Es müllert wieder in Regensburg


Gerhard L. Müller links im Bild
  • Kardinal Müller wurde von Papst Franziskus als Präfekt der Glaubenskongregation im Vatikan entlassen.
  • Nun kehrt er ins Bistum Regensburg zurück, wo er von 2002 bis 2012 Bischof war.
  • Die Bistumsspitze hofiert ihn, doch Müller ist in Regensburg durchaus umstritten.

Von Andreas Glas | Süddeutsche.de

Der Kardinal schaut von oben herab. Der Altar steht auf einer Empore, sechs Stufen ist Gerhard Ludwig Müller, 69, hinaufgestiegen. Der Dekan tritt ans Pult, nennt Kardinal Müller „einen überzeugenden Hirten“. Oben der Hirte, unten die Schafe. Oben roter Teppich, unten harte Bierbänke. Es müllert wieder im Bistum Regensburg.

Sonntag, 9.30 Uhr, in Sulzbach-Rosenberg, Messe unter weiß-blauem Himmel. Ein paar Hundert Leute wollen den Mann sehen, den Papst Franziskus als Präfekt der Glaubenskongregation im Vatikan entlassen hat, manche sagen auch: gefeuert. Nun kehrt er dorthin zurück, wo er von 2002 bis 2012 Bischof war: ins Regensburger Bistum. Erst nach Sulzbach-Rosenberg, im Oktober nach Donaustauf, im November in den Regensburger Dom. „Dabei werden wir auf ein segensreiches Jahrzehnt zurückblicken, in dem Kardinal Müller als Bischof der Diözese Regensburg diente“, kündigt das Bistum an.

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5 Gedanken zu “Es müllert wieder in Regensburg

  1. Angelika Oetken

    Der Abschlussbericht, den das Team des Rechtsanwaltes Ulrich Weber zu Gewalt und Missbrauch an den Einrichtungen der Regensburger Domspatzen am 17.7. veröffentlicht hat, ist sehr lesenswert. Man kann ihn im Netz herunterladen.

    Trotzdem lässt der Bericht Fragen offen. Erstmal als rein hypothetische Überlegung: Ein Konstrukt, wie es die Regensburger Domspatzen samt ihrer Vorschule Etterzhausen/Pielenhofen sind und dessen Abweichungen von jeglicher Norm in einem Untersuchungsbericht über 400 Seiten gewidmet werden müssen, böte sich doch für Dinge wie z.B. Abrechnungs-, bzw. Platzgeldbetrug oder Geldwäsche geradezu an. Ob nicht das einer der Hauptgründe für das eifrige Vertuschen und sehr laute Schweigen ist, das die Bistumsfunktionäre und ihre UnterstützerInnen so lange kennzeichnete, bis der Druck der Medien und die TV-Dokumentation, die Maria Botros produzierte, die Diözesanverantwortlichen zu einer Reaktion zwangen?

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  2. Angelika Oetken

    Der australische Bischof Vincent Paul Nguyen, hat sich im vergangenen Jahr gegenüber der australischen Missbrauchskommission als Opfer eines Priesters zu erkennen gegeben. Nguyen wurde im Alter von 19 Jahren, kurz nach seiner Ankunft als ein Angehöriger der „Boatpeople“ in Australien missbraucht. Hier wird Nguyens Werdegang beschrieben http://www.vaticanhistory.de/wordpress/?p=11942 Neben der beeindruckenden Lebensleistung dieses Mannes, die auf große Resilienz hinweist, ist mir eine Parallele zur Situation der Geflüchteten, die um das Ende des WK II und danach den Westen Deutschlands erreichten aufgefallen. Gerade in der Oberpfalz kamen in der Zeit viele Flüchtlinge bzw. als Vertriebene bezeichnete Menschen an. Darunter zahlreiche Kinder.
    Dass die Katholische Kirche diesen Umstand nutzte, um einen Teil der Leute unter ihren Einfluss zu bringen, ist bekannt. Und liegt es nicht auch nahe, dass pädokriminelle Priester die prekäre Lage der Kinder unter den Geflüchteten und Vertriebenen missbrauchten? Wurden in der Hinsicht eigentlich schon Informationen gesammelt? Wie viele Jungen aus solchen Familien landeten in den Einrichtungen des Bistums Regensburg, bzw. bei den Domspatzen?
    Noch ein Punkt: der Jesuit Hans Zollner, der im Vatikan als einer der Experten für die Prävention von Kindesmissbrauch gilt, ist in Deggendorf, einem Stadtteil von Regensburg aufgewachsen. Dort wurden in den Nachkriegsjahrzehnten viele Geflohene angesiedelt. Zollner äußerte sich unlängst das erste Mal persönlich zu den Missbrauchsfällen bei den Domspatzen http://www.zeit.de/2017/30/regensburger-domspatzen-misshandlung-katholische-kirche-aufklaerung
    Hans Zollner müsste doch als Zeitzeuge, Kirchenfunktionäre und Einheimischer wissen, zumindestens heraus bekommen können, was seine Kirche mit den Geflohenen damals vorhatte und wie viele von den besonders schutzlosen Kindern Täterpriestern zum Opfer fielen. Es fällt auf, dass gerade die Nachfahren von Sudetendeutschen nicht nur in der Region, sondern in ganz Bayern an Schaltstellen sitzen. Zu ihnen gehört auch der jetzige Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer, der, wie Oikos schon erwähnte, sich als „Sohn einer sudetendeutschen Mutter“ bezeichnet.

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  3. Perhaps the chance. Müller becomes again bishop at Regensburg. His colleague Voderholzer changed to Praha (CZ) as a „Primate of Bohemia“.
    Large sections of the Czech population are likely to be delighted, as Voderholzer explicitly described himself as the „son of a Sudeten German mother“ by taking over the bishop’s office in Regensburg.

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    1. Angelika Oetken

      Es geht doch sowieso das Gerücht, die Katholische Kirche, vertreten durch ein notorisches Bistum, habe über Strohpersonal den Böhmerwald aufgekauft. Das mag etwas übertrieben sein, aber dass der Vatikan sein Geld nicht auf vatikanischem Gebiet hortet und vor allem auf Grundbesitz setzt, ist bekannt. Ich frage mich nur, auf welche Weise diese für die Ökonomie verantwortlichen Kleriker verhindern wollen, dass irgendwelches Fußvolk mit den Besitztümern, die zum Schein auf dessen Namen angelegt ist verschwindet? Und wenn erst ganz hohe Tiere auf diese Idee kommen? Heutzutage, wo Offenbarungen über schwulen Sex praktizierende Priester und solche, die heimlich eine Familie gründen, den Menschen nicht mal mehr ein Gähnen entlockt? Der Unmut bei Medienberichten, in denen es um den Besitz der Priesterschaft und deren Verschwendungssucht geht, aber um so größer ist. Siehe nur den Museumsbau zu Limburg durch den Gollum der RKK und seinen Kasper.

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