NS-Vergangenheit der Konzerne: Die Wagenburg der „Anständigen“

Der Gebäudekomplex in der Berliner Mauerstraße im Jahre 1929. Bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs war hier die Zentrale der Deutschen Bank beheimatet. (Foto: Deutsche Bank)
Ein neues Buch zeigt, wie Konzerne bis in die jüngste Zeit ihre Rolle in der NS-Zeit beschönigten. Ganz vorne mit dabei: die Deutsche Bank.

Von Tim Schanetzky | Süddeutsche.de

Dass deutsche Unternehmer und Manager nach 1945 in Nürnberg vor Gericht gestellt wurden, war historisch beispiellos. Was aber bewirkte die Erfahrung von Haft und Verhör, Anklage und Verurteilung, Entnazifizierung und Wiedergutmachung? Hat sie in den Führungsetagen der Wirtschaft eine Vorstellung von der eigenen Schuld entstehen lassen?

Das Gegenteil ist richtig. Nürnberg etablierte jene Verteidigungs- und Entlastungslegenden, die sich bis in die 1990er-Jahre hartnäckig halten sollten: Im totalitären NS-Staat habe es auch für die Wirtschaft nur Befehl und Gehorsam gegeben. Da habe man sich schon um des Überlebens willen anpassen müssen. Allenfalls einige radikale Nationalsozialisten im Unternehmerlager hätten sich schuldig gemacht – die breite Masse hingegen sei „anständig“ geblieben.

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Neutrinos bei Wechselwirkung „ertappt“

Kaum größer als ein Schuhkaron ist der Detektor, mit den die Physiker der COHERENT Collarboration die Streuung der Neutrinos am Atomkern nachgewiesen haben. © Jean Lachat/ University of Chicago
Nach 43 Jahren endlich nachgewiesen: Physiker haben Neutrinos bei der Kollision mit Atomkernen beobachtet. Dadurch konnten sie erstmals eine spezielle Wechselwirkung der „Geisterteilchen“ mit Materie nachweisen, die kohärente elastische Neutrino-Kern-Streuung. Diese Interaktion war bisher nur theoretisch postuliert, sie könnte aber sowohl in Supernovae als auch bei Dunkler Materie eine wichtige Rolle spielen, wie die Forscher im Fachmagazin „Science“ erklären.

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Neutrinos sind ziemliche Sonderlinge im Teilchenzoo: In jeder Sekunde rasen Billionen von ihnen durch unseren Körper, ohne dass wir dies spüren. Die „Geisterteilchen“ können sich zudem im Flug von einer Neutrino-Sorte in eine andere umwandeln. Neutrinos werden zudem ständig nachproduziert. Sie entstehen im Innern der Sonne, bei Supernovae und beim radioaktiven Zerfall in Reaktoren oder im Erdinneren.

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Soziologe Rosa: Krise von Demokratie und Religion hängen zusammen

Jenaer Soziologe Hartmut Rosa bei Festvortrag zum Abschluss der „Salzburger Hochschulwochen“: „Politische Öffentlichkeit funktioniert nur auf Basis einer im weiteren Sinne religiösen Grundhaltung“ – Hochschulwochen 2018 zum Thema „Angst?“
Die gegenwärtige Krise der Demokratie und der politischen Öffentlichkeit und die Krise, die die christlichen Kirchen in Form von Relevanz- und Gläubigenverlust erfahren, hängen miteinander zusammen. Diese These vertrat der Jenaer Starsoziologe Hartmut Rosa bei seinem Festvortrag zum Abschluss der „Salzburger Hochschulwochen“ am Sonntag in Salzburg.

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Fluchtpunkt beider Krisen sei nämlich ein Verlust an „Resonanzfähigkeit“, d.h. der Verlust der Fähigkeit, „sich vom Anderen und von Anderen affizieren, berühren zu lassen“. Auf der anderen Seite – so Rosa – beschreibe Religion damit zugleich eine wesentliche Kompetenz, die auch Demokratie und Öffentlichkeit benötigen: „Politische Öffentlichkeit funktioniert nur auf Basis einer im weiteren Sinne religiösen Grundhaltung.“

Religion beschreibe ursprünglich genau dieses Angesprochen-Werden: Der Mensch erfahre sich in der Religion als „Angesprochener“, die Welt ist ihm in dem Moment nicht mehr „kalt, leer und still“, sondern als Ort der Hoffnung, dass „sein Schreien, Flehen, Hoffen“ auf eine Antwort trifft. Die Dauerbelastung aus Beschleunigung, Stress und permanente ökonomische Steigerungserwartung würde jedoch diese Fähigkeit in den Hintergrund rücken lassen. „Es verhindert, dass wir in den Modus der Resonanzfähigkeit, ja, der Lebendigkeit hineinkommen. Die Welt wird scheinbar sicherer, unsere Weltreichweite vergrößert sich, aber wir werden zunehmend unglücklicher“, so der Philosoph.

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Gegen die Germanomanie

Die Wartburg. Im Oktober 1817 versammelten sich hier nationalistische Burschenschaftler. Ihrem symbolischen Feuerritual fiel auch…FOTO: MARTIN SCHUTT/DPA/PICTURE ALLIACNE
Er sah den deutschen Fremdenhass im 19. Jhdt. voraus, wollte das Judentum reformieren und einen Staatshumanismus etablieren. Der vergessene Berliner Aufklärer Saul Ascher wird wiederentdeckt.

Von Willi Jasper | DER TAGESSPIEGEL

Im Lutherjahr eine andere Reformation zu präsentieren, ist mutig. Die Potsdamer Religionswissenschaftler Christoph Schulte und Marie Behrendt zeigen mit einer „philosophiegeschichtlichen Darstellung“ von Werk und Leben des vor 250 Jahren geborenen „Berliner Aufklärers“ Saul Ascher bewusst eine deutsch-jüdische Jubiläumsalternative auf. Dafür haben sie ein 800-seitiges Monografie-Manuskript aus dem Nachlass des Philosophiehistorikers William Hiscott (1974–2013) überarbeitet. Es ging ihnen dabei auch um konträre Berührungspunkte mit Ereignissen wie den Wartburgfeiern. Für Luther („Junker Jörg“) war die Burg der heimliche Ort für seine Übersetzung des Neuen Testamentes.

Im Oktober 1817 versammelten sich hier nationalistische Burschenschaftler, um ihr Gedenken an die Völkerschlacht von Leipzig mit dem 300. Jahrestag von Luthers Thesenanschlag zu verbinden. Die Verbrennung der päpstlichen Bulle nahmen sie zum Vorbild eines symbolischen Feuerrituals, dem auch Bücher wie Saul Aschers „Germanomanie“ zum Opfer fielen, angeheizt mit den Worten: „Wehe über die Juden, so da festhalten an ihrem Judentum und wollen über unser Volkstum und Deutschtum schmähen und spotten.“

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Glaube und Evolution, passt das zusammen?

Dinosaurs of Eden by Ken Ham
Die meisten Muslime und auch viele Christen lehnen die Evolutionstheorie ab. Aber manche halten sie doch für vereinbar mit ihrem Glauben. Der Faktor Zufall bleibt allerdings ein Problem.

Von Markus C. Schulte von Drach | Süddeutsche.de

Unter Naturwissenschaftlern gibt es kaum etwas, das weniger umstritten wäre als die Evolutionstheorie. Seit Charles Darwin sie im 19. Jahrhundert vorgestellt hat, haben Forscher aus den verschiedensten Fachgebieten die Mechanismen der Entstehung der Arten immer weiter aufgedeckt.

Noch sind nicht alle Fragen beantwortet, vieles ist noch unverstanden. Aber nach und nach fügen sich die wachsenden Erkenntnisse der Biologen in diese Theorie ein. Wer etwas entdecken würde, das sie widerlegt, wäre ein sicherer Kandidat für den Nobelpreis.

Und doch lehnen sehr viele Menschen die Evolutionstheorie ab. Es sind jene Gläubigen, die überzeugt davon sind, dass die Erde und das Leben, so wie es derzeit existiert, von Gott geschaffen wurden. Andere zeigen sich aufgeschlossener, halten jedoch an dem Glauben fest, dass Gott zumindest lenkend eingegriffen hat, damit schließlich der Mensch entstand. Doch auch das widerspricht der Evolutionstheorie, für die der Faktor Zufall eine grundlegende Rolle spielt. Das lässt sich nur schwer mit einem Plan Gottes vereinbaren.

Trotzdem gibt es gläubige Muslime und Christen, die davon überzeugt sind, dass sich ihr Glaube wirklich mit der Evolutionstheorie vereinbaren lässt.

Widerstand gegen die Evolutionstheorie weltweit

Besonders stark ist die Ablehnung der Evolutionstheorie in den USA verbreitet. Zwei Drittel bis drei Viertel der Bevölkerung sind überzeugt, dass Gott den Menschen entweder erschaffen oder seine Entwicklung gesteuert hat.

Auch in Deutschland zeigten sich 2009 in einer Umfrage 20 Prozent überzeugt davon, dass der Mensch „von Gott geschaffen wurde, wie es in der Bibel steht“, fast ebenso viele waren sich nicht sicher.

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Erdogan will die Türkei zur Leuchte des Islam machen

Die osmanischen Sultane waren die politischen und als Kalifen zugleich die religiösen Führer der islamischen Welt. Der türkische Präsident Erdogan will daran anknüpfen – und hat bereits Maßnahmen ergriffen.

Von Boris Kálnoky | DIE WELT

Kleine Brötchen backen ist die Sache des türkischen Präsidenten nicht. „Wir haben unsere derzeitigen Grenzen nicht freiwillig akzeptiert“, sagte Recep Tayyip Erdogan im vergangenen Jahr in einer Rede – eine Kritik am Vertrag von Lausanne, in dem 1923 die heute gültigen Grenzen der Türkei festgelegt wurden und die weit entfernt sind von der Ausdehnung, die das Osmanische Reich  bis dahin besessen hatte. In den Staatsmedien tauchten immer wieder Landkarten mit den Grenzen des alten Reiches auf. Aus dem Gedankenspiel, der Türkei die Größe des Osmanischen Reiches zurückzugeben, wird jetzt sichtbare Politik.

Ihren Aufstieg in die Weltgeschichte begannen die Osmanen als Krieger, nicht als Frömmler. Die Religion hatte die Funktion, den Machtanspruch des Sultans zu zementieren. Auf dem Höhepunkt ihrer Stärke im 16. Jahrhundert begannen die Sultane, den Titel des Kalifen zu beanspruchen – des Nachfolgers des Propheten Mohammed als religiös-politischer Führer der islamischen Welt. Das blieb so, bis Mustafa Kemal Atatürk, der Gründer der modernen Türkei, das Kalifat 1924 abschaffte.

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Die Verhinderung von Aufklärung im NSU-Prozess durch die Bundesanwaltschaft

Während einer Demonstration in Solingen am 25. Mai 2013 © strassenstriche.net @ flickr.com (CC 2.0), bearb. MiG
Die Bundesanwaltschaft hält stoisch an ihrer Anklageschrift fest, der NSU sei ein isoliertes Trio. Dabei wurde sie vielfach widerlegt. Die Beschlüsse der Bundesanwaltschaft sind politische Entscheidungen und der staatliche Selbstschutz hat Vorrang.

Von Isabella Greif, Fiona Schmidt | MiGAZIN

Überraschenderweise beendete der Vorsitzende Richter Manfred Götzl am 18. Juli – und damit sieben Verhandlungstage vor der Sommerpause – die Beweisaufnahme im NSU-Prozess. Die Bundesanwaltschaft (BAW) kündigte an, dass sie bereits am folgenden Tag mit ihrem 22-stündigen Plädoyer beginnen könne. Die BAW setzt damit ihre bisherige Prozesspolitik fort und hält stoisch an den vielfach widerlegten Erkenntnissen ihrer Anklageschrift fest, wonach der NSU als isoliertes Trio und ohne Mitwissen des Staates agierte.

Die blockierte Aufklärung

Knapp ein Jahr nach dem Auffliegen des NSU im November 2011 erhob der Generalbundesanwalt Anklage gegen Beate Zschäpe und vier weitere Personen. Laut Anklage sei der NSU 1998 untergetaucht und habe die nächsten dreizehn Jahre als isolierte Zelle mit einem „eng begrenzten Kreis von wenigen Unterstützern“ im Untergrund in Zwickau und Chemnitz verbracht. Demnach sei der NSU „zu keiner Zeit ein Netzwerk“,1 sondern eine aus drei Personen bestehende Zelle gewesen, die mit dem Tod von Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt im Jahr 2011 aufgehört habe zu existieren. „Tatsächliche Anhaltspunkte für eine Beteiligung ortskundiger Dritter an den Anschlägen des ‚NSU‘ oder eine organisatorische Verflechtung mit anderen Gruppierungen“ hätten die Ermittlungen nicht ergeben, stellt die BAW fest.

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Kommt die Gewalt aus dem Islam? Zehn Behauptungen und zehn Antworten

(Photo by Warrick Page/Getty Images)
Immer wieder wird Terrorismus mit dem Islam in Verbindung gebracht, weil Täter sich auf die Religion berufen. Doch Gewalt mit dem Islam gleichzusetzen, ist falsch. Eine Einordnung von Ahmad Milad Karimi, der in Münster Islamwissenschaft lehrt.

Von Ahmad Milad Karimi | evangelisch.de

Behauptung 1: Der Islam ist eine gewalttätige Religion

Der Islam selber kann nicht handeln und auch keine Gewalt ausüben. Islam ist die Bezeichnung für eine Weltreligion mit gegenwärtig ca. 1,6 Milliarden Anhängern. Ein Urteil über den Islam kommt entweder aus dem theologischen Bewusstsein dieser Religion oder aus der empirischen Beobachtung der Muslime. Der Hang zur Gewalt ist keine religiöse Begebenheit.

Hingegen lassen sich die Friedenspotenziale der Religion des Islam theologisch begründen. Der Islam versteht sich als ein Weg der Glückseligkeit: Seine Ethik mit allen Tugenden, die uns seit der Antike bekannt sind, besteht darin, das mittlere Maß zu halten, jenes zwischen zwei Extremen, Übermaß und Mangel. Der Islam als Religion bewegt Muslime dazu, „Frieden zu stiften zwischen den Menschen“ (Koran 2,224). Dafür begreift sich der Koran als Rechtleitung und der Prophet Muhammad als Vorbild.

Das Ziel des Korans ist Gerechtigkeit, nicht zum Beispiel das Abhacken von Händen. Das Handabhacken ist eine Strafe aus dem 7. Jahrhundert. Nicht das Abhacken der Hände ist spezifisch islamisch, nicht der Strafvollzug ist das erklärte Ziel des Islam, sondern die Herstellung einer gerechten Gesellschaftsordnung. Deshalb sind die Strafandrohungen im Koran aus diesem Bewusstsein heraus zu lesen. Heute ist die Welt nicht mehr dieselbe wie damals.

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Hauttransplantation gegen Diabetes?

Ein genverändertes Hautstück könnte künftig gegen Krankheiten wie Diabetes Typ-2 oder Übergewicht helfen. © sciencestock/ thinkstock
Ungewöhnliche Therapie: Diabetes und Übergewicht könnten sich künftig durch eine verblüffend simple Methode behandeln lassen: durch das Einpflanzen eines kleinen, genveränderten Hautstücks. Bei Mäusen hat dies jetzt erstaunlich gut funktioniert. Trotz fettreicher Kost nahmen die Tiere weder zu, noch entwickelten sie Diabetes. Diese Methode könnte auch beim Menschen funktionieren und dann auch gegen andere Krankheiten eingesetzt werden, wie die Forscher erklären.

scinexx

Als Folge unserer Lebensweise werden Diabetes Typ-2 und Übergewicht bei uns immer häufiger. Durch falsches und zu reichliches Essen, Süßigkeiten am Abend, zuckerhaltige Limonaden und zu wenig Bewegung tragen schon ein Drittel der Weltbevölkerung zu viele Pfunde mit sich herum. Oft jedoch spielt auch die genetische Veranlagung eine Rolle. Bestimmte Genvarianten fördern das Risiko für Übergewicht und als Folge auch Diabetes.

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Aiman Mazyek: „Die AfD ist eine antimuslimische Partei“

Aiman Mazyek (Bild: Wikimedia Commons/Jakub Szypulka)
Aiman Mazyek kritisiert, dass sich die etablierten Parteien verleiten lassen, das Thema Islam im Wahlkampf zu instrumentalisieren. Mit der AfD wolle der Muslimen-Zentralrat zwar weiter sprechen, doch ein Umstand macht dies schwierig.

DIE WELT

Der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime in Deutschland, Aiman Mazyek, warnt die Parteien im Wahlkampf davor, das Thema Islam zu instrumentalisieren. „Islamthemen versprechen immer erhöhte Aufmerksamkeit. Das verleitet Politiker, die Themen zu bedienen. Ich kann nur appellieren, es nicht ausarten zu lassen, denn die Betroffenen müssen es ausbaden“, sagte Mazyek dem „Badischen Tagblatt“. Politiker dürften nicht den Radikalen hinterherlaufen, „wie sie es teilweise schon tun“.

Auf Nachfrage sagte Mazyek, er beziehe alle Parteien in seinen Appell mit ein. „Schauen Sie sich die Linke an: Frau Wagenknecht sagt, man müsse die Wähler von der AfD zurückholen. Aber doch nicht, indem man deren Positionen übernimmt.“

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Heute Abend verfinstert sich der Mond

Heute Abend können wir eine partielle Mondfinsternis erleben © Ingram Publishing/ thinkstock
Himmelsschauspiel: Wenn heute Abend gegen 20:50 Uhr der Mond aufgeht, ist eine Mondfinsternis in vollem Gange. Der Mond erscheint „angeknabbert“ und teilweise deutlich verdunkelt. Grund ist eine partielle Mondfinsternis, bei der der Mond zum Teil durch den Kernschatten der Erde wandert. Der Erdtrabant steht währenddessen bei uns nah über dem Horizont – ein gutes Fotomotiv.

scinexx

Alle ein bis zwei Jahre passt die orbitale Ausrichtung perfekt: Der Mond zieht dann auf seinem Weg um die Erde genau durch den Erdschatten hindurch, so dass kaum noch Sonnenlicht auf ihn fällt. Der normalerweise helle Vollmond erscheint dann verdunkelt und rötlich verfärbt – eine totale Mondfinsternis. Ein solches Ereignis konnten wir beispielsweise im September 2015 beobachten.

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Boris Palmer: Kriminalitätsrate bei Flüchtlinge überproportional hoch

Boris Palmer bei einem Parteitag der Grünen (2006). Bild: wikimedia.org/CC BY 2.0 – Björn Láczay
Der Grüne Oberbürgermeister von Tübingen, Boris Palmer, hat in einem Interview mit Cicero die Flüchtlingspolitik der eigenen Partei kritisiert.

kath.net

Der Grüne Oberbürgermeister von Tübingen, Boris Palmer, hat in einem Interview mit Cicero die deutsche und auch die Flüchtlingspolitik der Grünen kritisiert. Er sei der Meinung, dass man Probleme nicht gelöst bekommt, solange man die Augen verschließe. Dazu gehöre, dass man sich eingestehe, dass unter den Flüchtlingen eine kleine Minderheit dafür sorgt, dass die Kriminalitätsrate über alle Flüchtlinge hinweg überproportional hoch sei, und zwar insbesondere bei Gewaltdelikten. Palmer kritisierte in dem Zusammenhang, dass man in Deutschland überall das gleiche erlebe und sofort ins „rechte Eck“ gedrängt werde, wenn man unbequeme Dinge anspreche.

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Extreme Dürre in den USA: Vorerst keine Problem für den Weltmarkt

Plötzliche Dürre bedroht im Mittleren Westen der USA große Teile der Weizenernte. Bedeutung der US-Produktion für den Weizen-Weltmarkt ist allerdings in den letzten Jahren zurückgegangen

Von Wolfgang Pomrehn | TELEPOLIS

„Flash Drought“, Blitzdürre heißt ein neues Schreckgespenst, das durch die USA geistert. Und wenn sich bewahrheiten sollte, was einige bereits befürchten, nämlich die Vernichtung der Hälfte der Weizenernte auf den sogenannten High Plains, dem östlichen Vorland der Rocky Mountains, dann sollten auch rund um den Globus die Menschen aufhorchen.

Noch vor drei Monaten gab es nach den Berichten diverser US-Medien kaum Anzeichen für eine Dürre, aber nun zieht sich ein Band mäßigen bis schweren Niederschlagsdefizits durch den Weizen-Gürtel der USA. Besonders betroffen seien die Staaten Montana, Nord- und Süddakota.

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„Die Lüge ist Anti-Aufklärung“

„Allet Lügen“: Alltagspoesie auf einer Hauswand in Berlin (dpa/Wolfram Steinberg)
Wer lügt, braucht Fantasie? Nicht unbedingt, meint die Philosophin Bettina Stangneth. Vielmehr muss er wissen, woran sein Gegenüber Glaubwürdigkeit festmacht. In ihrem neuen Buch „Lügen lesen“ entwirft sie eine Philosophie der Lüge.

Bettina Stangneth im Gespräch mit Simone Miller | Deutschlandfunk Kultur

Wer lügt, setzt Indizien der Glaubwürdigkeit strategisch ein. Das meint die Philosophin Bettina Stangneth. Wer sich bewusst als unglaubwürdig verkaufe, könne sogar die Wahrheit als Lüge präsentieren, sagte sie im Deutschlandfunk Kultur. Das sei etwa wichtigen Funktionären des Nationalsozialismus gelungen. Wer hingegen als glaubwürdig gelesen werde, dem würde man auch eine manipulative Darstellung der Wirklichkeit abnehmen. Die Lüge sei deshalb nur in ihrer dialogischen Struktur richtig zu verstehen, so Stangneth.

Die übersehene Verantwortung der Leichtgläubigen

Wir sparen den Anteil des Gläubigen am Erfolg der Lüge gern aus, so Stangneths These. Dabei gebe es auch eine wichtige Verantwortung des Zuhörens. Nur wenn die Zuhörenden die unredliche Darstellung akzeptierten, habe eine Lüge Erfolg.

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IS-Einheit trainiert Terroristen für Anschläge in Europa

Bild: nationalreview.com
Ein in Syrien gefangener Kämpfer des Islamischen Staates hat berichtet, dass eine geheim operierende Einheit des IS Anschläge in Europa koordiniere. Die Ausbildung zum Attentäter dauere sieben Monate.

DIE WELT

Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) unterhält in Syrien eine Ausbildungseinheit für Attentäter, die Anschläge in Europa ausführen sollen. Das will die britische „Sunday Times“ unter Berufung auf einen in Syrien gefangenen IS-Kämpfer aus Europa erfahren haben. Gleichzeitig sei die Einheit für die Koordinierung von Anschlägen durch IS-Sympathisanten zuständig, die per Internet in Europa rekrutiert werden. Unter den Absolventen des Terrortrainings sollen auch IS-Kämpfer aus Deutschland sein.

Die geheim operierende Einheit soll demnach allen Ankömmlingen aus Europa im IS-Gebiet eine Ausbildung zum Attentäter anbieten. Das sieben Monate lange Training umfasse Bombenbau, extreme körperliche Belastungstests und ideologische Schulungen. Die Einheit sei noch immer aktiv. Noch im Februar 2017 sei eine Schleuserroute über die Türkei nach Europa offen gewesen.

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Erdogan kündigt Gerichtskleidung für Terrorverdächtige an

Bild: Magazin „The Economist“
Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan hat erneut einheitliche Gerichtskleidung für alle des Terrorismus angeklagten Untersuchungshäftlinge angekündigt.

Neue Zürcher Zeitung

Mutmassliche Putschisten müssten in Zukunft in braunen Overalls vor Gericht erscheinen, sagte Erdogan laut der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu am Samstag vor Anhängern der AKP im ostanatolischen Malatya. Alle anderen Terrorverdächtigen müssten im Gerichtssaal braune Hosen und Jacketts tragen. «Ab jetzt können sie nicht einfach kommen und anziehen, was sie wollen. Auf diese Weise werden sie der ganzen Welt bekannt gemacht», so Erdogan. Er beschrieb die geplanten Uniformen als «mandelfarbig».

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Woelki warnt vor Besserwisserei

Rainer Maria Woelki, Bild: wikimedia.org/CC BY-SA 3.0

Der Kölner Erzbischof Rainer Maria Woelki warnt vor Besserwisserei und rät bei guten Ratschlägen zu Sensibilität.

evangelisch.de

„Ich gebe gerne zu, dass auch wir Geistlichen hin und wieder dazu neigen, von oben herab zu predigen“, sagte der Kardinal im „Wort des Bischofs“, das am Sonntag im Domradio ausgestrahlt wird. Bei guten Ratschlägen und Belehrungen sei aber wichtig, dass der Ratgeber dem Ratsuchenden auf Augenhöhe begegne und weder arrogant noch überheblich auftrete.

Zugleich erklärte Woelki, das Belehren von Unwissenden sei notwendig und laut der Bibel sogar ein Werk der Barmherzigkeit.

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Könnte ein Ereignis alles Leben auf der Erde oder erdähnlichen Planeten auslöschen?

Bärtierchen. Tardigrada_-b.jpg:Bild: Tommy/CC BY-SA-2.0
Unwahrscheinlich, sagen Wissenschaftler mit Blick auf die schier unverwüstlichen Bärtierchen, solange die Sonne nicht stirbt

Von Florian Rötzer | TELEPOLIS

Der Kalte Krieg ist vorbei, aber das Wettrüsten, auch das nukleare, ist längst wieder im Gange. Dazu kommen die Folgen der Klimaerwärmung und das vom Menschen bewirkte Massenaussterben. Ein Szenario, bei dem man mal wieder mit dem Weltuntergang spielen kann. Forscher der Oxford University und der Harvard University haben sich allerdings in einer Studie, die in den Nature Scientific Reports erschienen ist, mit den Folgen verheerender astrophysikalischer Ereignisse beschäftigt, die einen Planeten völlig „sterilisieren“ können, also mit dem Einschlag eines großen Asteroiden, dem Vorbeizug von Sternen, einer Supernova oder einer Gammastrahlenexplosion, durch die Temperaturen über 300 Grad Celsius erzeugt werden.

Die Frage, welche Organismen solche Ereignisse überstehen könnten, ist nicht rein spekulativ. Mit der Entdeckung von Exoplaneten, auf denen es Leben geben könnte, entsteht auch die Frage, ob sich Leben auf anderen Planeten von Beginn an bis zur Beobachtung trotz Katastrophen halten könnte. Nach Ansicht der Wissenschaftler sind Ereignisse, die jedes Leben auf einem Planeten auslöschen können, höchst selten.

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NASA-Rover Curiosity feiert Jubiläum: Fünf Erdenjahre auf dem Mars

Curiosity auf dem Mars (Bild: NASA/JPL-Caltech/MSSS)
Seit fünf Jahren erkundet Curiosity die Marsoberfläche und ein ende ist noch lange nicht in Sicht. Der Rover ist einer der größten Erfolge der NASA und wichtiger Teil der jüngsten Mars-Euphorie. Nur Spuren von Leben hat er noch nicht gefunden – oder doch?

Von Martin Holland | heise.de

Ein „Kleinwagen mit einer Kofferraumladung wissenschaftlicher Instrumente“: Auf den Tag genau vor fünf Erdenjahren – oder fast drei Marsjahren – landete die NASA erfolgreich die mit Abstand größte Sonde auf dem Mars und läutete damit ein neues Kapitel in der Marserkundung ein. Curiosity mit seinem Mars Science Laboratory ist seitdem auf der Oberfläche unterwegs und sucht nach Spuren von Leben. Die hat die Sonde möglicherweise schon gefunden, wirklich sicher sind aber die Anzeichen dafür, dass der Planet einst zumindest lebensfreundlich war. Lange nach dem Ende der planmäßigen Mission, ist die Arbeit Curiositys aber immer noch nicht beendet.

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Young Iranians Are Using These Apps to Bypass Government Oppression

Supporters of President Hassan Rouhani celebrate after the results of the Iran vote were announced, in Tehran, Iran on May 20, 2017. Image: Fatemeh Bahrami/Getty Images)
Amid censorship and „moral police“, the youth of Iran are looking to their smartphones for civil liberties.

By Virginia Vigliar | MOTHERBOARD

Last May, Iranians re-elected president Hassan Rouhani, a reformist leader, in hopes he will slowly edge Iran toward a more open and progressive sociopolitical culture.

In a country where 60 percent of the 80 million population is under 30 years old, the mobile-savvy, VPN-using youth in Iran have been resisting government control. Telegram, the encrypted messaging service, has become a popular form of communication for political expression, for example. But young people are also up against internet censorship, moral policing and fundamental religious clerics. Even with a relatively more liberal leader like Rouhani, Facebook and Twitter are still banned.

„Iranians are techy, they are ready.“

 In their quest for expanded civil rights, some Iranians are taking ideas from Silicon Valley to the streets of Tehran and channeling them into apps that fill the gaps in health, education and dialogue. Built by Iranians both at home and abroad, there is hope that these mobile solutions could work where protests and advocacy has not.