun ist der 45-Jährige aus den USA angereist, um Wahlkampf für die CSU zu machen. Erste Station: seine Heimat Kulmbach in Oberfranken. Der Stammsitz seiner Adelsfamilie ist nur ein paar Kilometer entfernt.

Zunächst zeigt er sich reumütig: „Ich habe alle Konsequenzen ertragen“, sagt Guttenberg. „Aber ich darf auch nach so langer Zeit für mich sagen: Jetzt ist auch mal irgendwann gut.“ Applaus brandet auf, die rund 1200 Gäste in der vollbesetzten Halle sind am Mittwochabend begeistert.

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G20-Affäre offenbart Datenchaos beim BKA

Der Skandal um den Entzug von Presse-Akkreditierungen für den G20-Gipfel weitet sich aus: Kleinlaut muss das Innenministerium Fehler bei der Datenspeicherung durch das BKA einräumen.

Von Matthias Gebauer | SpON

Tobias Plate ist nicht unbedingt dafür bekannt, dass er oft Fehler auf großer Bühne einräumt. Der Sprecher von Innenmister Thomas de Maizière, CDU, ist stets gut informiert und verkauft die stramme Haltung seines Ministers in Sachen innere Sicherheit, Asylpolitik oder eben der Sammlung von Daten durch die Behörden.

Am Mittwoch nun waren von Plate andere Töne zu hören. Wieder einmal ging es um den Entzug von 32 Presse-Akkreditierungen beim G20-Gipfel. Damals hatte das Innenministerium ziemlich deutlich erklärt, gegen die betroffenen Journalisten habe es ernsthafte Sicherheitsbedenken gegeben. Nur deshalb habe man ihnen die Zugangskarten für den Gipfel im Hamburger Kongresszentrum aberkannt.

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Fundamentale Eingriffe in das menschliche Ergbut – und niemand spricht darüber

Bild: merakname.com
Wie weit sollten Forscher im Kampf gegen Krankheiten gehen dürfen? Das sind Fragen der Zukunft – die der aktuelle Wahlkampf vollkommen ausklammert.

Von Peter Dabrock | Süddeutsche.de

Es ist Wahlkampf in Deutschland; im Weißen Haus regiert Donald Trump. Da muss alles andere in den Hintergrund treten. Wirklich alles? Gilt das auch, wenn die biologische Basis unseres Menschseins zur Disposition steht? Ist das ein Hintergrundthema? Oder werden wir uns eines Tages von unseren Kindern und Enkeln die Frage stellen lassen müssen: „Wo wart ihr, was habt ihr getan, als Wissenschaftler sich anschickten, fern der mit anderen Problemen oder in ihren Filterblasen Beschäftigten das menschliche Genom zu verändern?“

Mich treibt weder die Furcht vor Designerbabys, noch möchte ich religiös oder romantisch motiviert eine radikale „Heiligkeit des Lebens“ verteidigen. Als Christ und Mensch der Moderne bin ich vielmehr davon überzeugt, dass wir in die Natur eingreifen dürfen und sollen – allerdings auf verantwortliche Weise. Deshalb bin ich erschüttert, wie wir, und damit meine ich nichts weniger als die Weltgesellschaft, offenbar ahnungslos hineinschlittern in irreversible, systematische Änderungen des menschlichen Erbguts.

Mittels genetischer Manipulation soll die schwere Erbkrankheit eines Individuums therapiert werden

Nun kann man natürlich der Auffassung sein, dass wir solche Veränderungen zulassen sollten, vor allem wenn uns therapeutischer Nutzen recht risikolos versprochen wird. Aber selbst wenn man diese Position vertritt, darf man doch Fragen von so grundlegender Bedeutung wie die Manipulation unserer biologischen Basis nicht – wie es derzeit passiert – der Wissenschaftsgemeinschaft allein überlassen.

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Anglikaner berufen erstmalig eine Frau als Erzbischöfin

Kay Goldsworthy: the first woman to be an archbishop in Australia’s Anglican church. Photograph: Lincoln Baker/AAP/theguardian.com
Kay Goldsworthy ist die erste Frau auf dem Posten eines Erzbischofs in der Geschichte der Anglikanischen Kirche Australiens. Goldsworthy tritt die Nachfolge Erzbischof Roger Herft an, der im Dezember wegen der Vertuschung von sexuellen Missbrauchsfällen zurückgetreten war, berichtete am Mittwoch die Onlineausgabe der Tageszeitung The West Australian. Goldsworthy ist verheiratet und Mutter von Zwillingssöhnen.

Von Michael Lenz | evangelisch.de

Goldsworthy war eine der ersten Frauen in der anglikanischen Kirche Australiens, die zu Priestern geweiht wurden. 2008 wurde Goldsworthy die erste anglikanische Bischöfin. Zuletzt war die 61-jährige Bischöfin von Gippsland. Die Ordination von Frauen ist in der australischen anglikanischen Kirche bis heute ein höchst kontrovers diskutiertes Thema. Die konservativen Diözesen von Sydney, The Murray und Nordwestaustralien, die Nachbardiözese von Perth, lehnen die Ordinierung von Frauen strikt ab.

Erzbischof Herft hatte vor der staatlichen Kommission zur Untersuchung des Umgangs von Institutionen mit Missbrauchsfällen zugegeben, in seiner Zeit als Bischof von Newcastle Berichten über pädophile Priester nicht nachgegangen zu sein. Vor der Kommission gestand Herft ein, durch sein Verhalten „die Opfer im Stich gelassen zu haben“.

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Bundestagswahl: Widerspruch heißt einfach „Nein“

Von Martin Sonneborn getwitterte Parodie eines CDU-Wahlplakats
Wahlkampf ist eine Inszenierung von Politikern und Journalisten – Ein Kommentar

Von Timo Rieg | TELEPOLIS

„Es muss auch in diesem Wahlkampf mehr gestritten werden“, schließt Claudius Seidl, Feuilleton-Chef der FAZ, seinen Riemen zum Bundestagswahlkampf 2017 (Das deutsche Dösen).

Seidl ist gelangweilt. Wahlplakate und Videowerbung findet er unkreativ, rätselhaft, widersinnig oder gleich „komplett sinnlos“. Seidl sieht „Enge und Borniertheit“ statt radikalen „Widerspruch zu den bestehenden Verhältnissen“.

Inhaltlich ähnlich, nur meist nicht so akrobatisch, äußern sich derzeit viele Meinungsjournalisten, die lieber Sportkommentatoren oder gleich Spin-Doktor geworden wären. „Kraftakt ohne Wumms“ titelte die Süddeutsche Zeitung am Wochenende (und empfahl Martin Schulz, „den Wahlkampf nicht ganz so ernst zu nehmen“, um Angela Merkel „gefährlich werden“ zu können).

Im Handelsblatt beklagt Stefan Wachtel („Coach bei ExpertExecutive“), dass die SPD-Kanzlerkandidaten stets authentisch waren, womit halt kein Blumentopf zu gewinnen sei; stattdessen müsste jemand zu Schulz sagen: „Du bist nicht der Martin, sondern hier wird ein Stück aufgeführt, und du darfst der Hauptdarsteller sein.“ Im langen Merkel-Interview des Handelsblatts wurde eine Kampfansage der Kanzlerin vermisst, ebenso nach ihrem Auftritt vor der Bundespressekonferenz am Dienstag:

„Kanzlerin der Langeweile?“ fragt der Berliner Tagesspiegel. Die Deutsche Welle titelt : „Merkel läutet seelenruhig den Wahlkampf-Endspurt ein“. Und Jakob Augstein berichtete bereits am Montag investigativ aus „Dr. Merkels Schlaflabor“ und brachte die Weisheit mit:

Der Wahlkampf heißt so, weil die Demokratie Auseinandersetzung braucht. Die Menschen sollen aus dem Schlaf der Selbstgerechten geweckt werden und sich fragen: Sind die Dinge gut im Land? Was muss sich ändern? Darum gehört zum Kampf der Lärm der Waffen, das Getöse. Aber Dr. Merkel liebt es leise.

(Jakob Augstein)

Eine wirkliche Begründung für die Forderung nach spektakulärem Wahlkampf ist das alles jedoch nicht. Für wen braucht es Duelle und Getöse – außer für Journalisten, die irgendwas zum Berichten und Kommentieren haben wollen, und Politiker, die in die Medien wollen?

Dass es eine andere Politik braucht, ist gut begründet. Praktisch alle journalistische Berichterstattung speist sich ja nur aus politischem Versagen, aus Unzulänglichkeiten, Intrigen, Macht- und Karrierespielchen, Indiskretionen und Diskreditierungen.

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Pratchett, plattgewalzt

Eine Dampfwalze hat die unvollendeten Werke des „Scheibenwelt“-Autors zerstört. Er wollte es so.

Die Presse.com

Für seine originellen Ideen und seinen Humor war Fantasy-Autor Terry Pratchett bekannt; seine „Scheibenwelt“-Romane zeugen davon, die ihn zu dem nach J. K. Rowling beliebtesten britischen Autor machten. Bevor Pratchett 2015 an Alzheimer starb, sagte er einem Freund, was er sich für seine unvollendeten Texte wünsche: Mitsamt seinen Computern sollten sie auf einer Straße abgelegt und von einer Dampfwalze niedergewalzt werden.

Der Verwalter von Pratchetts Nachlass ist diesem Wunsch nun nachgekommen. Auf Twitter kündigte er die Aktion an und zeigte dann eine zerstörte Festplatte; sie wird ab September in einer Pratchett-Ausstellung im Salisbury Museum zu sehen sein.

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Kann Technik rassistisch sein?

Strahlende Bilder. Doch schwarze Menschen ließen sich mit den auf Weiße eingestellten Kodak-Filmen nur schlecht abbilden – Jean…FOTO: ANDREW GOMBERT/PICTURE ALLIANCE/DPA
In der Fotografie galt ein weißer Teint von Anfang an als Standard für Film und Entwicklung. Noch die Digitalfotografie ist an Weißen ausgerichtet.

Von Anja Kühne | DER TAGESSPIEGEL

Auch Technik kann rassistisch sein. Diese Äußerung der Dozentin Natasha A. Kelly im Interview mit dem Tagesspiegel (30. August) hat manche Leserinnen und Leser erstaunt. Kelly hatte als Beispiel die Fotografie genannt: Die Belichtungstechnologie sei für weiße Haut entwickelt worden.

Für viele professionelle Fotografinnen und Fotografen sowie Filmschaffende ist es gar nichts Neues, dass Fototechnologie nicht neutral ist. Barry Jenkins etwa, der Regisseur des oscarprämierten Films „Moonlight“, sagte dem Tagesspiegel unlängst: „Technisch gesehen war das Kino immer schon auf helle Haut fixiert: Setlicht, Make-up, selbst die Filmemulsion, auf der Kinobilder über ein Jahrhundert lang festgehalten wurden. Dunkle Haut reflektiert das Licht anders als helle Haut. Um Reflexionen zu vermeiden, wird sie mit Puder zugekleistert.“

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Katholiken kämpfen gegen Kirchenabriss

Bild: brightsblog
Eigentlich hatte die Stadt einer Renovierung zugestimmt. Jetzt soll die 100 Jahre alte Kirche im chinesischen Wangcun der Abrissbirne zum Opfer fallen. Doch die Gläubigen lassen sich das nicht gefallen.

katholisch.de

Hunderte Katholiken haben am Dienstag im chinesischen Wangcun versucht, den von der Kommunistischen Partei und Behörden angeordneten Abriss ihrer Kirche zu verhindern. Wie Videoaufnahmen zeigen, versammelten sich Priester und Gläubige auf dem Kirchengelände und vor der Umgebungsmauer. Sie riefen „Jesus, rette mich“ und „Maria, sei uns gnädig“, während sie sich der Arbeit des Bulldozers und der Polizei entgegenstellten. Die 100 Jahre alte Kirche, die zur Diözese Changzhi gehört, sollte ursprünglich renoviert werden, wie die Nachrichtenagentur „AsiaNews“ berichtet. Die von den Behörden genehmigten Arbeiten haben demnach vor einigen Monaten begonnen, unter beträchtlichen Kosten für die Gläubigen. Kürzlich habe man aus „stadtplanerischen Gründen“ jedoch den Abriss beschlossen.

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465,000 Patients Need Software Updates for Their Hackable Pacemakers, FDA Says

Image: ChooChin/Shutterstock
A painful reminder that a future where the internet is in every device—even the most critical one—can be disastrous.

By Lorenzo Franceschi-Bicchierai | MOTHERBOARD

Patching has long been one of the most tedious chores for those who want to keep their electronic devices secure or up to date. Sometimes, patches require a restart, disrupting your workflow. Sometimes, patches screw up the software, making it unusable. These are just some of the reasons why users normally dread patching.

Now, imagine if you had to patch the thing that keeps you alive.

That’s the situation almost 500,000 people who rely on buggy pacemakers face right now. On Tuesday, the US Food and Drug Administration announced a recall of several vulnerable models of pacemakers made by Abbott, a global health company that used to be known as St. Jude Medical. The recall has the goal of reducing the risk of hackers taking control of the pacemakers, potentially, harming the patients.

Patients who have one of these devices will have to visit their doctors and update the pacemakers‘ firmware while the devices are in backup mode, according to an open letter sent by Abbott to doctors. The FDA estimates that around 465,000 patients have a vulnerable pacemaker that needs to be patched, according to the agency’s advisory.

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