Das liberale Märchen aus 1001 Nacht über die Nikab


Bild: RDF
Liberale Stimmen halten ein Burka-Verbot nicht für vereinbar mit den individuellen Grundrechten der freien Religionsausübung, der Selbstbestimmung der Frauen und einer freien Kleiderordnung.

Von Kacem El Ghazzali | Richard-Dawkins-Foundation

Dabei sitzen sie allerdings den Märchen aus tausendundeiner Nacht über den Niqab auf. Tatsache ist: Ein Verbot der Vollverschleierung reicht bei Weitem nicht.

Eines der einprägsamsten Bilder des Jahres 2016 war das der Frauen von Manbij. Nachdem sie zwei Jahre unter der Tyrannei des Islamischen Staates leben mussten, konnten es die letzten verbliebenen Bewohner der nordsyrischen Stadt Manbij kaum glauben, als endlich die von den USA unterstützten Kräfte eintrafen, um sie zu retten: Frauen, Männer und Kinder drängten auf die Straßen und feierten die Befreiung ihrer Region vom Islamischen Staat. Dabei verbreiteten sich in den sozialen Netzwerken rasch Videos, die zeigten, wie muslimische Frauen ihre Burkas und Niqabs verbrannten und Männer demonstrativ ihre Bärte abrasierten.

Die mutigen Frauen von Manbij haben mit dem Verbrennen ihrer Niqabs nicht nur ein Symbol zerstört, unter welchem sie die letzten zwei Jahre zu leben gezwungen waren, sondern sie haben damit zugleich auch die meisten Argumente verbrannt, die behaupten, dass Muslimas die Niqabs freiwillig tragen würden. Argumente notabene, die nicht selten bei vielen westlichen Liberalen und Feministinnen zu finden sind.

Dabei ist eines klar: Der Niqab ist nicht nur ein Symbol der Unterdrückung und Ungleichheit zwischen den Geschlechtern, sondern auch ein von Islamisten weltweit gezielt eingesetztes Instrument, um ihre fundamentalistische, ideologische und politische Agenda durchzusetzen. Verschleierte Frauen sind in diesem patriarchalischen Weltbild somit immer auch Ausdruck des islamistischen Einflusses auf die staatliche Macht und ihrer Kontrolle der politischen, sozialen und individuellen Freiheit.

Vom Iran bis zu den Islamisten in Algerien gilt das unverhüllte weibliche Haar als Sünde

So führte etwa im Jahr 1983, vier Jahre nach der iranischen Revolution und der Gründung der Islamischen Republik, Ayatollah Ruhollah Khomeini ein Verbot für Frauen ein, ihre Haare und die Form ihres Körpers zu zeigen. Seither schlägt, verhaftet und sperrt das iranische Regime Frauen ein, wenn sie nicht ordnungsgemäß gekleidet sind. Übrigens sind auch westliche Frauen gezwungen, ihre Haare zu bedecken, wenn sie den Iran besuchen. Prominentestes Beispiel hierzulande ist die ehemalige sozialdemokratische Außenministerin Micheline Calmy-Rey, die 2008 den Machthabern in Teheran verschleiert ihre Aufwartung machte.

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