Die Freiheit darf nicht verschleiert werden


Zwei Frauen in Niqab am Berliner Kurfürstendamm (Archiv). (imago / Stefan Zeitz)
Es sei aberwitzig, das Recht auf Verhüllung unter Verweis auf multikulturelle Vielfalt zu propagieren, meint Ulrike Ackermann. Sie warnt: In anderen Ländern sei zu beobachten, wie aus dem Recht auf das Tragen eines Kopftuches sukzessive eine soziale Pflicht werde.

Von Ulrike Ackermann | Deutschlandfunk Kultur

Die Begründung der bayerischen Landesregierung für die Einführung der Ganzkörper- und Gesichtsverschleierung lautet: „Ein kommunikativer Austausch findet nicht nur durch Sprache, sondern auch durch Blicke, Mimik und Gestik statt“. Er sei Grundlage unserer Gesellschaft und der freiheitlichen demokratischen Grundordnung. Eine Verhüllung widerspreche dieser Kommunikationskultur.

Ist das nun ein Sieg der Freiheit oder der Unfreiheit? Muss eine offene, liberale Gesellschaft mit dem Verweis auf die Religionsfreiheit voll verschleierte Frauen im öffentlichen Raum ertragen? Oder soll sie zugunsten unserer Kommunikationskultur von Angesicht zu Angesicht, auf Augenhöhe und unter Gleichen diese auch muslimischen Frauen zustehende Freiheit mit einem Verbot schützen?

Politisches Symbol und Zeichen eines erzkonservativen Islam

Es klingt paradox, aber es ist höchste Zeit dafür. Auch der Innenminister hat in der losgetretenen Debatte über die Leitkultur darauf hingewiesen. Denn bisher gibt es nur in Hessen seit 2011 ein Verbot im öffentlichen Dienst. Und einige Gerichte haben Schülerinnen und Studentinnen dort wiederholt die Vollverschleierung des Gesichts untersagt.

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