Bauherr der Potsdamer Kriegskirche warnt vor der AfD

Berlins evangelischer Bischof Markus Dröge hat vor einer Instrumentalisierung der Religion durch die AfD gewarnt. „Diese Funktionalisierung des christlichen Glaubens für eine aggressiv rechtspopulistische Politik muss die Kritik der Kirchen in besonderer Weise herausfordern“, schreibt Dröge in dem am Mittwoch in Berlin vorgestellten Sammelband „Alternative für Christen? 

Die Tagespost

Die AfD und ihr gespaltenes Verhältnis zur Religion“. Herausgeber ist der Bonner Publizist und evangelische Pastor Wolfgang Thielmann. Dröge kritisierte, die AfD behaupte, das abendländische Christentum zu verteidigen. Ihr Programm liefere dafür „allerdings keinerlei christliche Begründung“. Die Ablehnung von Homosexualität, ein konservatives Familienbild oder der Schutz des ungeborenen Lebens würden „aggressiv und ethisch undifferenziert“ vorgetragen. Zudem sieht Dröge eine „deutliche Nähe“ der Partei zur NS-Ideologie: „Der AfD fehlt die Kraft, sich von nationalsozialistischen Einflüssen zu distanzieren, weil das nationalsozialistische Gedankengut bei ihren Anhängern weit verbreitet ist.“ Eindringlich mahnte der Bischof: „Wer sich von der AfD beeindrucken lässt, dem müssen wir deutlich machen, dass Rechtspopulisten zwar ein Gespür für wunde Punkte haben, dass aber die Probleme nur verschlimmert, wer ihnen zur Macht verhilft.“

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Moscheebau: Die Zeit des Sultans ist vorbei

Modernes Moschee-Design: Konzept des Architekten Alen Jasarevic für eine Moschee in München. (Alen Jasarevic)
Noch immer beten die meisten deutschen Muslime in Hinterhöfen. Neue Moscheen orientieren sich oft an der osmanischen Tradition. Zeitgemäßes bauen geht anders, sagt der Kunsthistoriker Christian Welzbacher und plädiert für einen offenen Ideenwettbewerb.

Von Hüseyin Topel | Deutschlandfunk

So hört sich das klassische Festgebet in einer deutschen Moschee an. In Deutschland leben mittlerweile mehr als fünf Millionen Muslime. Laut der Deutschen Islam Konferenz geht mehr als ein Drittel der Muslime mit Migrationshintergrund in die Moschee, überwiegend Männer sind dort anzutreffen. Doch in den meisten Kommunen hat man kaum bemerkt, dass Muslime zum Beispiel im Fastenmonat mehr als sonst die Moschee besucht haben. Dass das religiöse Leben der Muslime kaum auffällt, hängt vor allem damit zusammen, dass die meisten Moscheen in Deutschland sich nach wie vor eher versteckt in Hinterhöfen befinden. Aber diese Situation beginnt sich zu verändern, sagt der Kunsthistoriker Christian Welzbacher:

„Ich sehe, dass wir in einem Aufbruch befindlich sind. Ich sehe aber noch kein Ziel und das ist ja auch zum gegenwärtigen Zeitpunkt kaum möglich. Es ist wichtig, dass sich viele verschiedene Moschee-Gemeinden, an verschiedenen Orten in Europa, dass die sich Überlegungen machen, „Wie kann eine zeitgenössische Moschee des gegenwärtigen Islam in Europa aussehen?“

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„Ein Württemberg ohne Mission wäre ein Württemberg ohne Kirchturm“

Mission neuen Typus.

Nicht die eigene Welt auf Europa reduzieren, sondern den Weg zu anderen Kulturen suchen – das ist für Bischof July ein zentraler Aspekt der Themenwoche „Eine Welt“. Weltoffenheit, Mission, Globalisierung und vieles mehr sind Thema bei der Weltausstellung Reformation.

evangelisch.de

Der württembergische evangelische Bischof Frank Otfried July hält die Weltmission für einen unverzichtbaren Bestandteil seiner Kirche. „Ein Württemberg ohne Mission wäre ein Württemberg ohne Kirchturm“, sagte July am Mittwoch in der Lutherstadt Wittenberg bei einer Ausstellungseröffnung. Globalisierung sei nicht erst heute ein Thema, sondern durch die „Graswurzelarbeit“ der Kirchen im christlichen Denken verankert, so July.

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Neuer Milzbrand-Erreger tötet Menschenaffen

Ein Forscher nimmt Proben von einem Schimpansenschädel. (Foto: Joachim Puls/filmsalz)
  • Eine neue Form von Milzbrand droht die Menschenaffen im Taï-Nationalpark an der Elfenbeinküste auszurotten.
  • Forscher fanden den Erreger auch in toten Tieren in Kamerun, der Demokratischen Republik Kongo und der Zentralafrikanischen Republik.
  • Unklar ist bislang, ob die Krankheit beim Menschen nicht auftritt oder bislang schlicht übersehen wurde.

Von Kai Kupferschmidt | Süddeutsche.de

Das erste Mal ist Fabian Leendertz dem Killer vor 16 Jahren begegnet. Der Tierarzt, der heute am Robert-Koch-Institut in Berlin arbeitet, war damals im Regenwald der Elfenbeinküste unterwegs, um Daten für seine Doktorarbeit zu sammeln. Er folgte einer Gruppe von Schimpansen im Taï-Nationalpark, als ein Alphamännchen namens Leo sich zuerst übergab, dann auf einen niedrigen Ast kletterte, herunterfiel und starb. Fünf weitere Schimpansen verendeten in den folgenden Monaten. Leendertz wusste es damals noch nicht, doch es war der erste Hinweis auf einen bislang unbekannten, gefährlichen Erreger.

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Irakische Schiitenführer erfinden sich neu

foto: reuters / saudi royal court Muqtada al-Sadr, der irakische Schiitenführer, beim saudischen Kronprinzen Mohammed bin Salman. Sadr stilisiert sich als irakischer Nationalist – was einer Absage an den Iran gleichkommt.
Die religiöse Identität scheint in der arabischen Politik momentan keine Konjunktur zu haben: Vom Golf kommt eine Säkularismus-Empfehlung, und im Irak distanzieren sich Turbanträger von ihrer schiitischen Agenda

Von Gudrun Harrer | derStandard.at

Dieser Schuss ging nach hinten los: Als der Botschafter der Vereinigten Arabischen Emirate in Washington, Yousef al-Otaiba, am Samstag in einem Interview mit PBS den Säkularismus pries – den das böse Katar verweigere -, kam das in gewissen Kreisen im wahhabitischen Saudi-Arabien gar nicht gut an. „Aufruf zum ‚regime change‘, Verschwörung gegen den Islam“, solche Stimmen kamen vom saudischen Klerus, aber auch aus der Königsfamilie.

Die Affäre erhellt die schizoide Situation der neuen Führung in Riad, die sich so gibt, als habe Saudi-Arabien – das die Front gegen Katar anführt, dem die Unterstützung der Muslimbrüder vorgeworfen wird – mit dem politischen Islam nichts zu tun.

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Vatikan plant Anti-Mafia-Netzwerk

Bild: hiphop ’n’more
Die Vatikanbehörde für Menschenrechte will ein internationales Strategiebündnis zum Kampf gegen organisierte Kriminalität aufbauen. Auch innerkirchliche Strafen könnte es bald für Mafiosi geben.

katholisch.de

Der Vatikan will ein internationales Strategiebündnis zum Kampf gegen Korruption und organisierte Kriminalität aufbauen. Geplant ist ein Netzwerk mit staatlichen Institutionen, Nichtregierungsorganisationen sowie anderen Vereinigungen und Gruppen, wie aus dem Schlussdokument eines ersten Forums zur Korruptionsbekämpfung hervorgeht, das der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) vorliegt. An dem Treffen auf Einladung der Vatikanbehörde für Menschenrechte und Entwicklung hatten Mitte Juni internationale Vertreter von Behörden und Polizei sowie Staatsanwälte und Verbrechensopfer teilgenommen.

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Sonnenbrille erzeugt Solarstrom

Die Solarbrille versorgt mit halbtransparenten organischen Solarzellen in ihren Brillengläsern zwei Sensoren und Elektronik im Bügel mit Strom. © KIT
Solarzellen im Brillenglas: Künftig könnten Sonnenbrillen nicht nur die Augen schützen, sondern sogar noch Strom produzieren. Forscher haben halbtransparente organische Solarzellen entwickelt, die ins Brillenglas integriert sind. Sie erzeugen genug Strom, um in die Brille eingebaute Displays, aber auch Hörgeräte, Schrittzähler und andere kleine Geräte zu versorgen. Mit der gleichen Technik könnten sich künftig auch ganze Fenster zu Solaranlagen machen lassen.

scinexx

Organische Solarzellen sind flexibel, extrem dünn und transparent – und sie lassen sich in beliebigen Formen und Farben herstellen. Dadurch bieten sie eine Fülle von Einsatzmöglichkeiten, die sich mit herkömmlichen Silizium-Solarzellen nicht verwirklichen lassen. So gibt es bereits Solarzell-Folien, die sich unbeschadet zerknittern lassen, aufgedampfte Photovoltaikmodule und Solarzellen, die sich gleich  rollenweise produzieren lassen.

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Indonesien: Aufgebrachte Gläubige zünden mutmaßlichen Dieb an

Sie verprügelten ihn, übergossen seinen Körper mit Benzin, legten Feuer: In Indonesien hat ein Mob einen mutmaßlichen Dieb gelyncht – an dessen Schuld mancher zweifelt.

SpON

In Indonesien hat eine aufgebrachte Menschenmenge einen mutmaßlichen Dieb gelyncht. Der 30-Jährige soll zuvor einen Verstärker aus einer Moschee gestohlen haben, nach Angaben der Polizei wurde er auf frischer Tat ertappt.

Er sei daraufhin durch die Straßen gejagt, verprügelt, mit Benzin übergossen und angezündet worden. Er starb an seinen Verletzungen. Ein Polizeisprecher widersprach Zeitungsberichten, wonach das Opfer kein Dieb gewesen sei, sondern ein Techniker, der den Verstärker zur Reparatur mitnehmen wollte.

In Indonesien kommt es immer wieder zu Fällen von Selbstjustiz, was auch daran liegt, dass das Vertrauen in die Zuverlässigkeit von Polizei und Justiz nicht sehr ausgeprägt ist. Der 260-Millionen-Einwohner-Staat ist das bevölkerungsreichste muslimische Land der Welt.

Interpol verschickt Fahndungsliste mit potenziellen IS-Attentätern

Themenbild: Mossul – Reuters
Irakische Spezialeinheiten sollen die Unterlagen bei den Kämpfen um Mossul in einem Versteck von Terroristen entdeckt haben.

Die Presse.com

Die internationale Polizeiorganisation Interpol hat einem Medienbericht zufolge eine Fahndungsliste mit den Namen von 173 potenziellen Selbstmordattentätern der Jihadistenmiliz „Islamischer Staat“ (IS) verschickt. Unter den gesuchten Extremisten sei auch ein deutscher IS-Jihadist aus Nordrhein-Westfalen, berichtete die Zeitung „Die Welt“ am Donnerstag.

Darüber hinaus würden 132 Iraker sowie Verdächtige aus Nordafrika, den arabischen Golfstaaten, Tadschikistan und Bangladesch gelistet. Vermerkt seien auch sechs Extremisten aus Europa – neben Deutschland stammten sie aus Belgien, Frankreich, den Niederlanden und Bosnien.

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Wer bist du?

Bild: pixabay.com/RDF
Erinnerungen, Perspektiven und das Selbst

Von Michael Shermer | Richard-Dawkins-Foundation

The Discovery ist ein 2017 von Netflix produzierter Film, in welchem Robert Redford einen Wissenschaftler spielt, der beweist, dass es ein Leben nach dem Tod gibt. „Sobald der Körper stirbt, verlässt uns ein Teil des Bewusstseins und reist auf eine neue Ebene“, erklärt der Wissenschaftler, unterstützt von seinem Apparat, der, wie es eine andere Filmfigur ausdrückt, „Gehirnwellen misst, die auf einer subatomaren Ebene den Körper nach dem Tod verlassen.”

Diese Idee ist nicht allzu weit von einer Theorie entfernt, die Quantenbewusstsein genannt wird, propagiert von etlichen Persönlichkeiten, vom Physiker Roger Penrose bis zum Arzt Deepak Chopra. Einige Varianten der Theorie behaupten, dass unser Geist nicht nur das Produkt unseres Gehirns ist, und dass Bewusstsein getrennt von Materie existiert, so dass der Tod unseres Körpers nicht das Ende unserer bewussten Existenz darstellt. Da dies das Thema meines nächsten Buches ist, Heavens on Earth: The Scientific Search for the Afterlife, Immortality, and Utopia [Himmel auf der Erde: Die wissenschaftliche Suche nach Leben nach dem Tod, Unsterblichkeit und Utopie] (Henry Holt, 2018), sprach der Film eine Reihe von Problemen an, die ich bei all diesen Konzepten festgestellt habe; wissenschaftliche wie religiöse.

Erstens, ist da die Annahme, dass unsere Identität in unseren Erinnerungen liegt, von denen man glaubt, dass sie fortwährend in unserem Gehirn aufgezeichnet werden: Wenn sie in einen Computer übertragen oder dupliziert und in einen wiederbelebten Körper oder eine Seele implantiert werden könnten, würden wir wiederhergestellt. Aber das ist nicht die Art, wie Erinnerung funktioniert. Erinnerung ist nicht wie ein Videorekorder, der die Vergangenheit auf einem Bildschirm in Ihrem Geist abspielen kann. Erinnerung ist ein fortwährend verarbeitet werdender und fließender Vorgang, der ganz und gar davon abhängt, dass die Nervenzellen in unserem Gehirn funktionieren. Gewiss, wenn Sie einschlafen und am nächsten Morgen erwachen, oder wenn Sie sich für eine Operation einer Narkose unterziehen und nach Stunden wieder zu sich kommen, kehren Ihre Erinnerungen zurück, wie sie das sogar nach sogenannter schwerer Hypothermie und Kreislaufstillstand tun. Bei dieser Prozedur wird das Gehirn eines Patienten bis auf 10 Grad Celsius abgekühlt, wodurch die elektrische Aktivität der Nervenzellen zum Stillstand kommt – und das lässt darauf schließen, dass Langzeit-Erinnerungen statisch gespeichert werden. Aber dies kann nicht geschehen, wenn Ihr Gehirn stirbt. Deshalb muss eine Reanimation auch so kurz nach einem Herzanfall oder Ertrinken ausgeführt werden: Wenn es dem Gehirn an sauerstoffreichem Blut mangelt, sterben die Neuronen zusammen mit den Erinnerungen, die in ihnen gespeichert sind.

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Warum Dawkins nicht Unrecht hat

Was die elementaren Frage – ob Evolution oder Schöpfung – angeht, kommt die Evolutionstheorie im Vergleich zur Schöpfung mit weniger Unbekannten aus. Langthaler vertritt mit Thomas von Aquin die Überzeugung, dass Schöpfung die Voraussetzung von Evolution sei. (vgl. S. 416) Die Position Langthalers zu bestimmen ist teils schwierig, wenn er sich (lediglich in einer Anmerkung!) mit K. Jaspers sehr aufgeklärt gibt, welcher Weltschöpfung durch Gott als Symbol und nicht als Wissen sieht.

Von Ockham

Langthaler versucht sich somit einen seriösen Anstrich zu verpassen. Er weist ausserdem auf Kreationistische Ansichten hin, die Lücken in den Erklärungen der „letzten Fragen“ mit Gott füllen. „Weder eine methodisch besonnene Naturwissenschaft, noch kritische Philosophie und auch keine ernsthafte Theologie würden sich bezüglich der offenen Fragen in eine „faule Vernunft“ hineinflüchten.“ (S. 498) Doch genau in diese faule Vernunft flüchtet sich Langthaler durch sein Festhalten an der Schöpfung.
Es gibt gute Gründe dafür, dass die moderne Kosmologie den Urknall oder das, was ihn erzeugt hat, letztlich nicht zu erklären vermag. Ein Schöpfungsglaube hilft da auch nicht weiter. (Quelle: Glaube und Denken: Jahrbuch der Karl-Heim-Gesellschaft. 26. Jahrgang 2013; Nichts, Urknall oder Gott?; Rüdiger Vaas; S. 65)
Langthalers Vorgehensweisen ist eine „Spielart“ des Kreationismus. Kreationisten stellen den Stand der Evolutionsbiologie systematisch falsch dar, zudem wird deren Wissenschaftlichkeit zu Unrecht in Frage gestellt: Langthaler verweist auf R. Spaemann, für den die moderne Naturwissenschaft ausschließlich Bedingungsforschung ist. (S. 73) Ebenso wird angemerkt, man solle Evolution als Bedingungsforschung genau nehmen. (vgl. S. 433) Paul Tillich vertritt z. B. die These, dass Gott unbedingt ist, aber das Unbedingte nicht Gott ist. Die Theologie versucht das Unbedingte zu retten, indem sie die Wissenschaft als Bedingungsforschung bezeichnet. Nietzsches Kritik am Unbedingten besagt, dass es nicht erkannt werden kann, sonst wäre es eben nicht unbedingt. (Quelle: Unbedingte, das; Historisches Wörterbuch der Philosophie; Joachim Ritter, Karlfried Gründer u. Gottfried Gabriel; Sonderdruck aus Band 11: U-V; S. 108-111)
Langthaler bezeichnet die Aussage von H. Mynarek: „Darwinismus und Neodarwinismus können nicht als Wissenschaft gelten, weil sie die grundlegenden Kriterien der Wissenschaft nicht erfüllen: Beobachtung, experimentelle Wiederholbarkeit /Reproduzierbarkeit, Überprüfbarkeit (Mynarek 2010, 118)“ als schwer nachvollziehbar. Er merkt dazu lediglich an, dass z. B. Papst Benedikt XVI. und Kardinal Schönborn der Evolutionstheorie als einer naturwissenschaftlichen Theorie näher stehen als Mynarek. (vgl. S. 284)
Der Aussage Mynareks kann ergänzend folgendes entgegnet werden:
Jüngere Autoren haben sich gegen die engen Grenzen der Erklärung (mittels kausaler Gesetze) von klassischen Wissenschaftsphilosophen gewandt. Auf vergangene evolutionäre Ereignisse lässt sich die experimentelle Methode nicht anwenden, daher konstruiert der Biologe eine historische Darstellung (historical narrative), indem er Rückschlüsse zieht: Der Biologe muß alle bekannten Tatsachen zu einem bestimmten Problem untersuchen, alle möglichen Folgen aus den rekonstruierten Faktorenkonstellationen erschließen und dann versuchen, ein Szenario zu entwickeln, das die beobachteten Tatsachen dieses besonderen Falles erklären würde. Natürlich kann man niemals kategorisch beweisen, daß eine historische Darstellung „wahr“ ist. (Quelle: Das ist Biologie, Ernst Mayr, 2000, vgl. S. 99)
Außerdem muss richtiggestellt werden, dass aus dem Mangel an Belegen zugunsten einer Theorie nicht geschlossen werden kann, sie sei falsch. Plausibel wäre es, positive Befunde gegen die Evolutionstheorie anzubringen. (Quelle: Evolution im Fadenkreuz des Kreationismus; Martin Neukamm; vgl. S. 306) Dies findet bei Langthaler allerdings nicht statt.

Offene Detailfragen über den Ablauf und die Triebkräfte der Evolution sind der Antrieb der Evolutionsforschung. Der Blick in die Wissenschaftsgeschichte zeigt, dass eine Haltung des Abwartens, gepaart mit Neugierde und begleitet mit der Zuversicht, dass Forschung in der Zukunft noch mehr Aufschluss geben werden, vernünftig ist. Zum Schreibstil des Buches ist anzumerken, dass es stellenweise aufgrund ellenlanger, komplizierter und verworrener Sätze schwer zu lesen ist. Die Fülle der Anmerkungen bremst den Lesefluss. Ein Stichwortverzeichnis fehlt.

Die Kritik Langthalers an der Schöpfungsvorstellung Dawkins ergibt sich vornehmlich durch den unpassenden deutschen Titel von Dawkins Buch „Die Schöpfungslüge“, welches im englischen Original den Titel „The Greatest Show on Earth: The Evidence for Evolution“ trägt. Über den deutschen Titel war Dawkins unglücklich, da sich das Buch ausdrücklich nicht gegen die Religion richten sollte.
Schöpfung sei kein „innerzeitlicher Vorgang“ und folglich auch nicht kosmologisch datierbar bzw. messbar. (vgl. S. 409) Weiter ist zu lesen: Die von J. Eccles gestellte Frage: „Liegt das Rätsel der Schöpfung für immer jenseits aller Erklärung?“ sei eindeutig mit Kant zu bejahen, der erklärt: „wo alles Naturgesetz aufhört auch aller Erklärung aufhören muss“. (vlg. S. 418) Dieser Schluss ist geschickt, denn dadurch scheint Schöpfung nicht angreifbar, da sie naturwissenschaftlich nicht „greifbar“ ist.

Es geht Langthaler darum herauszuarbeiten, wie theologische bzw. philosophische Ansätze zum Thema Vernunft, Bewusstsein, Moral, Schöpfung, Teleologie, Gottesbeweise, Offenbarung, Dreieinigkeit und Wunder „richtig“ zu verstehen sind. Weitere Themen sind Platons Essentialismus; das Gotteszentrum im Gehirn; Deszendenz-Theorie; Ignorabismus; Phänomenologie; Kausal- und Finalnexus; Positivismus; Naturalismus; Anthropisches Prinzip; Multiversentheorie; Urknalltheorie; Noma-Prinzip; Szientismus; Altruismus; Phänomenologie; das Nichts.

Richtig stellt Langthaler fest, dass mit der Memetik kulturelle Phänomene in biologische Begriffe gedeutet werden sollen. (vgl. S. 143)
M. E. Kronfeldner bringt es allerdings besser auf den Punkt: Dawkins hat betont (1982a: 112), dass der Wert der Analogie (Mem zu Gen) gar nicht in der Erklärung von Kultur liege. Die Analogie könne aber helfen, das Wirken der natürlichen Selektion (auf der Basis von Replikatoren) besser zu verstehen. Die Memtheorie bietet nichts Neues, um die damit verbundenen ontologischen Fragen über den Status der postulierten ideellen Einheiten zu klären, und tritt nicht als Alternative zu den detaillierten Erklärungen, wie soziales Lernen funktioniert, auf, und ist somit auch explanatorisch trivial. Entweder wird nichts weiter behauptet, als dass Menschen aus diesen oder jenen Gründen bzw. Ursachen bestimmte Meme übernehmen, oder die „survival of the fittest meme-„Erklärungen werden tautologisch, weil die Rolle des Geistes als selektive Umwelt ignoriert wird.
(Quelle: Meme, Meme, Meme: Darwins Erbe und die Kultur, M. E. Kronfeldner, vgl. S. 13 f.)

Langthaler wirft Dawkins vor, er gebe sich durch ein Zitat von A. Einstein religiös-metaphysisch begabt:
„Das Wissen um die Existenz des für uns Undurchdringlichen, der Manifestation tiefster Vernunft und leuchtendster Schönheit, die unserer Vernunft nur in Ihren primitivsten Formen zugänglich sind, dies Wissen und Fühlen macht wahre Religiosität aus; in diesem Sinne, und nur in diesem gehöre ich zu den tief religiösen Menschen“. (S. 472)
Einstein sagte auch: „Was Sie über meine religiösen Überzeugungen lesen ist natürlich eine Lüge, und zwar eine, die systematisch wiederholt wird. Ich glaube nicht an einen persönlichen Gott und habe das auch nie verhehlt, sondern immer klar zum Ausdruck gebracht.“ Das zweite Zitat Einsteins findet sich auch in Dawkins Buch „Der Gotteswahn“ (S. 27), was Langthaler verschweigt.
Einstein Antwortete dem Rabbiner Herbert S. Goldstein, dass er an Spinozas Gott glaube, der sich in der gesetzlichen Harmonie des Seienden offenbart. (Quelle 1, vgl. S. 31) Obgleich Einstein keine Mystik, keinen religiösen Kult und sogar keinen persönlichen Gott, der „sich mit den Schicksalen und Handlungen der Menschen abgibt“, anerkannte, wäre es ein Irrtum, ihn einen Atheisten zu nennen, wie es Kardinal O’Connell getan hat. (Quelle 1: Einstein und die Religion, Max Jammer, 1995, S. 54)

Des Weiteren verkenne Dawkins naturteleologische Betrachtungsperspektiven. (S. 502)
Die Zweckmäßigkeit natürlicher Organismen, Strukturen und Systeme kann die Biologie auch erklären, ohne auf zwecksetzende Instanzen zurückgreifen zu müssen.
Da im Naturalismus alles mit rechten Dingen zugeht, sei eine teleologische Konzeption sogar notwendig. (S. 190) Damit bläst Langthaler in dasselbe Horn wie Thomas Nagel, wenn er auf dessen kontrovers diskutiertes Buch „Geist und Kosmos“ hinweist. Nagel versucht dem Kosmos Zielgerichtetheit zu unterstellen, die er gar nicht besitzt. (Quelle: Geist und Kosmos, vgl. S. 176)

Dass laut Kant Moral unumgänglich zu Gott führe, muss allerdings auch von der anderen Seite aus betrachtet werden. (S. 332) Überzeugungen können leicht als „Brandbeschleuniger“ in einen fanatischen Idealismus ausarten. Hierbei werden Menschen von hehren Idealen motiviert, böse Taten zu begehen, um die Welt vermeintlich zu verbessern, weil Gott „das Gute“ angeblich befiehlt. Beispiel hierfür sind die Kreuzzüge oder der Deißigjährige Krieg (es darf nicht außer Acht gelassen werden, dass es in vielen Kriegen um Macht, Einfluss, Reichtum, Bodenschätze oder um territoriale Kämpfe geht). Trotzdem hat sich Religion als Kraft erwiesen, die Menschen außerordentlich gut zu spalten und gegeneinander aufzubringen. (Quelle: Vom Bösen; Roy F. Baumeister; S. 203 ff.)

Anscheinend hält Langthaler nicht viel von einer evolutionären Ethik, wenn er schreibt, eine Ethik ließe sich nicht aus der Evolution ableiten. (S. 124)
Die evolutionäre Ethik bietet einen fruchtbaren und humanen Ansatz zum Verständnis moralischen Verhaltens von Menschen. Bei der komplizierten Frage, inwieweit bestimmte Verhaltensstrukturen genetisch oder kulturell bedingt sind, ist große Sorgfalt geboten. (Quelle: Potential und Grenzen einer evolutionären Ethik; Eckart Arnold)
Obgleich es keine eigenständige evolutionäre Ethik geben kann, ist eine Auseinandersetzung mit ihr dennoch sinnvoll, weil sie zu der grundlegenden Frage führt, inwiefern organische Evolution und kulturelle Geschichte Gemeinsamkeiten besitzen. (Quelle: Unmöglichkeit einer Evolutionären Ethik und die Möglichkeit einer Historischen Ethik; Werner Loh)

Langthaler argumentiert mit Dostojewski: „Wenn Gott nicht existiert, ist alles erlaubt.“ (S. 352) Dieses Argument wird von dem Historiker Lukas Mihr in seinem Artikel „Ohne Gott ist alles erlaubt? – Zahlen“ entkräftet bzw. relativiert.

Zum Theodizeeproblem (warum es Leid gibt, wenn Gott doch allgütig, allmächtig und allwissend sein soll) unterliegt Langthaler einem Zirkelschluss: „Wie Hiob wissen wir die Antwort auf Leid nicht, wir haben nur eine Antwort bekommen, die Gott selber gegeben hat.“ (S. 290) Programm ist auch, von dem Problem abzulenken: „Niemand wird das Theodizee-Problem übersehen, wegreden oder theologisch glätten wollen, aber für Mem-Gesteuerte ‚Überlebensmaschinen‘ gibt es diese Probleme ohnehin nicht.“ (S. 290) Es wäre eine intellektuelle Zumutung auf das Theodizeeproblem eine Antwort geben zu wollen. So kommt es nicht von ungefähr, wenn Langthaler am „Fels des Atheismus“ vorbei schippert, um nicht Schiffbruch zu erleiden.
Er hätte sich viel Empörung sparen können, wenn er den Ausdruck Überlebensmaschine statt moralisch wertend als Metapher (aus der Sicht eines Gens) verstanden hätte.

Langthaler argumentiert mit Max Planck, nach dem sich Religion und Naturwissenschaft nicht ausschlössen, sondern einander sogar ergänzen und bedingen würden. (S. 274)
Vom Liberalitätsgrad der betrachteten Einzelreligion hängt es ab, wie die Kompetenzabgrenzung aussieht bzw. welche und wie viele Konflikte mit dem Bestand wohl bestätigter wissenschaftlicher Erkenntnis bestehen. Selbst religiöse Wissenschaftler wissen, dass die Wissenschaft naturalistisch ist. Mit dem Glauben an Übernatürliches ist Beliebiges möglich, deshalb halten sie ihren Glauben lieber aus der Wissenschaft heraus. Wer als Minimalannahme einen weltimmanenten Naturalismus akzeptiert, die Vorstellung von einer Übernatur aber trotzdem nicht aufgeben will, dem bleibt nur noch ein philosophischer Deismus übrig. (Quelle: Über die Natur der Dinge; Mario Bunge; Martin Mahner; vgl. S. 220, S. 225, S. 226) Der Deismus bringt das Göttliche mit dem Ursprung des Universums in Verbindung, ein weiteres Eingreifen Gottes wird jedoch bestritten.

Leibniz Frage, warum überhaupt etwas ist und nicht vielmehr nichts, könne nicht als naturwissenschaftlich zu beantwortende Frage gelten. (S. 387) Der kritische Rationalismus ersetzt den Abbruch das Rückschreitens ins Unendliche (infiniter Regress) mittels Dogma durch eine Hypothese, die so lange vertreten wird, bis man etwas besseres weiss. (Quelle: Scilog; Warum ist eigentlich etwas und nicht einfach nichts?; J. Honerkamp)

Langthaler wirft Dawkins die intellektuelle und kulturelle Zerstörung der Religion vor. Es sei eine unerfreuliche Eigenschaft, die er mit anderen Fundamentalisten teile. (S. 454) Dieses Ressentiment zeigt Langthalers Ohnmacht. Überdies ist der Fundamentalismusvorwurf hier wenig hilfreich, da der Begriff aufgrund seiner definitorischen Bedeutung am Ziel vorbei geht. (Quelle: Neuer Atheismus wissenschaftlich betrachtet; S. 28; Albert J.J. Anglberger; Paul Weingartner)

Islam spielt bei Radikalisierung größere Rolle als angenommen

Ein islamischer Theologe hat untersucht, wie Radikalisierung von Muslimen in Europa mit ihrer Kenntnis der eigenen Religion zusammenhängt. Die weit verbreitete Ansicht, radikale Muslime wüssten nur wenig vom Islam, ist falsch.

DIE WELT

Die islamische Lehre spielt einer Studie zufolge bei der Radikalisierung junger Muslime in Europa eine größere Rolle als vielfach angenommen. Frust und Mangel an beruflichen Perspektiven allein seien jedenfalls kein Motiv für die Wandlung vom Muslim zum Islamisten, heißt es in der Studie des an der Universität Wien tätigen islamischen Theologen Ednan Aslan, aus der die Zeitung „Die Tagespost“ am Mittwoch zitierte.

Die weit verbreitete Ansicht, radikale Muslime hätten meist nur eine geringe Kenntnis ihrer Religion, habe sich nicht bestätigt, heißt es in der am Dienstag veröffentlichten, 310 Seiten umfassenden Untersuchung. Ihr liegen 29 biografische Interviews mit straffälligen Muslimen in Österreich zugrunde.

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Der Deutschland-Verdreher

Cezary Gmyz, hier vor seiner Berliner Wohnung, prägt das Bild der Bundesrepublik in Polen © Hannes Jung für DIE ZEIT
Cezary Gmyz berichtet für das polnische Fernsehen aus Berlin. Seinen Landsleuten präsentiert er eine mordsgefährliche Gegend zwischen Islamismus und Gender-Wahn.

Von Philipp Fritz | ZEIT ONLINE

Der Korrespondent berichtet: Einbruch und Mord grassieren; Christen können sich in muslimisch geprägten Nachbarschaften nicht frei bewegen; ohnehin sorge der Staat sich nicht ausreichend um seine christliche Bevölkerung, er verbanne vielmehr Kreuze aus dem öffentlichen Raum und fördere die Aufhebung von Geschlechtergrenzen. Das Land, um das es geht, ist Deutschland. Der Mann, der so spricht, ist Cezary Gmyz, seit September 2016 Korrespondent des polnischen öffentlich-rechtlichen Fernsehens in Berlin.

Verließe man sich lediglich auf ihn, man müsste glauben, man könne sich seines Lebens hierzulande nicht sicher sein, zwischen Flensburg und dem Bodensee sei ein Kalifat errichtet worden, in dem Islamisten zusammen mit gutgläubigen, dem „Gender-Wahn“ verfallenen Biodeutschen Vielweiberei betreiben.

Gmyz ist einer der bekanntesten Journalisten Polens, seine Kommentare sind Aufreger, er ist regelmäßig in Talkshows zu Gast, hat einen guten Draht zur nationalkonservativen Elite des Landes und mehr als 70.000 Follower auf Twitter. Bekannt wurde er als Investigativreporter. Seinen letzten Scoop landete er mit dem Artikel Sprengstoff auf dem Wrack der Tupolew, erschienen am 30. Oktober 2012 in der Zeitung Rzeczpospolita.Darin behauptete er, dass Sprengstoffrückstände auf Teilen der am 10. April 2010 über dem russischen Smolensk verunglückten polnischen Präsidentenmaschine gefunden worden seien, ohne seine Quellen zu nennen. Er befeuerte damit Verschwörungstheorien um einen russischen Plot gegen die polnische Elite, eine These, die bis heute die Gesellschaft spaltet.

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Das liberale Märchen aus 1001 Nacht über die Nikab

Bild: RDF
Liberale Stimmen halten ein Burka-Verbot nicht für vereinbar mit den individuellen Grundrechten der freien Religionsausübung, der Selbstbestimmung der Frauen und einer freien Kleiderordnung.

Von Kacem El Ghazzali | Richard-Dawkins-Foundation

Dabei sitzen sie allerdings den Märchen aus tausendundeiner Nacht über den Niqab auf. Tatsache ist: Ein Verbot der Vollverschleierung reicht bei Weitem nicht.

Eines der einprägsamsten Bilder des Jahres 2016 war das der Frauen von Manbij. Nachdem sie zwei Jahre unter der Tyrannei des Islamischen Staates leben mussten, konnten es die letzten verbliebenen Bewohner der nordsyrischen Stadt Manbij kaum glauben, als endlich die von den USA unterstützten Kräfte eintrafen, um sie zu retten: Frauen, Männer und Kinder drängten auf die Straßen und feierten die Befreiung ihrer Region vom Islamischen Staat. Dabei verbreiteten sich in den sozialen Netzwerken rasch Videos, die zeigten, wie muslimische Frauen ihre Burkas und Niqabs verbrannten und Männer demonstrativ ihre Bärte abrasierten.

Die mutigen Frauen von Manbij haben mit dem Verbrennen ihrer Niqabs nicht nur ein Symbol zerstört, unter welchem sie die letzten zwei Jahre zu leben gezwungen waren, sondern sie haben damit zugleich auch die meisten Argumente verbrannt, die behaupten, dass Muslimas die Niqabs freiwillig tragen würden. Argumente notabene, die nicht selten bei vielen westlichen Liberalen und Feministinnen zu finden sind.

Dabei ist eines klar: Der Niqab ist nicht nur ein Symbol der Unterdrückung und Ungleichheit zwischen den Geschlechtern, sondern auch ein von Islamisten weltweit gezielt eingesetztes Instrument, um ihre fundamentalistische, ideologische und politische Agenda durchzusetzen. Verschleierte Frauen sind in diesem patriarchalischen Weltbild somit immer auch Ausdruck des islamistischen Einflusses auf die staatliche Macht und ihrer Kontrolle der politischen, sozialen und individuellen Freiheit.

Vom Iran bis zu den Islamisten in Algerien gilt das unverhüllte weibliche Haar als Sünde

So führte etwa im Jahr 1983, vier Jahre nach der iranischen Revolution und der Gründung der Islamischen Republik, Ayatollah Ruhollah Khomeini ein Verbot für Frauen ein, ihre Haare und die Form ihres Körpers zu zeigen. Seither schlägt, verhaftet und sperrt das iranische Regime Frauen ein, wenn sie nicht ordnungsgemäß gekleidet sind. Übrigens sind auch westliche Frauen gezwungen, ihre Haare zu bedecken, wenn sie den Iran besuchen. Prominentestes Beispiel hierzulande ist die ehemalige sozialdemokratische Außenministerin Micheline Calmy-Rey, die 2008 den Machthabern in Teheran verschleiert ihre Aufwartung machte.

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Schiff von deutscher NGO in Italien beschlagnahmt

Polizei: Verdacht auf Beihilfe zur illegalen Migration – „Jugend Rettet“ spricht von Routinekontrolle 

derStandard.at

Die Staatsanwaltschaft der sizilianischen Stadt Trapani hat das zur Seenotrettung von Flüchtlingen im Mittelmeer eingesetzte Schiff der deutschen Nichtregierungsorganisation „Jugend Rettet“ am Mittwoch beschlagnahmt. Die „Iuventa“ sei wegen des Verdachts der Beihilfe zur illegalen Migration beschlagnahmt worden, teilte die Polizei mit. Demnach wurde das Schiff vor der Insel Lampedusa festgesetzt.

Die Besatzung des Schiffes mit niederländischer Flagge wurde von der Polizei befragt. An Bord befanden sich 16 Crewmitglieder. Bei den Ermittlungen, die bereits im April aufgenommen wurden, gehe es um mögliche direkte Beziehungen zwischen Crewmitgliedern und mutmaßlichen Schleppern, berichteten italienische Medien. Der Verdacht sei von abgehörten Telefongesprächen ausgegangen. Die Staatsanwaltschaft wollte den Medienbericht am Mittwoch nicht kommentieren.

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Wacken-Open-Air startet mit Metal-Church-Gottesdienst

Mit einem „Metal-Church“-Gottesdienst wird am 2. August das weltgrößte Heavy-Metal-Festival im schleswig-holsteinischen Wacken eingeläutet.

EKD

Die abendliche Eröffnungsandacht um 18.30 Uhr in der evangelischen Heiligen-Geist-Kirche wird von Pastorin Petra Judith Schneider und dem evangelischen Kirchenchor „Open up Wide“ aus dem badischen Waghäusel gestaltet. Im Mittelpunkt des Gottesdienstes steht der Song „Break out“ der Metal-Band „Aeverium“, der zum Ausbruch aus dem dunklen Alltag und aus Verzweiflung aufruft.

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US Scientists Just Confirmed They’ve Genetically Modified Human Embryos

Image: Ben Edwards/Getty Images
The researchers want to move onto clinical trials in humans and “monitor the birth of children.“

By Kate Lunau | MOTHERBOARD

On Wednesday, scientists confirmed widely circulating reports that they’d genetically modified human embryos in a US lab—and said that, after more research and ethical debate, they hope to begin clinical trials. That would mean „transplanting some of these embryos with the goal of establishing pregnancy and monitoring the birth of children,“ lead author Shoukhrat Mitalipov of Oregon Health and Science University told reporters.

A clinical trial like this wouldn’t be possible right now in the US, where there are rules in place restricting embryo editing. But that doesn’t mean it couldn’t be done elsewhere. If the US won’t allow trials to proceed, „we would be supportive of moving this technology to different countries,“ said Mitalipov.

Although Mitalipov was careful to talk about this work in terms of genetic „correction,“ not „enhancement,“ we are on the road towards a time where it’ll be possible to make genetically engineered humans, giving us the ability to stamp out specific inheritable diseases and wield incredible power over our genome. Ethicists are concerned we are racing towards a future we aren’t prepared for, with risks we don’t understand.

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Polnische Regierungspolitiker fordern von Deutschland Reparationen

1953 hatte Polen auf weitere Reparationszahlungen aus Deutschland verzichtet. Politiker in Warschau wollen davon nichts mehr wissen – und Berlin zur Kasse bitten.

SpON

Mehr als 72 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs gibt es in Polen wieder Forderungen nach Reparationszahlungen aus Deutschland. Der wissenschaftliche Dienst des Sejm soll entsprechende Möglichkeiten in den kommenden Tagen prüfen, sagte der Abgeordnete Arkadiusz Mularczyk von der Regierungspartei Recht und Gerechtigkeit (PiS).

Unter dem damaligen Warschauer Bürgermeister Lech Kaczynski, dem verstorbenen Bruder des jetzigen PiS-Vorsitzenden Jaroslaw Kaczynski, waren die Kriegsschäden allein für die Hauptstadt auf 45,3 Milliarden US-Dollar beziffert worden. „Es ist nicht wahr, dass Polen auf Reparationen verzichtet hat, die uns aus Deutschland zustehen“, sagte Verteidigungsminister Antoni Macierewicz im Sender TVP Info.

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Luther für alle?

links: Bildnis von Gewalt gegen Juden entstanden 1250 ;rechts: „Von den Juden und ihren Lügen“: mit dieser Schrift begann Martin Luthers Serie judenfeindlicher Schriften von 1543. Bild: zu-Daily.de
Viele Schauen zum Reformationsjubiläum besuchen weniger Leute als erwartet, doch die Landesausstellung ist schon jetzt ein Erfolg. Vielleicht weil die Macher einen breiteren Zugang zum Thema wählten

Von Hans Kratzer | Süddeutsche.de

Während das Lutherjahr 2017 vielerorts in Deutschland schleppend verläuft, herrscht in Coburg Zufriedenheit. Die auf der Veste und in der Kirche St. Moriz präsentierte Landesausstellung „Ritter, Bauern, Lutheraner“ erweist sich wie schon die vorherigen Landesausstellungen als Publikumsmagnet. „Vor der Halbzeit der Ausstellung zählen wir bereits 55 000 Besuche auf der Veste und 35 000 in der Kirche St. Moriz“, sagt Projektleiter Peter Wolf. Dem stellvertretenden Direktor des Hauses der Bayerischen Geschichte bereiten diese Zahlen sichtlich Freude. „Das übertrifft unsere Erwartungen.“

Viele andere Luther-Ausstellungen finden bei Weitem weniger Zuspruch, die Veranstalter sind enttäuscht. „Luther – kein Sommermärchen“, titelte dementsprechend die Frankfurter Rundschau. Auch bei der „Weltausstellung Reformation“, die sich in Thüringen durch die Lutherstadt Wittenberg zieht, blieben die Besucherzahlen weit hinter den Erwartungen zurück. Zur Eröffnung rechnete man mit 500 000 zahlenden Besuchern. Ende Juni waren aber erst 40 000 Einzelkarten verkauft. Jetzt aber liege man mit den Zahlen im Plan, sagt Ulrich Schneider, der Geschäftsführer des veranstaltenden Vereins.

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At Hamas summer camp, kids ‘liberate’ Temple Mount, ‘kill’ Israeli troops

Children take part in a reenactment of the Temple Mount crisis during a Hamas summer camp in the Gaza Strip in July 2017. (Screen capture: MEMRI)
In a play, children pretend to shoot ‘Zionist pigs’ dead for their ‘defilement’ of the holy compound in Jerusalem

BY TIMES OF ISRAEL STAFF

Children at a Hamas summer camp staged a reenactment of the recent tensions at the Temple Mount in Jerusalem, with kids dressed up as Hamas fighters pretending to storm the compound and “liberate” the holy site.

Footage of last month’s graduation ceremony, which was translated Tuesday by the Middle East Media Research Institute, shows a group of children dressed up as Muslim worshipers confronting kids in Israeli Border Police costumes guarding metal detectors at the Mount, yelling, “We want to pray in the Al-Aqsa Mosque.”

When the “worshipers” refuse an order to leave the Mount by the kids playing border guards, the “officers” aim their guns at the group and drive them away from the metal detectors, forcing them to hold prayers outside the site.

At the conclusion of the prayers, several of the children stand up and declare, “We want to liberate Al-Aqsa,” and one of them pretends to stab one of the kids playing Border Police officers.

The rest of the group proceeds to pelt the border policemen with rocks to chants of “Allahu Akbar,” and the officers open fire. The play’s narrator announces that “one martyr has fallen while carrying out a stabbing operation” after “killing one of the Zionist pigs.”

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