Wie sollen Christen mit der AfD umgehen?

Jörg Meuthen als gute Christin. Bild: bb

Wie setzt man sich richtig mir der AfD auseinander? Mit der Frage ringen Kirchenleitungen und Pfarrgemeinden. In einer neuen Aufsatzsammlung erzählen evangelische Kirchenvertreter von ihren Erfahrungen.

Von Karin Wollschläger | katholisch.de

Die vorerst letzte größere Attacke gegen die Kirchen ritt die AfD auf ihrem Kölner Parteitag im April. Parteichef Jörg Meuthen bezeichnete kirchliche Aktionen gegen AfD-Positionen als „klerikalen Klamauk“. Sein Vorstandskollege Armin Paul Hampelrief in schrillen Tönen zum Kirchenaustritt auf: „In dem Verein sollte keiner von uns mehr Mitglied sein.“ Als neues inhaltliches „Angriffsziel“ entdeckte die AfD die historisch begründeten „Staatsleistungen“ an die Kirchen. Wobei es ihr erkennbar weniger um eine Trennung von Staat und Kirchen geht als um staatliche Kontrolle der Religion.

In den Kirchen – von der Leitung bis zur Basis – wird derweil weiter um Wege im Umgang mit der AfD und ihren Anhängern gerungen. Der Bonner Publizist und evangelische Pastor Wolfgang Thielmann veröffentlichte dazu einen am Mittwoch in Berlin vorgestellten Sammelband mit dem Titel „Alternative für Christen? – Die AfD und ihr gespaltenes Verhältnis zur Religion“. Thielmann schreibt im Vorwort: „Dieses Buch möchte Kirchen, Gemeinden und Gruppen helfen, sich mit der AfD auseinanderzusetzen, aber das Gespräch nicht aufzugeben.“

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Radikale Mönche wollen Sturz der Regierung

Nationalistische, buddhistische Mönche und Laien protestieren in Yangon, Myanmar gegen die Regierung. (AP / Thein Zaw)
Radikale buddhistische Mönche in Myanmar haben der Regierung von Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi den Kampf angesagt.

Dlf24

Ziel sei es, die Regierung zu stürzen, weil sie den Buddhismus untergrabe, hätten Demonstrationsteilnehmer in Rangun und Mandalay gefordert, berichtet das Onlinemagazin „Irrawaddy“. Das Religionsministerium erklärte gegenüber Medien, die Protestierer seien nicht repräsentativ für Gesamtheit der buddhistischen Mönche. Die regierungsfeindlichen würden von jenen instrumentalisiert, die keine Stabilität und Ruhe wollen.

Die ultrakonservativen Nationalisten lehnen Friedensverhandlungen in dem Vielvölkerstaat mit dem Ziel einer föderalen Struktur Myanmars ab. Sie wollen an einem starken Zentralstaat festhalten, in dem ethnische Minderheiten nur geduldet werden.

Luther, der Gottesbarbar

Das Luther-Bild in der modernen Literatur ist nach Ansicht des Theologen Horst Georg Pöhlmann „merkwürdig verfratzt“. Aus dem umjubelten Heros des 18. und 19. Jahrhunderts sei im Verlaufe der vergangenen 100 Jahre so etwas wie ein Unhold geworden, sagte der emeritierte Osnabrücker Theologieprofessor im Gespräch mit dem Evangelischen Pressedienst (epd).

Von Renate Kortheuer-Schüring | evangelisch.de

Das ziehe sich durch von Thomas Mann über Gottfried Benn bis hin zu Martin Walser. Kaum „verfratzt“ dagegen sei dagegen die Darstellung von Feridun Zaimoglu in seinem jüngsten Roman „Evangelio“.

Thomas Mann (1875-1955), der die Reformation einerseits eine „mächtige Befreiungstat“ nannte, habe Luther angesichts seiner Betonung der Gewissensprüfung vorgeworfen, der Menschheit die „Selbstzerfleischung“ gebracht zu haben, sagte Pöhlmann. Für Mann, der später in Luther auch eine Ursache des Hitler-Deutschland sah, sei der Reformator ein „Anti-Römer, Antieuropäer und Antisemit, ein Gottesbarbar“ gewesen: „Hier stehe ich, ich kann nicht anders.“

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Pfaffe: Eier-Vernichtung ethisch nicht vertretbar – statt dessen essen

Der Beauftragte für agrarsoziale Fragen der Evangelischen Kirche in Deutschland, Clemens Dirscherl, hat die Vernichtung von Eiern im Fipronil-Skandal kritisiert.

evangelisch.de

Dies sei angesichts der deutlich unter den gesundheitlich bedenklichen Schwellen liegenden Insektizidwerte „blödsinn und ethisch nicht vertretbar“, sagte er am Samstag im baden-württembergischen Ingelfingen bei Heilbronn dem Evangelischen Pressedienst. Die derzeitigen Reaktionen seien „typisch für unsere egomanische Hysterie-Gesellschaft“.

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Sydney verbietet Bau von Synagoge – aus Terrorangst

Synagoge in Berlin. Themenbild Bild: bb
Nahe des weltberühmten Bondi Beaches in Sydney in Australien, wollte die ortansässige jüdische Gemeinde eine neue Synagoge errichten. Dieses Vorhaben wurde durch einen Bauverbot zunichte gemacht. Die Begründung des Verbots: Terrorgefahr.

domradio.de

Ein Bauverbot für eine Synagoge im australischen Sydney stößt bei der jüdischen Gemeinde auf scharfe Kritik. Die mit Terrorangst begründete Entscheidung sei ein beispielloses „Einknicken“ vor dem islamistischen Extremismus, sagte Rabbi Yehoram Ulman am Donnerstag australischen Medien.

Ulman sprach im Namen der jüdischen Gemeinde von Bondi, dem Stadtteil Sydneys, in der die Synagoge errichtet werden sollte. Bondi hat einen besonders hohen jüdischen Bevölkerungsanteil. Der zuständige Stadtrat des Distrikts Waverly hatte den Synagogenneubau in der Nähe des berühmten Strands von Bondi als Gefahr für die Sicherheit der Bürger abgelehnt, da eine Synagoge ein „Ziel für Terroristen“ sein könnte.

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Es müllert wieder in Regensburg

Gerhard L. Müller links im Bild
  • Kardinal Müller wurde von Papst Franziskus als Präfekt der Glaubenskongregation im Vatikan entlassen.
  • Nun kehrt er ins Bistum Regensburg zurück, wo er von 2002 bis 2012 Bischof war.
  • Die Bistumsspitze hofiert ihn, doch Müller ist in Regensburg durchaus umstritten.

Von Andreas Glas | Süddeutsche.de

Der Kardinal schaut von oben herab. Der Altar steht auf einer Empore, sechs Stufen ist Gerhard Ludwig Müller, 69, hinaufgestiegen. Der Dekan tritt ans Pult, nennt Kardinal Müller „einen überzeugenden Hirten“. Oben der Hirte, unten die Schafe. Oben roter Teppich, unten harte Bierbänke. Es müllert wieder im Bistum Regensburg.

Sonntag, 9.30 Uhr, in Sulzbach-Rosenberg, Messe unter weiß-blauem Himmel. Ein paar Hundert Leute wollen den Mann sehen, den Papst Franziskus als Präfekt der Glaubenskongregation im Vatikan entlassen hat, manche sagen auch: gefeuert. Nun kehrt er dorthin zurück, wo er von 2002 bis 2012 Bischof war: ins Regensburger Bistum. Erst nach Sulzbach-Rosenberg, im Oktober nach Donaustauf, im November in den Regensburger Dom. „Dabei werden wir auf ein segensreiches Jahrzehnt zurückblicken, in dem Kardinal Müller als Bischof der Diözese Regensburg diente“, kündigt das Bistum an.

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PARTEIPROGRAMME – Im Modernitätswahn

Angela Merkel, Drohne: Modernisierungsskepsis war einmal / picture alliance
Glaubt man den Wahlprogrammen der Parteien, leben wir in einer Epoche des bedingungslosen Optimismus. Jede will den fortschrittlichsten Fortschritt bieten. Wirklich modern wäre, ausgetrampelte Denkpfade zu verlassen. Aber das traut sich keiner

Von Alexander Grau | Cicero

In was für seligen Zeiten leben wir doch. Wir kennen nur einen Weg, und der führt nach steil oben. Denn die Zukunft, sie wird schöner werden, besser, gerechter, digitaler, ökologischer, vielfältiger und vor allem grenzenloser. Der Fortschritt, er ist unaufhaltsam. Moderne, wir kommen!

Modernisierungsskepsis war einmal. Zumindest auf politischer Ebene. Glaubt man den Wahlprogrammen der Parteien, leben wir in einer Epoche des bedingungslosen Optimismus. Nicht über den Fortschritt wird gestritten, sondern über den fortschrittlichsten Fortschritt. Nicht die Moderne selbst wird diskutiert, sondern über den modernsten Weg in die Moderne. Man will zukunftsfähig sein, auf Teufel komm raus.

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Papier ist geduldig – Videovernehmung jetzt!

Justitia Skulptur (CC-by-nc-sa/3.0 by Luc Viatour)

In Strafverfahren wird immer noch protokolliert wie zu Kaisers Zeiten. Papier ist zwar geduldig, die Protokolle dokumentieren aber nicht die Aussagen, sondern nur das, was der jeweilige Vernehmer davon aufgenommen hat. Es ginge besser. Im Interesse beider Seiten und der Wahrheitsfindung. Ein Appell für die Videovernehmung.

Von Heinrich Schmitz | DIE KOLUMNISTEN

Es ging in einem Mordprozess um die Frage, ob der Beschuldigte bei seiner ersten Vernehmung von der Polizei ordnungsgemäß über seine Rechte belehrt worden war. Das war aus mehreren Gründen zweifelhaft. Zum einen war die Belehrung im Vernehmungsprotokoll nicht unterschrieben, zum anderen sprach der Beschuldigte kein Deutsch, außerdem hatte er ordentlich Alkohol im Blut. Der Kripobeamte konnte sich verständlicherweise nicht mehr so richtig an die Vernehmung erinnern, hatte aber die Eier, das auch zuzugeben. Also wurde die Dolmetscherin vernommen. Und die erinnerte sich lebhaft.

Ja, natürlich habe sie den Beschuldigten belehrt. Dass es nicht Aufgabe der Dolmetscherin ist, den Beschuldigten zu belehren, sondern nur das zu übersetzen, was der Beamte und der Beschuldigte sagen, störte bei der Vernehmung offenbar weder sie, noch den Beamten. Hammer immer so gemacht. Der richtige Knaller kam dann aber, als die Dolmetscherin die Frage beantwortete, mit welchen Worten sie den Beschuldigten denn so belehrt habe.

Wie immer“, meinte sie, „ich habe ihm gesagt, dass er hier die Wahrheit sagen muss!“.

Das mag in dem Land, aus dem die Dolmetscherin stammt, vielleicht richtig sein, in Deutschland geht es allerdings kaum falscher. Immerhin hatte sie ihm nicht gesagt, dass er sonst gefoltert würde.

Die Belehrung

Es sogar ausdrücklich im Gesetz, worüber der Beschuldigte zu belehren ist.

§ 136
[Erste Vernehmung]
(1) Bei Beginn der ersten Vernehmung ist dem Beschuldigten zu eröffnen, welche Tat ihm zur Last gelegt wird und welche Strafvorschriften in Betracht kommen. Er ist darauf hinzuweisen, dass es ihm nach dem Gesetz freistehe, sich zu der Beschuldigung zu äußern oder nicht zur Sache auszusagen und jederzeit, auch schon vor seiner Vernehmung, einen von ihm zu wählenden Verteidiger zu befragen. Er ist ferner darüber zu belehren, dass er zu seiner Entlastung einzelne Beweiserhebungen beantragen und unter den Voraussetzungen des § 140 Absatz 1 und 2 die Bestellung eines Verteidigers nach Maßgabe des § 141 Absatz 1 und 3 beanspruchen kann. In geeigneten Fällen soll der Beschuldigte auch darauf, dass er sich schriftlich äußern kann, sowie auf die Möglichkeit eines Täter-Opfer-Ausgleichs hingewiesen werden.

Ganz einfach. Und weil es so einfach ist, ist eine korrekte Belehrung auch in den meisten Protokoll-Vorlagen bereits vorgedruckt. Sogar fett. Damit man das nicht vergisst und nicht überliest. Ob der Beschuldigte, der diesen Passus separat unterschreibt, das auch wirklich verstanden hat, weiß allerdings kein Mensch.

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Kretschmann: Grüne gleichermaßen offen für Union und für SPD – nicht ganz dicht

Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann hält trotz mäßiger Umfragewerte ein zweistelliges Ergebnis seiner Partei bei der Bundestagswahl für denkbar.

Frankfurter Rundschau

Er räumte im Interview der Deutschen Presse-Agentur zugleich ein, dass die Grünen strategische Fehler gemacht hätten. Die Umfragewerte seien im vergangenen Jahr besser gewesen. Nun ziehe die Partei aber geschlossen in die Wahl. „Wir haben den Ehrgeiz, beim Wahlergebnis in den zweistelligen Bereich vorzustoßen. Die Chancen stehen gut.“ Bislang stehen die Grünen bundesweit bei sieben bis acht Prozent.

Ranghoher Offizier reicht Strafanzeige gegen von der Leyen ein

Ursula von der Leyen (2010). Bild: wikipedia.org. bearb.: bb

Erneut zeigt ein ranghoher Soldat seine Dienstherrin an: Ein Offizier wirft Ursula von der Leyen vor, disziplinarrechtliche Ermittlungen behindert zu haben. Die Staatsanwaltschaft prüft nun, ob sie Ermittlungen aufnimmt.

DIE WELT

Bei der Staatsanwaltschaft Bonn ist erneut die Strafanzeige eines Bundeswehroffiziers eingegangen. Der Soldat wirft dem Staatssekretär im Verteidigungsministerium, Gerd Hoofe, und Ministerin Ursula von der Leyen (CDU) vor, disziplinarrechtliche Ermittlungen behindert zu haben.

Er bittet die Staatsanwaltschaft, „unter allen rechtlichen Gesichtspunkten“ zu prüfen, ob damit die Tatbestände des Paragrafen 258 Strafgesetzbuch (Strafvereitelung im Amt) oder des Paragrafen 32 Wehrstrafgesetz (Missbrauch der Befehlsbefugnis zu unzulässigen Zwecken) erfüllt sind. Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft bestätigte der WELT den Eingang der Strafanzeige am 20. Juli. Dem Ministerium ist die Anzeige noch nicht bekannt, wie ein Sprecher auf Anfrage mitteilte.

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Die Suche nach einer zweiten Welt begann als Häresie und heisst heute Forschung

Universum Nasa, Esa, Hubble SM4 ERO Team
Woher kommt eigentlich die unauslöschliche Neugier auf ausserirdische Wesen? Sie wurzelt in der Sehnsucht nach der Wiederherstellung der alten Schöpfungsordnung und hat über die Jahrhunderte die wunderlichsten Verkleidungen angenommen.

Von Philipp Theisohn | Neue Zürcher Zeitung

1400 Lichtjahre von unserer Sonne entfernt zieht im Sternbild des Schwans ein Himmelskörper seine Kreise, von dem viel zu erwarten wäre, befindet er sich doch in einer sogenannten «habitablen Zone». Habitabel nicht für uns, aber möglicherweise für unseresgleichen, folgt man dem astrophysikalischen Kalkül: Der Abstand des Exoplaneten zu seinem Stern hält seine Durchschnittstemperatur etwa auf dem Niveau der Erde, flüssiges Wasser mag es dort geben oder gegeben haben – und dementsprechend auch Leben, so wie Erdbewohner sich nun einmal Leben vorstellen. In jenem Augenblick im Juli 2015, in welchem dem Gestirn nach seinem Entdeckerteleskop der Name Kepler 452b verliehen wurde, verwandelte es sich folgerichtig von einem Gesteinsbrocken, der sechs Milliarden Jahre auch gut ohne uns ausgekommen war, in die Projektionsfläche einer Sehnsucht: der Sehnsucht nach der zweiten Erde.

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Die Kanzlerin muss aussagen

Bild: FB
Kanzlerin Angela Merkel hat in der Böhmermann-Affäre zu Unrecht geschwiegen, urteilte das OVG Berlin-Brandenburg auf einen Eilantrag des Tagesspiegels.

Von Jost Müller-Neuhof | DER TAGESSPIEGEL

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat Informationen zu ihrem Umgang mit der Böhmermann-Affäre zu Unrecht geheim gehalten. Auf einen Eilantrag des Tagesspiegels hat das Oberverwaltungsgericht (OVG) Berlin-Brandenburg entschieden, das Kanzleramt müsse Angaben dazu machen, ob Merkel das „Schmähgedicht“ über den türkischen Staatspräsidenten Erdogan selbst gesehen hat, bevor sie es öffentlich als „bewusst verletzend“ kritisierte (Az.: 6 S 9.17). Nach dem rechtskräftigen Beschluss muss auch darüber informiert werden, welche weiteren Dokumente die Kanzlerin eingeholt hat, bevor sie ihr Statement abgab.

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USA reichen Austritt aus Klimaabkommen ein

Foto: dpa
Die USA informieren die Vereinten Nationen offiziell über den geplanten Austritt aus dem Pariser Weltklimavertrag.

Frankfurter Rundschau

Die USA haben am Freitagabend (Ortszeit) bei den Vereinten Nationen offiziell ihren Austritt aus dem Pariser Klimaabkommen eingereicht. Das Außenministerium in Washington teilte mit, dass den UN eine entsprechende Erklärung übermittelt worden sei. US-Präsident Donald Trump hatte das Klimaabkommen bereits Anfang Juni verkündet und diesen weltweit kritisierten Schritt damit begründet, amerikanische Interessen für immer an die erste Stelle zu setzen.

In der am Freitagabend veröffentlichten Erklärung erinnerte das US-Außenministerium an die Bereitschaft Trumps zu weiteren Klimaverhandlungen, „sollten die USA Bedingungen vorfinden, die günstiger für ihre „Wirtschaft, Arbeiter, das Volk und die Steuerzahler sind“. Die USA unterstützten eine „ausgewogene Herangehensweise“ an eine Klimapolitik, die Emissionen senke, aber gleichzeitig wirtschaftliches Wachstum und Energiesicherheit ermögliche.

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Pentagon will mehr kleinere, taktische Atomwaffen

Ein B-52H-Bomber führt mit einer B61-7-Atombombe einen Test in Nevada aus. Bild: NNSA
Die Bedrohung habe sich seit dem Kalten Krieg und mit neuen Atomwaffenstaaten verändert

Von Florian Rötzer | TELEPOLIS

Das nukleare Wettrüsten ist längst wieder im Gang. Auch wenn kürzlich 122 Staaten einen Gesetzesentwurf für einen Atomwaffenverbotsvertrag beschlossen haben, der ab September ratifiziert werden kann, wird dies an dem Wettrüsten und der Modernisierung der Atomwaffen nichts ändern. Vermutlich wird die Schwelle zu einem Einsatz sogar sinken, denn seit Jahren denkt man daran, kleine, so genannte taktische Atombomben nicht nur zu entwickeln und vorrätig zu haben, sondern sie auch einzusetzen. Sie sollen wie konventionelle Waffen verwendet werden und die Schwelle zum Atomkrieg unterschreiten (Mini-Nukes gegen Schurkenstaaten).

Gerade hat wieder Paul Selva, General der US-Luftwaffe und Vizevorsitzender der Joint Chiefs of Staff, darauf verwiesen, wie DefenseOne berichtet, dass kleinere Atomwaffen notwendig seien, um vor deren Einsatz abzuschrecken. Das Militär sieht sich im Aufwind, nachdem Donald Trump nicht nur die Verteidigungsausgaben erhöhen, sondern eben auch die Atomwaffen modernisieren und ausbauen will. Die bizarre Logik ist Bestandteil der Rhetorik für jedes Wettrüsten. Im Kalten Krieg wurde das Gleichgewicht des Schreckens durch den Bau von Atombomben mit einer immer größeren Zerstörungskraft vorangetrieben.

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Indonesien: Soldaten gegen Affen

Einen Langschwanzmakaken haben diese Anwohner eingefangen. Foto: afp
Im Distrikt Boyolali in Zentraljava haben es Affen zu bunt getrieben. Sie fallen über Plantagen und Menschen her – nun sollen ihnen Soldaten Einhalt gebieten.

Frankfurter Rundschau

Ein Distrikt der indonesischen Insel Java lässt Polizei und Armee gegen eine freche Affenbande aufmarschieren. Der Chef des Distrikts Boyolali in Zentraljava, Seno Samodro, sprach am Freitag gegenüber AFP von einer „Invasion hunderter Affen“, denen nur noch mit Schusswaffen beizukommen sei.

Massenhaft fielen die Langschwanzmakaken über Plantagen her, sie stibitzten Mais und Früchte und griffen manchmal sogar Menschen an, beklagte der Politiker. Allein in diesem Jahr hätten Affen elf Anwohner gebissen.

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Ultra-Cold Gases Offer Window Into Extra Dimensions, According to New Theory

Image: MOTHERBOARD
A nice but fatally flawed idea.

By Michael Byrne | MOTHERBOARD

A lot of the problems with string theory reduce to the fact that we don’t really have a way to verify or falsify its predictions. Key to string theory is the existence of, well, strings, which amount to tiny coiled-up bonus dimensions extending beyond the four that we all know and love. Unfortunately, these strings are so small, about 10–35 meters, that even the most powerful particle colliders imaginable wouldn’t be able to offer a glimpse.

But, still, there are many that want to believe. Enter physicists Sergio Gutiérrez, Abel Camacho, and Héctor Hernández of Universidad Autonoma Metropolitana-Iztapalapa in Mexico City. The trio posted a paper late last month to the arXiv preprint server suggesting that it may be possible to detect extra dimensions by using Bose-Einstein condensates as windows of sorts.

Bose-Einstein condensates are pretty neat. The basic idea is that if you cool a bunch of particles way, way down, they start acting like one great big particle. The upshot is that the quantum effects normally seen at subatomic scales can be experienced at relatively macro scales.

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Isch schwör!

Der Angeklagte glaubt, vor Gericht sein Bestes gegeben zu haben. Der Richter muss sich das Augenrollen verkneifen Quelle: dpa
Arabische Angeklagte schwören vor Gericht häufig, um glaubwürdig zu wirken. Wenn ein Angeklagter das aber in Deutschland macht, hält der Richter ihn oft für einen Lügner. Eine Ex-Anwältin erzählt.

Von Ann-Kathrin Jeske | DIE WELT

Wenn sie arabischstämmige Mandanten hatte, nahm sich Ex-Strafverteidigerin D. vor Gerichtsterminen besonders viel Zeit. Sie übte mit ihnen, welches Verhalten Richter vor deutschen Gerichten erwarten. Und sie erklärte ihnen, was nicht gut ankommt: ungefragtes Schwören auf Allah, minutenlange Antworten auf simple Fragen, mantraartige Wiederholungen der Aussage. Viele Mandanten dachten, sich mit diesem Verhalten vor Gericht von ihrer besten Seite zu zeigen. Die Richter dagegen glaubten, sich ein Märchen aus Tausendundeiner Nacht anzuhören.

Rechtspsychologen wissen, dass es vor Gericht nicht nur auf harte Fakten und Paragrafen ankommt. Wie der Angeklagte spricht und welche Hautfarbe er hat, kann sich enorm auf eine richterliche Entscheidung auswirken. Vor allem in den USA wird viel dazu geforscht, welchen Einfluss kulturelle Unterschiede vor Gericht haben. Auch in Deutschland gibt es vermehrt Anlass dazu, sich mit dem Thema zu beschäftigen.

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Israel: Ex-Stabschef will in Korruptionsaffäre gegen Netanyahu aussagen

Netanyahu hat Verdächtigungen wegen Betrugs, Untreue und Bestechlichkeit zurückgewiesen. – REUTERS/Amir Cohen
Der israelische Premier soll von Geschäftsleuten illegal Geschenke angenommen haben. Sein ehemaliger Mitarbeiter will als Kronzeuge gegen ihn auftreten.

Die Presse.com

Im Zuge der Korruptionsermittlungen gegen den israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanyahu wird dessen ehemaliger Stabschef als Kronzeuge gegen ihn aussagen. Ari Harow habe eine Vereinbarung mit der Staatsanwaltschaft unterzeichnet, berichteten israelische Medien am Freitag.

Zuvor hatte es bereits Artikel über entsprechende Gespräche gegeben. Im Gegenzug solle Harow, gegen den die Polizei wegen anderer Vergehen ermittelt, eine mildere Strafe erhalten.

Netanyahu soll unter anderem von Geschäftsleuten illegal Geschenke angenommen haben. Nach Medienberichten wird ihm etwa vorgeworfen, gemeinsam mit seiner Frau Sara von einem befreundeten israelischen Hollywood-Produzenten über Jahre Zigarren und Champagner im Wert von mehreren Hunderttausend Schekel (ein Euro ist rund vier Schekel wert) angenommen zu haben. Netanyahu soll sich 2014 für eine Verlängerung des US-Visums des Produzenten eingesetzt haben.

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EKD-Sportbeauftragter: Rekordablöse für Neymar überschreitet Grenze

Bild: tilly
Der Sportbeauftragte der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Volker Jung, hat den Rekordwechsel des brasilianischen Fußballers Neymar vom FC Barcelona zu Paris Saint Germain scharf kritisiert. „Der Vorgang stößt zu Recht fast überall auf großes Unverständnis. Das sind Dimensionen, die für viele unvorstellbar sind“, sagte Jung am Freitag in Darmstadt dem Evangelischen Pressedienst (epd).

evangelisch.de

Hier gebe es „ein gutes Gespür dafür“ dass eine ethisch-moralische Grenze überschritten sei, sagte der hessen-nassauische Kirchenpräsident. Er glaube aber nicht, dass mit der Ablösesumme von 222 Millionen Euro das Ende der Fahnenstange erreicht sei.

Problematisch sei auch, dass das Geld von „Qatar Sports Investments“ komme, dem Scheich Nasser Al-Khelaifi vorstehe. „Er ist als Investor oder Sponsor auch Präsident von Paris Saint-Germain. Es sind also Öl-Millionen. Auf diese Weise fließt Geld zurück, das für Öl bezahlt wird“, sagte Jung. „Viele fragen schon längst, ob ein fairer Wettbewerb, von dem der Sport lebt, noch gewährleistet ist, wenn von außen irrsinnige Geldbeträge in den Transfermarkt geworfen werden, um Erfolge zu kaufen.“

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The Real Reason Evangelicals Are So Worshipful of Donald Trump

It makes no difference he’s a brute. The president shares the Christian right’s basic values.

By Chauncey DeVega | Salon-Alternet

Donald Trump is a man of many notable qualities. He is ignorant and a brute. He has bragged about sexually assaulting women by grabbing them by their genitals. He is a serial womanizer and has been divorced several times. He has also admitted to finding his own daughter sexually attractive. He is a serial liar who adores autocrats and dictators. He may even have gone so far as to collude with Russia and Vladimir Putin to steal the 2016 presidential election. Trump is also violent, moody, vain and impulsive. He does not read and is proudly ignorant.

Why would anyone support such a leader? More specifically, why would any supposed “Christian” support Donald Trump, who appears to represent the antithesis of Christian virtues in so many ways?

Writing at Talking Points Memo, editor Josh Marshall offers the following insights:

But Trump is able to take people of some apparent substance and attainment and destroy them as well. The key though is that he doesn’t destroy them. In his orbit, under some kind of spell, he makes them destroy themselves. It is always a self-destruction. He’s like a black hole. But for this there’s no ready explanation. Because what is the power? The force?

I puzzled over this for some time. Eventually I sensed that Trump wasn’t inducing people’s self-destruction so much as he was acting like a divining rod, revealing rot that existed already but was not apparent. … The rot was there but hidden. Trump is the moonlight. Perhaps better to say, to invert our metaphor, Trump is the darkness. …

This seems most palpably the case with the political evangelical community with which Trump has maintained, since early in his campaign, a profound and profoundly cynical mutual embrace. Here I use the term advisedly: I don’t mean evangelical Christians or even conservative evangelical Christians but the evangelical right political faction, which is distinct and differentNothing I have seen before has more clearly revealed this group’s moral rot than the adoration of Trump, an unchurched hedonist with the moral compass of a predator who is lauded and almost worshipped purely and entirely because he produces political deliverables.

Despite his strong words, Marshall does not go far enough. Christian evangelicals (“Dominionists” and Christian nationalists especially) support Trump because he shares their most important values.

Trump and the Republican Party are waging a crusade to take away women’s reproductive rights and freedoms.

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