NS-Vergangenheit der Konzerne: Die Wagenburg der „Anständigen“


Der Gebäudekomplex in der Berliner Mauerstraße im Jahre 1929. Bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs war hier die Zentrale der Deutschen Bank beheimatet. (Foto: Deutsche Bank)
Ein neues Buch zeigt, wie Konzerne bis in die jüngste Zeit ihre Rolle in der NS-Zeit beschönigten. Ganz vorne mit dabei: die Deutsche Bank.

Von Tim Schanetzky | Süddeutsche.de

Dass deutsche Unternehmer und Manager nach 1945 in Nürnberg vor Gericht gestellt wurden, war historisch beispiellos. Was aber bewirkte die Erfahrung von Haft und Verhör, Anklage und Verurteilung, Entnazifizierung und Wiedergutmachung? Hat sie in den Führungsetagen der Wirtschaft eine Vorstellung von der eigenen Schuld entstehen lassen?

Das Gegenteil ist richtig. Nürnberg etablierte jene Verteidigungs- und Entlastungslegenden, die sich bis in die 1990er-Jahre hartnäckig halten sollten: Im totalitären NS-Staat habe es auch für die Wirtschaft nur Befehl und Gehorsam gegeben. Da habe man sich schon um des Überlebens willen anpassen müssen. Allenfalls einige radikale Nationalsozialisten im Unternehmerlager hätten sich schuldig gemacht – die breite Masse hingegen sei „anständig“ geblieben.

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