Die Erde ist eine Scheibe, und der Rand wird schwer bewacht

Optische Täuschung? Die Erde ist nicht rund, sondern eine Scheibe, behaupten die „Flat Earther“ und führen den Blick aus dem Flugzeug an Quelle: Getty Images
In Zeiten, in denen ein US-Präsident wissenschaftliche Erkenntnisse ignoriert, erleben die „Flat Earther“ einen Boom. Das klingt nach Satire, aber die Anhänger meinen es ernst. Millionen Menschen fühlen sich angezogen.

Von Michael Remke | DIE WELT

Die Erde ist keine Scheibe. Sie ist rund, ein Planet. Sie dreht sich um die eigene Achse und bewegt sich auf einer elliptischen Bahn um die Sonne. Kinder lernen das schon früh in der Schule. Dass die Erde eine kugelförmige Gestalt haben muss, war bereits in der Antike die herrschende Gelehrtenmeinung. Seit 300 vor Christus zweifelte unter den Gebildeten niemand daran. Und es ist eine Legende, dass die Christen im Mittelalter an eine Erdscheibe geglaubt haben.

Doch in Zeiten, in denen ein US-Präsident wissenschaftliche Erkenntnisse infrage stellt und den Klimawandel als „Fake News“ bezeichnet, hat nun eine Gruppe besonders großen Zulauf, die diese Tatsache offenbar ernsthaft infrage stellt. Die „Flat Earther“ vertreten die Meinung, die Erde sei flach wie eine Scheibe und berufen sich dabei auf eine Theorie des britischen Autoren Samuel Rowbotham. Der hatte im 19. Jahrhundert in einem Buch die Behauptung aufgestellt, dass die Erde keine Kugel sei. Nach Rowbotham bilde der Nordpol das Zentrum der Welt, die Antarktika die Ränder. Sie verhindere mit riesigen Eiswänden, dass Schiffe und Menschen am Ende des Horizonts von der Erde fallen.

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Dodo Lütz: „Auch wer gesund stirbt, ist definitiv tot“

„Gott“-Autor Lütz signiert (CC-by-nc-sa/3.0 by Kuro Sawai)

„Ob Beten zum längeren oder zum kürzeren Leben führt, ist völlig egal“, sagt der Theologe und Psychiater Manfred Lütz: Gesundheit ist keine Religion. Im Christentum komme es auf etwas ganz anderes an.

katholisch.de

Der katholische Theologe und Psychiater Manfred Lütz hält nichts von Studien, wonach religiöse und betende Menschen länger leben. „Ehrlich gesagt, ich finde das ziemlichen Schwachsinn“, sagte er am Donnerstag dem Kölner domradio. „Stellen Sie sich vor, bei der Studie wäre heraus gekommen, wer betet, lebt kürzer. Würden Sie dann nicht mehr beten?“

Lütz warnte davor, auf diesen Trend der „Gesundheit als Religion“ hereinzufallen. „Viele Menschen glauben heute nicht mehr an den lieben Gott, sondern an die Gesundheit“, so der Buchautor. „Früher fastete man, fuhr auf Wallfahrten und betete für den Glauben. Heute tut man das für die Gesundheit.“ Es gebe Menschen, die nur noch vorbeugend lebten und dann gesund sterben. „Aber auch wer gesund stirbt, ist definitiv tot.“

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Erste der letzten Kennedy-Akten freigegeben

Seit einigen Tagen veröffentlichen die USA erste Akten aus dem JFK-Material, das spätestens zum 26.10.2017 vollständig freigegeben werden muss. Bislang spektakulärster Fund ist die Tatsache, dass der Bürgermeister von Dallas höchstpersönlich CIA-Agent gewesen war – und dass diese Information ein halbes Jahrhundert lang als geheimhaltungsbedürftig eingestuft wurde.

Von Markus Kompa | TELEPOLIS

Earle Cabell (1906-1975) stammte über zehn Vorfahren von der legendären Indianerin Pocahontas ab. Bereits Cabells Vater und Großvater hatten jeweils in Dallas das Bürgermeisteramt ausgeübt. Cabell versuchte sich zunächst als Unternehmer und Investmentbanker. Zu seinen Freunden gehörte der ultrarechte Ölbaron Jack Chrichton. Dieser war ein politischer Weggefährte von George Herbert Walker Bush, dem Sohn des Unternehmers und „Geheimdienstkontrolleurs“ Prescott Sheldon Busch – einem engen persönlichen Freund von CIA-Chef Allen Dulles (Die magische Kugel des Allen Dulles).

Wie nun bekannt ist, wurde seit 1956 Earle Cabell als CIA-Agent geführt. In seiner Eigenschaft als Unternehmer hätte er Informationen liefern oder Tarnung für CIA-Operationen bieten können, wie dies damals viele patriotische Industrielle etwa aus der Dulles-Clique taten. 1961 setzte Charles Cabell die Familientradition fort und wurde ebenfalls Bürgermeister von Dallas.

Seine Verbindung zur CIA war jedoch noch enger: Cabells Bruder Charles, der im Zweiten Weltkrieg beim Militär Karriere machte, hatte es zum Vizedirektor der CIA gebracht. Die damalige Führung der CIA hatte ein elitäres Selbstverständnis, Dulles sah sich sogar über dem Präsidenten. Folgereichtig betrog Dulles Roosevelt, Truman, Eisenhower und Kennedy, um im Ausland die Interessen der Wallstreet durchzusetzen und hintertrieb mehrmals deren Politik.

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Erdogan-Regime nimmt Bildungszentrum in Mainz ins Visier

Das Akademische Bildungszentrum in der Rhabanusstraße. Bild: hbz/Kristina Schäfer
Der türkische Staat nimmt das Akademische Bildungs-Centrum in der Neustadt ins Visier. Mitglieder des Zentrums berichten, dass sie vom türkischen Generalkonsulat in Mainz schikaniert werden. Einem Mitglied soll dort der türkische Personalausweis abgenommen worden sein.

Von Jonas Herrmann | Allgemeine Zeitung

Das Akademische Bildungs-Centrum in der Rhabanusstraße steht der Gülen-Bewegung nahe. Die macht der türkische Präsident Erdogan für den Umsturzversuch in der Türkei verantwortlich und geht hart gegen ihre Anhänger vor.

Druck aus der Türkei“

„Wir waren früher eine Marke in Mainz, wenn es um Bildung ging“, sagt der türkische Vorstand des Zentrumsvereins, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen will. Er hat Angst um seine vier Kinder. „Religion hat damals keinen interessiert“, sagt er über die Blütezeit des Bildungszentrums, „doch vor zweieinhalb Jahren hat es dann angefangen“. Damals begann der langsame Wandel der Türkei von einer Demokratie zu einem autoritären Staat. Davor hatte das Bildungszentrum bis zu 150 Nachhilfeschüler, heute kommen kaum noch Kinder zur Nachhilfe. „Die Eltern haben Angst, wegen des Drucks aus der Türkei“, sagt der Vorstand.

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Österreich: Acht Prozent der Bevölkerung sind Muslime

foto: apa/herbert neubauer Seit 2001 hat sich der Anteil der Muslimen an der österreichischen Bevölkerung von vier auf acht Prozent verdoppelt. Hier ein Bild aus dem Islamischen Zentrum Wien 2013 anlässlich des Tages der offenen Moschee.
Der Anteil hat sich demnach seit der Volkszählung 2001 verdoppelt

derStandard.at

Eine Studie des Vienna Institute of Demography bestätigt den Anstieg der Muslime in Österreich. Demnach gibt es derzeit rund 700.000 Menschen, die sich zum islamischen Glauben bekennen. Seit der letzten Volkszählung 2001 hat sich deren Anteil von vier auf acht Prozent verdoppelt. Weiterhin stärkste Religionsgemeinschaft ist die römisch-katholische Kirche, die trotz Rückgangs 64 Prozent ausmacht.

Unter dem Titel „Demographie und Religion in Österreich“ hat ein Team um Anne Goujon vom Vienna Institute of Demography der Österreichischen Akademie der Wissenschaften die gegenwärtige religiöse Zusammensetzung der österreichischen Bevölkerung sowie mögliche zukünftige Entwicklungen analysiert und die Ergebnisse als Working Paper zur Verfügung gestellt. Die Erstellung der Studie wurde durch den Österreichischen Integrationsfonds (ÖIF) unterstützt.

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Physiker erzeugen schnellste Wirbel des Universums

Das Quark-Gluon-Plasma ist nicht nur die flkssigste Flüssigkeit des Kosmos, sie kann auch schneller rotieren als alles andere. © CERN
Neuer Rekord für die kosmische Ursuppe: Das Quark-Gluon-Plasma ist nicht nur die flüssigste Flüssigkeit des Universums, es rotiert auch schneller als alle bekannten Medien. Kollisionen in Teilchenbeschleunigern enthüllen, dass dieses kurzlebige und extrem heiße Plasma sich zehn Trilliarden Mal in der Sekunde drehen kann – eine solche Wirbelstärke wurde noch bei keinem anderen Fluid gemessen, wie die Forscher im Fachmagazin „Nature“ berichten.

scinexx

Das Quark-Gluon-Plasma war gewissermaßen die „Ursuppe“ des Kosmos: Wenige Millionstel Sekunden nach dem Urknall bewegten sich in ihm Quarks und Gluonen noch frei umher. Erst als das Universum abkühlte, lagerten sie sich zu Protonen, Neutronen und anderen Materiebausteinen zusammen. In Teilchenbeschleunigern wie dem Large Hadron Collider (LHC) am CERN oder dem Relativistic Heavy Ion Collider (RHIC) in Brookhaven lässt sich diese kosmische Ursuppe für wenige Sekundenbruchteile auch heute noch erzeugen.

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Der „Kronprinz des Terrors“ ist auf Rache aus

2001 tauchte Hamsa Bin Laden (l.) als Zwölfjähriger in einem Video auf, in dem er mit den Trümmern eines zerstörten US-Hubschraubers spielt Quelle: REUTERS/Al-Jazeera TV/Handout .
Seit Jahren steht die Terrorgruppe al-Qaida im Schatten der IS-Miliz. Der Sohn Osama Bin Ladens will das ändern – und das einst gefürchtete Netzwerk zu alter Stärke führen. Sicherheitsbehörden sind alarmiert.

Von Alfred Hackensberger | DIE WELT

Es sind die bekannten, abgedroschenen Dschihadisten-Phrasen. „Rache für die Kinder Syriens, Rache für die Witwen der Palästinenser und die Waisenkinder von Afghanistan“, so heißt es in einem aktuellen Internetvideo der Terrorgruppe al-Qaida. Schon seit vielen Jahren werden diese Propagandaformeln von radikalen Islamisten gebetsmühlenartig abgespult.

Alles beim Alten, könnte man sagen, aber trotzdem: Internationale Sicherheitsbehörden nehmen die Drohungen so ernst wie selten zuvor. Denn das simple Einmaleins des Dschihad stammt von Hamsa Bin Laden. Er war der Lieblingssohn von Osama Bin Laden, dem ehemaligen Führer al-Qaidas, der den Anschlag auf das World Trade Center 2001 plante und zehn Jahre später von einem Kommando der US-Navy-Seals in seinem pakistanischen Versteck erschossen wurde.

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Türkische Satire: Das Ende des Humors

Bild: heise.de/tp
Im Gespräch mit der in Istanbul lebenden Journalistin Sabine Küper-Büsch über ihre Ausstellung türkischer Satire und über die Lage vor Ort

Von Gerrit Wustmann | TELEPOLIS

Seit Anfang der Neunziger lebt die deutsche Journalistin Sabine Küper-Büsch in Istanbul. Sie arbeitet gemeinsam mit ihrem Mann Thomas Büsch als Dokumentarfilmerin und portraitiert immer wieder für deutsche Medien die Situation in der Türkei, aber auch in angrenzenden Ländern. Nun hat sie unter dem Titel „Schluss mit Lustig. Aktelle Satire aus der Türkei“ 46 Karikaturisten und Comiczeichner in einem Buch versammelt und zeigt die letzte noch halbwegs freie Bastion der türkischen Medienwelt. Doch auch die großen Satiremagazine Uykusuz und LeMan stehen zunehmend unter Druck. Bis zum 27. August sind die Arbeiten außerdem in der Caricatura Galerie in Kassel zu sehen. Im Gespräch mit Telepolis gibt Küper-Büsch Einblicke in die lange türkische Satiretradition und die Probleme, mit denen humorvolle Gesellschaftskritik in der heutigen Türkei zu kämpfen hat.

Nicht nur in der politischen Lage, sondern auch in den Karikaturen findet man viele Parallelen zur Zeit nach dem Putsch von 1980. Inwiefern ist die damalige Phase mit heute vergleichbar?
Sabine Küper-Büsch: Der Putsch von 1980 war von starken Unruhen in den politischen Lagern begleitet. Die Linke und die Rechte bekriegten sich, es gab innen- und außenpolitische Interessenskonflikte. Viele der damaligen Eskalationen waren vom türkischen Staat selbst gesteuert und auch die USA hatten sich eingemischt. Es wurde eine Destabilisierung hervorgerufen, die als Begründung dafür herhielt, vehement gegen die vermeintlich Schuldigen vorzugehen.
Die Strafverfolgung war noch extremer als heute, Menschen wurden hingerichtet. Die Militärregierung entrechtete mit Notstandsgesetzen die Justiz, ähnlich wie heute. Bis jetzt ist unklar, was bei dem Putschversuch von 2016 eigentlich genau passiert ist, aber die staatliche Legende ist zementiert. Damals trat das Militär als Stabilitätsgarant auf, heute ist es die Erdogan-Regierung. Hunderttausende Menschen stehen vor Gericht oder warten auf ihre Verhandlung. Die Vorwürfe sind absurd, ein gutes Beispiel dafür ist aktuell der Prozess gegen die Mitarbeiter der Cumhuriyet. Journalistische Arbeit und Meinungsäußerungen werden als Terrorpropaganda interpretiert.
Wie gelingt es Blättern wie Uykusuz und LeMan, trotz der Repressionen noch weiter teils heftige Beiträge zu publizieren?
Sabine Küper-Büsch: Satire hat den Vorteil, dass sie metaphorisch und allegorisch ist. Die Karikaturisten haben gelernt, Tabuzonen teilweise zu meiden. Zum Beispiel wird man keine Zeichnung finden, die konkret versucht, das staatliche Szenario zum Putschversuch anzuzweifeln. Aber es gibt hintersinnige Anspielungen, wie in einer Zeichnung mit zwei Bauern am Tisch, die Melone essen, und einer sagt: „Es heißt, dass 80 Prozent der Wassermelone zu Fethullah Gülen gehören.“
Erdogan als Hitler darzustellen, ist kein Problem. Satire ist die Spielwiese innerhalb der Medienwelt, auf der am meisten noch gesagt werden kann. Das heißt aber keineswegs, dass die Satiriker frei sind, wie ich bedrückenderweise auch in den letzten Wochen im Rahmen der Ausstellung erlebt habe. Es herrscht eine starke Selbstzensur. Die Freiheit ist massiv eingeschränkt, ist aber immerhin noch größer als im TV-Bereich oder bei den Tageszeitungen.

Große Lücken im Ausländer-Register

Fehler im Ausländerzentralregister haben möglicherweise zu gravierenden Fehlentscheidungen bei Asylprozessen geführt. (Foto: dpa)
  • Der Flüchtlingsbeauftragte der Bundesregierung warnt: Mängel im Ausländerzentralregister können zu gravierenden Fehlentscheidungen führen.
  • In der Datei befinden sich anscheinend zahlreiche falsche Angaben zu in Deutschland wohnenden Ausländern.
  • Insgesamt sind in dem Register zehn Millionen Menschen erfasst.

Von Thomas Öchsner | Süddeutsche.de

Mängel bei den Personen- und Adressdaten im Ausländerzentralregister können bei Asylverfahren und Abschiebungen „zu teils gravierenden Fehlentscheidungen“ führen. Davor warnt der Beauftragte für das Flüchtlingsmanagement der Bundesregierung, Frank-Jürgen Weise, in einer Analyse, die der Süddeutschen Zeitung  vorliegt.

„Fehlerhafte Dateneingaben können Rückkehrprozesse erheblich verlangsamen“, heißt es in dem Bericht mit dem Titel „Leitfaden zur Verbesserung der Datenqualität im Ausländerzentralregister“. In dem Register sind zehn Millionen Menschen mit ausländischer Staatsangehörigkeit erfasst, darunter etwa 5,7 Millionen aus Nicht-EU-Staaten.

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Umweltsünder Hund und Katze?

Niedlich, aber gefräßig: Der Fleischkonsum der Katzen und Hunde hinterlässt einen erheblichen ökologischen Fußabdruck. © Julija/ thinkstock
Tierische Freunde mit Nebenwirkungen: Unsere Hunde und Katzen haben allein durch ihre Vorliebe für Fleisch einen überraschend großen ökologischen Fußabdruck, wie eine Studie enthüllt. So ist ihr Fleischkonsum indirekt für 64 Millionen Tonnen CO2-Ausstoß jährlich verantwortlich – das entspricht dem Ausstoß von 13 Millionen Autos. Einer der Gründe dafür: Im Tierfutter sind längst nicht nur übriggeblieben Fleischabfälle enthalten.

scinexx

Hunde und Katzen sind mit Abstand unsere beliebtesten Haustiere. Allein in Deutschland gibt es gut 13 Millionen Hauskatzen und knapp neun Millionen Hunde. Die vierbeinigen Mitbewohner leisten uns Gesellschaft und tragen zu unserem Wohlbefinden bei – meistens jedenfalls. Während Katzen dabei eher unabhängiggeblieben sind, haben sich Hunde im Laufe ihrer Domestikation zu perfekten „Menschenverstehern“ entwickelt.

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Kumpanei zwischen Autoindustrie und Politik

Bild: heise.de/tp
„Autobauer sind die Gewinner“ und „Bundesregierung möchte Autoindustrie schonen“ lauten die Schlagzeilen nach dem mit hohen Erwartungen überfrachteten sogenannten Diesel-Gipfel

Von Peter Nowak | TELEPOLIS

Zeitweise sah es so aus, als werde im Sommer 2017 der Anfang vom Ende der Autogesellschaft in Deutschland eingeleitet. Die Serie der Skandale und Krisen in der deutschen Autoindustrie wuchs. Und neben den Abgasmanipulationen kommen jetzt auch noch die Vorwürfe der Kartellbildung auf den Tisch.

Doch es war tatsächlich naiv, davon zu sprechen, dass die Autoindustrie vor dem Ende stehe. Schließlich trägt die Inszenierung von immer neuen Skandalen eher zu einer Übersättigung des Publikums bei. Es wird nicht lange dauern und die öffentliche Meinung will von dem Thema nichts mehr hören. Wenn dann auch noch deutlich wird, dass praktisch alle Autofirmen bei den Abgaswerten manipuliert haben, wird dieser Übersättigungstrend noch verstärkt.

Schon bildet sich eine Lobby zur Verteidigung der deutschen Autoindustrie, an der sich neben führenden Konzernen auch die Gewerkschaft IG-Metall beteiligt. Sie erklären schon jetzt, dass es langsam genug mit der Kritik an der Autoindustrie sei, und warnen vor der Gefahr für den Standort Deutschland. Damit kann man zumal in Deutschland noch jede kritische Diskussion beenden, bevor sie richtig angefangen hat. Die Debatte um die Abgaswerte gehört dazu.

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Gutachten des Bundestags stärkt Seenotretter

Themenbild. dpa
Im Streit mit Italien betont der Expertendienst des Bundestags die humanitäre Pflicht der Staaten, Menschen aus Seenot zu retten. Indes beschuldigt Italiens Justiz das deutsche Rettungsschiff „Iuventa“ der Absprache mit Menschenhändlern.

evangelisch.de

Der Versuch Italiens, private Rettungsaktionen von Flüchtlingen im Mittelmeer einzuschränken, verstößt einem Bundestags-Gutachten zufolge gegen Völkerrecht. Die EU-Staaten stünden in der Pflicht, bei der Rettung von Menschen aus Seenot zusammenzuarbeiten, heißt es in dem am Donnerstag veröffentlichten Gutachten der Wissenschaftlichen Dienste des Bundestages. Dazu gehöre auch, zivilen Schiffen mit Flüchtlingen an Bord einen Nothafen anzubieten. Damit wird die Position der Hilfsorganisationen gestützt, die sich weigern, einen italienischen Verhaltenskodex zu unterzeichnen.

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Schweizer Gletscher nicht mehr zu retten

Bald ein Bild der Vergangenheit: Der Aletschgletscher in der Schweiz. Foto: dpa
Die Temperaturen steigen – die Schweizer Gletscher sind laut Experten nicht mehr zu retten. Die Folge: Ein höherer Meeresspiegel und mehr Klimaflüchtlinge.

Frankfurter Rundschau

Die Gletscher in der Schweiz sind angesichts des Temperaturanstiegs nach Expertenangaben nicht mehr zu retten. Selbst mit den größten Anstrengungen zur CO2-Verringerung würden 80 bis 90 Prozent der Eismassen bis zum Jahr 2100 schmelzen. Das sagte der Glaziologe Matthias Huss von der ETH Zürich dem „Tages-Anzeiger“. „Eine Verlangsamung der Erderwärmung kommt für die Schweizer Gletscher zu spät“, so Huss. Das Blatt berichtet in einer aufwendigen Darstellung über den Rückgang der Gletscher in der Schweiz in den vergangenen 170 Jahren.

Seit 1850, dem Höhepunkt der sogenannten Kleinen Eiszeit, sei das Eisvolumen von 130 auf 54 Kubikkilometer gesunken. Der Rückgang verlief gerade in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten dramatisch. 1973 zählte die Schweiz 2150 Gletscher, heute sind es noch rund 1400.

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DBK möchte für Trauung keine Priester der Piusbruderschaft

Logo Deutsche Bischofskonferenz

Die deutsche Bischofskonferenz (DBK) möchte Priestern der Piusbruderschaft auch in Zukunft nicht die Aufgabe übertragen, die Trauung in der „alten Form“ zu feiern

kath.net

Die deutsche Bischofskonferenz (DBK) möchten Priestern der Piusbruderschaft auch in Zukunft nicht die Aufgabe übertragen, die Trauung in der „alten Form“ zu feiern. Dies berichtet die KAP auf ihre Website unter Berufung auf Pressestelle der DBK. Laut dem Bericht gäbe es derzeit in allen deutschen Bistümern Priester, die diese bereits machen können. Papst Franziskus hatte im März die Möglichkeit eingeräumt, dass auch Priester der Piusbruderschaft dies machen können. In einem Beschluss von Juni des Ständigen Rates der DBK heißt es dazu: „Anfragen von Gläubigen, die eine Eheschließung in der Liturgie des Vetus ordo (ritus extraordinarius) erbitten, sind an das jeweilige Ordinariat weiterzuleiten. Dieses wird dafür sorgen … dass ein Priester gemäß den Leitlinien zum Motu proprio Summorum Pontificum von 2007 beauftragt wird.“

Trump gibt Kongress die Schuld

Image: NBCNews/YouTube
Die Beziehungen zu Russland befänden sich in einem „bisher unerreichten Tief“, das „sehr gefährlich“ sei, so Donald Trump. Die Schuld gibt er dem Kongress – per Twitter.

Frankfurter Rundschau

Donald Trump macht den US-Kongress für eine drastische Verschlechterung des Verhältnisses zu Russland verantwortlich. Die Beziehungen befänden sich in einem „bisher unerreichten Tief“, das „sehr gefährlich“ sei, klagte der US-Präsident am Donnerstag via Twitter. Dafür sei dem Kongress zu „danken“, fügte er sarkastisch hinzu.

Trump bezog sich damit auf ein vom Kongress beschlossenes Gesetz über neue Sanktionen gegen Russland, das Trump am Mittwoch widerwillig mit seiner Unterschrift in Kraft gesetzt hatte.

Er kritisiert das Gesetz unter anderem deshalb, weil es seine Vollmachten zu einer möglichen späteren Abmilderung der Strafmaßnahmen einschränkt. Dass der Präsident es trotz seiner Bedenken abzeichnete, begründete er damit, dass es ihm um die „nationale Einheit“ in der Position gegenüber Moskau gehe.

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Vorsitzender des Ethikrats warnt vor Risiken der Gen-Reparatur

Bild: merakname.com

Erstmals haben Wissenschaftler in den USA einen lebensfähigen Embryonen erfolgreich mit einer „Gen-Schere“ genetisch verändert. Für Ethiker Dabrock ist das nicht nur eine Erfolgsmeldung, sondern es sollte auch eine Warnung sein.

evangelisch.de

Der Vorsitzende des Deutschen Ethikrates, Peter Dabrock, hat vor den Risiken der Gen-Reparatur an menschlichen Embryonen gewarnt. „Wer hier nicht nahezu hundertprozentige Sicherheit garantieren kann, führt unverantwortliche Versuche an menschlichem Leben durch“, erklärte der Erlanger Theologe. Forscher der Oregon Health & Science University in Portland (USA) haben erstmals lebensfähige Embryonen mit Hilfe der sogenannten Crispr-Cas-Methode erfolgreich genetisch verändert. Der evangelische Bischof Martin Hein (Kassel), der dem Ethikrat ebenfalls angehört, forderte dazu auf, das Thema weiter zu diskutieren.

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Israel breaks up alleged Hamas Turkey-Hebron money laundering ring

Clockwise from top left, Majd Jaaba, Muhammad Maher Bader, Haron Nasser al-Din, Muasseb Hashalmon, Taha Uthman, Yusri Hashalmon, Umar Qimri, identified by the Shin Bet security service as the leaders of a Hamas operation to illegally bring money into Hebron. (Shin Bet)
Terror group brought some $200,000 into the West Bank to pay salaries of its command, operatives, Shin Bet says

By Judah Ari Gross | The Times of Israel

Israel’s Shin Bet security service has uncovered a complex Hamas money laundering operation that brought nearly three quarters of a million shekels into the terrorist group’s coffers, the agency announced Thursday.

In light of Israeli sanctions on the group, Hamas cannot freely move money in and out of the country. Through this plot, which began in early 2016, the group managed to transfer approximately $200,000 (NIS 720,000) into its Hebron offices from Turkey, with help from Gaza, in order to fund terrorist activities, the Shin Bet said.

The security service, working alongside the Israel Police, arrested five Hamas members in the West Bank in connection with the operation, and also identified one operative in Gaza and another in Turkey.

“The discovery of this operation shows the never-ending desire by Hamas operatives in Turkey and Gaza to increase terrorism by Hamas in the West Bank,” the Shin Bet said.

The security service added that this type of money laundering by Hamas takes a toll on the otherwise legitimate Palestinian businessmen involved, who end up “paying a significant personal and financial price for these actions.”

The head of the operation was identified by the security service as Muhammad Maher Bader, a senior member of Hamas in Hebron and a member of the Palestinian parliament.

Bader, who was arrested in June, enlisted the help of two couriers, Muasseb Hashalmon and Taha Uthman, both of them residents of Hebron, the Shin Bet said.

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