UN sehen Anzeichen für Völkermord in Zentralafrika

The body of a Muslim man who was killed during one of the latest incidents of sectarian violence lies on the road in Bangui. Siegfried Modola/Reuters/Themenbild

Die Vereinten Nationen haben vor einem Völkermord in der Zentralafrikanischen Republik gewarnt. Erste Anzeichen eines möglichen Genozides seien sichtbar, erklärte der UN-Nothilfekoordinator Stephen O’Brien am Montag (Ortszeit) in New York nach einem Besuch des Krisenlandes. Die Gewalt zwischen verschiedenen Volksgruppen habe sich seit Jahresanfang deutlich verstärkt.

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Als Beispiel nannte O’Brien 2.000 Binnenflüchtlinge, die seit Monaten in einer katholischen Kirche ausharren. Das Anwesen sei von Milizen umstellt, die mit der Tötung der Menschen drohten. O’Brien führte aus, dass mehr als eine halbe Million Menschen innerhalb des Landes auf der Flucht seien, eine halbe Million sei ins Ausland geflüchtet.

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Gibt es ein Insektensterben in Deutschland?

Schmetterlinge gehören zu den auffälligsten Insekten in Deutschland. Wenn es weniger gibt, wird das schnell registriert. (Foto: Wolfgang Kumm/dpa)
Einiges deutet darauf hin, zur Gewissheit aber fehlen die Daten. Und Experten, die die geschätzt 50 000 Insektenarten identifizieren können.

Von Tina Baier | Süddeutsche.de

Mit dem Insektensterben ist es wie einst mit dem Klimawandel. Viele Menschen nehmen eine Veränderung wahr, aber das Phänomen wissenschaftlich nachzuweisen, ist extrem schwierig. Wie beim Wetter sind auch bei den Insekten starke jährliche Schwankungen normal. Dieses Jahr gibt es beispielsweise relativ viele Schmetterlinge. 2016 hatten sich noch besorgte Bürger bei Naturschutzorganisationen gemeldet, weil die Falter so gut wie verschwunden zu sein schienen. Dass extreme Wetterereignisse wie Starkregen und Stürme aufgrund des Klimawandels zunehmen, gilt mittlerweile als erwiesen. Um gesicherte Aussagen darüber zu machen, wie es den Insekten in Deutschland geht, fehlen hingegen die Daten. Wie beim Klima bräuchte es umfassende Langzeitbeobachtungen über mindestens zehn Jahre. „Dafür, dass das Thema so wichtig ist, wissen wir wenig“, sagt Josef Settele vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung in Halle.

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Atheismus als Grund für Asylanspruch

Justitia Skulptur (CC-by-nc-sa/3.0 by Luc Viatour)

Ein Pakistaner aus Borken, der sich vom Islam abgewendet hat und Atheist geworden ist, hat Anspruch auf Asyl. Mit diesem Urteil hat das Verwaltungsgericht in Münster dem Mann am Montag (07.08.2017) recht gegeben. Das Bundesamt für Migration hatte seinen Asylantrag zuvor abgelehnt.

WDR

Pakistaner schreibt islamkritischen Blog

Damit hat das Gericht auch entschieden, dass eine Abkehr von der Religion unter Umständen ein Grund für Asyl sein kann. Nach Meinung der Richter hat der bekennende Atheist sehr glaubhaft nachgewiesen, dass für ihn eine Rückkehr nach Pakistan lebensgefährlich sein könnte. Der Mann stammt aus einer strenggläubigen Familie, sein Vater ist Imam, aber er selbst hat schon in Pakistan begonnen, einen islamkritischen Blog zu schreiben. Damit macht er auch von Borken aus weiter und wird dafür auch hier von Landsleuten übel beschimpft und bedroht.

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Judentum und Christentum: Es ist nicht nur ein Gott

Prophet Daniel in der Löwengrube. Foto: imago stock&people
Muss die Religionsgeschichte umgeschrieben werden? Eine wegweisende Debatte über das antike Judentum und das Verhältnis zum Christentum.

Von Dirk Pilz | Frankfurter Rundschau

Es sind die Details, an denen Welten hängen. Unter den Forschern zum antiken Judentum wird deshalb über einige wenige Verse im biblischen Buch Daniel gestritten. Sie sind von hoher Bedeutung für die Geschichte des Judentums, für die des Abendlandes – und für das, was damit überhaupt gemeint ist.

Die strittigen Verse stehen bei Daniel im siebten Kapitel. Der Prophet, berühmt durch seinen schadlosen Aufenthalt in einer Löwengrube, berichtet hier von einer Vision: „Ich schaute, bis man Throne aufstellte und ein Hochbetagter sich setzte.“ Vier Verse später berichtet er dann dies: „Da kam mit den Wolken des Himmels einer wie ein Mensch. Er gelangte bis zu dem Hochbetagten und wurde vor ihn geführt.“ Und weiter: „Ihm wurden Herrschaft, Würde und Königtum gegeben.“ Wer ist dieser „Hochbetagte“, und wer ist der „wie ein Mensch“?

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Rätsel um wachsende Karakorum-Gletscher gelöst

Blick auf den Baltoro-Gletscher im höchsten Teil des östlichen Karakorums © Guilhem Vellut/ CC-by-sa 2.0
Dem Trend zum Trotz: Während der Klimawandel fast überall auf der Erde die Gletscher schrumpfen lässt, sind die Eiskappen des Karakorum-Gebirges in Zentralasien erstaunlich stabil und wachsen sogar. Warum das so ist, haben Forscher nun herausgefunden: Demnach wirkt sich ein großflächiges Zirkulationssystem im Sommer kühlend auf die Region aus. Als Folge herrschen über dem Himalaya-Ausläufer ungewöhnlich niedrige Temperaturen – der Rest der Gebirgskette aber schwitzt.

scinexx

Neben den großen Eisschilden Grönlands und der Antarktis sind die Gletscher der polaren Küsten und der Gebirge die Hauptreservoire für Eis auf unserem Planeten. Sie spielen daher für den Wasserhaushalt auf der Erde, aber auch für das Klima eine wichtige Rolle. Anstatt wie normalerweise üblich im gleichmäßigen Wechsel zu wachsen und zu schrumpfen, geraten die Gletscher durch die Erderwärmung jedoch zunehmend aus dem Gleichgewicht. Es schmilzt mehr Eis als wieder hinzukommt – die Gletscher werden immer kleiner.

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Archäologen machen spektakuläre Entdeckung in Äthiopien

So dürfte der Almaqah-Tempel im äthiopischen Yeha einmal ausgesehen haben Quelle: Deutsches Archäologisches Institut
Im 1. Jahrtausend v.u.Z. blühte im Norden Äthiopiens eine kaum bekannte Kultur mit große Strahlkraft. Die Funde zeigen Parallelen zu Saba, von dem das Alte Testament berichtet. Ein neues Kapitel der Geschichte Afrikas.

Von Berthold Seewald | DIE WELT

Als König Salomo auf dem Höhepunkt seiner Macht stand, bekam er attraktiven Besuch. Die Königin von Saba zog mit großem Gefolge in Jerusalem ein, mit Kamelen, die Spezerei und viel Gold trugen, heißt es im ersten Buch Könige des Alten Testaments (wird übrigens auch im Koran genannt!). Nach äthiopischer Überlieferung blieb es nicht dabei. Beide Monarchen zeugten zusammen einen Sohn, Menelik, der zum Stammvater der äthiopischen Kaiser werden sollte. Das alles soll sich fast 1000 Jahre vor Christi Geburt zugetragen haben.

Ob Salomo und seine Königin wirklich existiert haben, ist vor allem eine Frage des Glaubens. Denn überzeugende Beweise jenseits der heiligen Schriften fehlen. Zur Macht und zum Reichtum der Herrscherin von Saba und ihres Königreichs im nördlichen Jemen haben deutsche Archäologen jetzt eine spektakuläre Entdeckung gemacht. Ziemlich genau zu der Zeit, als nach biblischem Zeugnis die Königin dem Kollegen in Jerusalem ihre Aufwartung machte, landeten Expeditionen der Sabäer auf der anderen Seite des Roten Meeres und errichteten dort Niederlassungen, die bald ein regelrechtes Netzwerk über weite Teile des nördlichen Äthiopien bildeten. Die Funde zu den Sabäern eröffnen ein neues Kapitel der Geschichte Ostafrikas, in dem eine bislang kaum bekannte Kultur große Strahlkraft entfaltete.

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Vom asymmetrischen Krieg zurück zur konventionellen Kriegsführung

US-Brigade bei Saber Guardian Anfang Juli. Bild: Eucom.mil
Die Verschärfung des Konflikts zwischen der Nato und Russland wiederbelebt militärstrategisch und waffentechnisch den Kalten Krieg und damit den Boom der Rüstungsindustrie

Von Florian Rötzer | TELEPOLIS

Schon länger ist wieder ein Wettrüsten, auch ein nukleares, eingetreten. Aber im Unterschied zum Kalten Krieg werden die Konflikte nicht mehr im Wesentlichen von zwei Blöcken, geführt von den Weltmächten Sowjetunion und USA, bestimmt, die Welt ist multipolarer geworden. Zwar wird die derzeit herrschenden Situation wieder durch die Konkurrenz zwischen Russland und den USA dominiert, aber dazu kommt längst auch China, das sich zwar gegen die USA mit Russland verbündet hat, aber keineswegs einen Block bildet. Dazu kommen weitere Staaten, die wie Israel, Pakistan und Indien über Atomwaffen verfügen, während Nordkorea allen Staaten bislang demonstriert, dass man mit dem Besitz von Atomwaffen zumindest für lange Zeit unangreifbar wird.

Nachdem seit 2014 der Konflikt mit Russland nach der Annexion der Krim nicht angefangen, sondern sich nur weiter aufgeschaukelt hat, kommt nach den asymmetrischen Kriegen gegen islamistische Aufständische in Afghanistan und im Irak sowie in anderen Ländern Szearien einer Kriegsführung zwischen mit schweren Waffen bis Atombomben hochgerüsteten Staaten wieder auf. Man muss annehmen, dass sich hier die Kommandanten auf beiden Seiten wohler fühlen, die ihren Militärjob während des Kalten Kriegs gelernt haben.

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Gilt Meinungsfreiheit jetzt nur noch für Ausgewählte?

„Resist“: Amerikanische Studenten gegen Donald Trump Quelle: Getty Images
Es gibt derzeit drei Todsünden in der Öffentlichkeit: Sexismus, Rassismus und Antifeminismus. Wer sie begeht, droht aus der Debatte ausgeschlossen zu werden. Wird unser Leben so wirklich toleranter?

Von Felix Stephan | DIE WELT

Bei einer Fachtagung im Jahr 2011 hat der amerikanische Sozialpsychologe Jonathan Haidt einmal das Publikum gefragt, wo es sich seiner eigenen Einschätzung nach politisch befinde, bitte mit Handzeichen. Das Ergebnis der Stichprobe: Achtzig Prozent der Sozialpsychologen bei dieser Tagung identifizierten sich als „liberal oder links der Mitte“, zwei Prozent als „moderat“, ein Prozent als „libertär“, und wenn man die drei Hände, die sich für „konservativ oder rechts der Mitte“ meldeten, sachgerecht rundet, ergibt sich ein prozentualer Anteil von null.

Kurz darauf kam eine repräsentative Studie innerhalb der Sozialpsychologie zu einem ähnlichen Ergebnis: 90 Prozent der befragten Akademiker beschrieben sich als „links der Mitte“, nur 2,5 als „konservativ oder rechts der Mitte“, 94 Prozent gaben an, für Obama gestimmt zu haben, und 96 Prozent vertraten politische Positionen, die selbst in der demokratischen Partei eher als links gelten würden.

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NRW: Diese Jobs üben Polizisten nebenberuflich aus

Tausende Polizisten bessern in Nordrhein-Westfalen ihre Kasse durch eine Tätigkeit neben ihrer eigentlichen Arbeit auf. Bei einer Umfrage kamen einige überraschende Feierabend-Jobs ans Licht.

DIE WELT

Nach dem Feierabend ist noch längst nicht Schluss: Eine Umfrage der „Rheinischen Post“ hat ergeben, dass in Nordrhein-Westfalen mindestens 5317 Polizeibeamte einem Zweitjob nachgehen.

Die Beweggründe sind offenbar unterschiedlich. Während einige aus Leidenschaft einen zweiten Beruf ausüben, scheinen andere finanziell auf eine Nebentätigkeit angewiesen zu sein.

Dem Bericht zufolge arbeiten Polizisten nebenher als Kellner, Hausmeister, Schönheitsberater und Lehrer. Aber auch Fußball- und Fitnesstrainer, Stromableser, Musiker und Fachhochschuldozent sind Berufe, die Polizisten demnach ausüben.

Einige sind auch in der Polizeiausbildung tätig oder arbeiten als Rettungsassistent, Schiedsrichter, und Imker. Wieder andere würden Selbstverteidigungskurse anbieten.

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Abdullah und Abbas vereint durch Tempelbergkrise

Demonstrative Einigkeit: Jordaniens König Abdullah (l.) und PLO-Chef Abbas. Foto: rtr
Der Ärger über Israels Premier Netanjahu eint Jordaniens König Abdullah und PLO-Chef Abbas. Beim Staatsbesuch in Ramallah vereinbaren sie ein gemeinsames Krisenkomitee.

Von Inge Günther | Frankfurter Rundschau

Roter Teppich, strahlende Sonne, aufgeräumte Stimmung – beim Empfang des jordanischen Königs am Montagmittag in der palästinensischen Mukata, dem Präsidentensitz in Ramallah, bot sich ein ungetrübtes Bild. Seit der jüngsten Krise um den Jerusalemer Tempelberg, von Moslems Haram al-Scharif (erhabenes Heiligtum) genannt, scheinen König Abdullah und PLO-Chef Mahmud Abbas besonders gut miteinander zu können. Was nicht zuletzt daran liegt, dass beider Verhältnis zur israelischen Regierung derzeit besonders im Argen liegt.

Nach außen hin demonstrierte die königliche Blitzvisite im Westjordanland – die erste seit fünf Jahren –, dass man in der Jerusalem-Frage zusammensteht und sich entsprechend koordiniert. Bei den Beratungen hinter verschlossenen Türen ging es aber noch um mehr, vor allem um den darniederliegenden Nahost-Friedensprozess. Zumal US-Präsident Donald Trump seine vollmundigen Lösungsversprechen über diverse hausgemachte Debakel offenbar vergessen hat.

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Malta und Italien verweigern Aufnahme von Flüchtlingen

Italien und Malta verweigern die Aufnahme von Flüchtlingen auf einem Rettungsschiff. Italien besteht auf die Unterzeichnung des umstrittenen Verhaltenskodex, Malta sieht sich nicht zuständig.

MiGAZIN

Ein Flüchtlingsrettungsschiff der niederländischen Hilfsorganisation „Boat Refugee Foundation“ ist offenbar vor Malta blockiert, nachdem die italienischen Behörden ihm die Einfahrt in den Hafen von Lampedusa verweigerten. Auch Malta verbot der Besatzung der „Golfo Azzurro“ nach einem Bericht der Tageszeitung Times of Maltaam Montag das Einlaufen den Hafen.

Die „Golfo Azzurro“ soll den Angaben zufolge vor der libyschen Küste Migranten aus Seenot gerettet haben. Italien soll den Transport nach Lampedusa verweigert haben, da die Hilfsorganisation den neuen Verhaltenskodex des Landes nicht unterzeichnet habe. Die maltesischen Behörden verweigern die Aufnahme der Flüchtlinge wiederum mit der Begründung, Lampedusa sei der dem Ort der Rettung nächstgelegene Hafen gewesen, wie die Zeitung berichtete.

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Frauen haben aktivere Gehirne

Männer und Frauen ticken doch anders: Das Gehirn von Frauen ist sowohl in Ruhe als auch beim lösen von Aufgaben aktiver als das der Männer, wie eine Studie enthüllt. Von 128 verglichenen Hirnregionen sind demnach bis zu 65 Areale bei den Frauen aktiver. Dazu gehören die Steuerzentrale im präfrontalen Cortex und das Emotionszentrum, während bei Männern Bereiche für das Sehen und die Koordination leicht aktiver waren.

scinexx

Ticken die Gehirne von Männern und Frauen wirklich anders? Über diese Frage wird seit Jahrzehnten diskutiert. Einerseits scheint es klare Unterschiede zu geben: Männer sind beispielsweise vergesslicher, dafür empfinden Frauen Stress und negative Gefühlestärker und neigen eher zu Depressionen. Andererseits unterscheiden sich die Gehirne beider Geschlechter strukturell weniger stark als landläufig angenommen – die Übergänge sind fließend.

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Irak: Kurdenführer Barzani verspricht Christen Sicherheit

Masud Barzani (2005), Bild: wikimedia.org/Helene C. Stikkel/PD

„Nun, da sich Kurdistan “auf dem Weg zur Unabhängigkeit befindet, werden die Erfordernisse und die Rechte unserer christlichen Brüder und Schwestern in Kurdistan auf allen ebenen geschützt, wodurch das harmonische Zusammenleben in Kurdistan konsolidiert werden wird”.

kath.net

Mit diesen Worten hat sich der gegenwärtige Präsident der autonomen Provinz Kurdistan, Masud Barzani, am Wochenende erneut an die einheimischen Christen im aktuellen Nordirak gewendet Barzani versucht sich damit die Unterstützung der Christen in diesem Territorium bei der Proklamation der Unabhängigkeit Kurdistans zu sichern. Die autonome Provinz Kurdistan will die Einwohner der Region am kommenden 25. September über die Unabhängigkeit abstimmen lassen. Der Anlass, bei dem Barzani sich mit seinen Versprechen an die Christen wandte, ist sehr suggestiv: in diesen Tagen wird an die Massaker erinnert, die Soldaten des damaligen irakischen Reichs im Jahr 1933 an chaldäischen, armenischen und assyrischen Christen verübten.

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Nach dem Vorbild der Golfstaaten will nun auch Israel Al Jazeera schließen

Al Jazeera News Room in Doha :Bild: Wittylama/CC By-SA-3.0 
Der Streit der Golfstaaten mit Katar, das vor allem wegen Kontakten mit dem saudi-arabischen Widersacher Iran und der Unterstützung der Muslimbrüder mit ambivalenter Unterstützung der USA durch Boykotte auf Linie gebracht werden soll, ist auch zu einem Medienkrieg ausgeufert, dem sich nun auch Israel anschließt.

Von Florian Rötzer | TELEPOLIS

Es geht um den katarischen Sender Al Jazeera (al-Dschasira), der 1996 seinen Betrieb aufnahm, die arabische Öffentlichkeit veränderte und schon 2001 den Unwillen der USA hervorrief.

Allen voran haben Saudi-Arabien, das 2003 mit Al-Arabiya einen Gegensender zu Al Jazeera eingerichtet hat, und Jordanien kürzlich die Redaktionen in ihren Ländern geschlossen, die Vereinigten Arabischen Emirate, Bahrain und Ägypten haben den Sender und seine Websites blockiert. Saudi-Arabien verlangt neben anderen Forderungen wie dem Ende der Unterstützung für die Muslimbrüder, die Taliban und die Hisbollah oder das Dichtmachen des türkischen Stützpunkts, die Schließung des Senders. Vermutet wird, dass der junge saudische Kronprinz Mohamed bin Salman, der zuvor den Jemen-Krieg als unmittelbare Reaktion auf das Iran-Abkommen gestartet hat, den Konflikt weiter zuspitzt.

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Flüchtlinge: Schiff Rechtsextremer vor Tunesien blockiert

foto: apa/afp/fathi nasri Fischer in Zarzis protestieren gegen die Identitären. „No Racists!“ (Keine Rassisten!) steht auf dem Transparent.
Fischer und Gewerkschaft verhinderten Landung der C-Star, des Schiffs der Identitären

derStandard.at

In Tunesien hat sich eine mächtige Arbeiterorganisation an der Blockade eines Schiffs rechtsextremer Flüchtlingsgegner aus Österreich, Deutschland, Frankreich und Italien beteiligt. Der mit dem Friedensnobelpreis 2015 ausgezeichnete Gewerkschaftsdachverband UGTT rief am Montag dazu auf, die Landung der von sogenannten Identitären gecharterten C-Star abzuwehren.

Zuvor hatten bereits tunesische Fischer in zwei Häfen verhindert, dass das Schiff dort anlegen konnte. In dem Gewerkschaftsaufruf hieß es: „Lasst nicht das Rassismus-Schiff die tunesischen Häfen besudeln! Vertreibt sie, wie es eure Brüder in Zarzis und Sfax getan haben!“ Die C-Star befand sich unterdessen nach Angaben von Tracking-Portalen zur Auswertung maritimer Daten südöstlich des Hafens Sfax am Rande der tunesischen Hoheitsgewässer und bewegte sich nicht.

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Türkei: General belastet Deutschland im Putsch-Prozess

Akin Öztürk während seiner aktiven Zeit als Luftwaffengeneral| Quelle: picture alliance / dpa
Einer der Hauptangeklagten im Putsch-Prozess in der Türkei wähnt „ausländische Mächte“ als Drahtzieher – darunter Deutschland. Ist der General davon wirklich überzeugt? Vieles spricht dafür, dass er extremem Druck ausgesetzt wurde.

Von Boris Kalnoky | DIE WELT

Prellungen und Blutspuren in den Gesichtern, Augen ohne Hoffnung – so erschienen festgenommene Offiziere auf Fotos der türkischen Staatsmedien nach dem gescheiterten Coup im vergangenen Sommer. Es waren Bilder, die alles darüber sagten, was den Putschisten in der Türkei blühte. Eine Botschaft war diese: Die Türkei hat zwar Gesetze gegen Misshandlung in Polizeigewahrsam, gegen Folter – aber ab sofort würden diese Gesetze nichts mehr bedeuten.

Ein Gesicht stach heraus: Akin Öztürk. Wattebausch am blutverkrusteten Ohr, eingefallenes Gesicht – der einstige Luftwaffenchef wirkte wie ein wandelnder Toter. Zum Zeitpunkt des Putschversuchs besaß er keine aktive Funktion mehr in den Streitkräften, war aber hoch angesehen und immer noch Mitglied im Obersten Militärrat.

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Waffen aus Deutschland befeuern Konflikte

Themenbild.4ever.eu
In vielen deutschen Großstädten kommen Busse und Bahnen im viertelstunden Takt. Weltweit stirbt Schätzungen zufolge alle 14 Minuten aber auch ein Mensch durch eine deutsche Waffe. Das Kinderhilfswerk terre des hommes kämpft gegen deutsche Waffenexporte.

evangelisch.de

Das Kinderhilfswerk terre des hommes kritisiert zunehmende deutsche Waffenexporte in Krisenländer. Vor allem die Steigerung bei der Ausfuhr von Kleinwaffen sei alarmierend und ein politischer Skandal, erklärte das in Osnabrück ansässige Hilfswerk am Montag: „Schätzungen zufolge stirbt alle 14 Minuten auf der Welt ein Mensch durch eine deutsche Waffe“, sagte Vorstandssprecher Jörg Angerstein. Deshalb starte terre des hommes zur Bundestagswahl die Kampagne „Stoppt Waffenexporte„.

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Flesh-Eating Sea Fleas Feast on Teen’s Feet at Australian Beach

It’s not shark jaws you have to be worried about, but microscopic pincers.

By Caroline Haskins | MOTHERBOARD

If you’re terrified of the ocean because of sharks, you should reconsider—the real thing you need to be afraid of is invisible.

As reported by Australian news outlet The Age, 16-year-old Sam Kanizay decided to cool off after a difficult football practice on Saturday night by taking a dip in the water at the Dendy Street Beach in southeastern Australia. When he came out, his legs were dripping with blood.

Sam Kanizay’s father, Jarrod Kanizay, told Australian news outlet news.com.au that his son didn’t know he was bleeding until he stepped out of the water.

„He went back to his shoes and what he found was blood on his legs. As soon as we wiped them down, they kept bleeding,“ he said. „There was a massive pool of blood on the floor [at the hospital].“

But the culprit wasn’t sharks, stingrays, or any of the usual suspects in marine attacks on humans.

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Image: Wikimedia Commons

Dodo Juli 2017: Gloria von Thurn und Taxis

Lasst uns über Fossilien reden. Lebende.
Die Töne des Abschlussberichts zu Missbrauch und Gewalt bei den Regensburger Domspatzen waren noch nicht verklungen als sich die unheilige Allianz von Pfaffentum und blaublütiger Melange, aus Hausfrau und Unternehmerin, zu Wort meldete. Nirgendwo wird der Gegensatz zwischen Moderne und Ewiggestrigkeit deutlicher als in der Thematik sexueller Missbrauch und Gewalt.
Um es vorweg zu nehmen. Natürlich gibt es häusliche Gewalt, sexuellen Missbrauch bis in die Familien, oder gerade dort. Aber niemand von den Tätern behauptet Kinder ficken zu müssen im Namen Gottes, geweiht zu sein um mit irdischen Leid den Christen zu formen. Keiner der Täter meint seine Moral als unabdingbar darstellen zu müssen oder gar als gesellschaftliche Norm einzufordern. All das tun kinderfickende, prügelende, cholerische Pfaffen, die sich noch als Vertreter Gottes auf Erden sehen. Jahrzehnte schaute die Institution Kirche wohlgefällig in andere Ecken. Mit dem öffentlichen Ruf „Haltet den Dieb“ lenkte man von sich ab und stahl Kindern und Jugendlich einen wichtigen Teil ihres Lebens, die Kindheit, die Jugend. Ein Schuldbewusstsein, bis in „ehrwürdigste“ katholische Kreise, hat sich nicht entwickelt. Im Gegenteil, die Täter-Opfer-Umkehr funktioniert bestens. Die anderen sind schuld. Die anderen sind die Schweine, die am komatösen Kirchenkörper auch noch die letzten Dreckstellen aufdecken wollen.

Eilfertig kommt die Regensburger Hausfrau Gloria in die Dislussion gestürzt und versucht aus dem Dreckschwein ein sauberes zu machen. Ihre Argumentation kann man durchaus Plemplem nennen:

Das ist totaler Schmarrn. Das ist einfach richtig gemein. In jeder Schule, in jedem Sportverein gibt es dieses Phänomen und das wird es auch immer geben. Man geht gerne auf die Kirche los und das ist ein gefundenes Fressen.
Gloria von Thurn und Taxis

Irgendjemand meinte nach dieser Äußerung, dass die Regensburger Hausfrau nicht mehr alle Latten am Zaun habe. Angesichts der Bereitschaft die Ereignisse, Straftaten, die Gewalt bei den Regensburger Domspatzen zu relativieren ist das noch geschmeichelt.

Auf Schloß Emmeram können sich die Betroffenen ihre Wunden lecken und über die ach so schlechte Welt wehklagen. Thron und Kirche, moralischer Niedergang aller orten. Dank des Konstrukts der Beichte ist man mit seinem imaginären Freund schon wieder im Reinen. Politische Unterstützung gibt es auch, ob nun von Vertretern der AfD oder von der schweigenden Mehrheit „christlicher“ Politik. Klerikaler Konservatismus mit faschistoider Tendenz. Die Fossilien wollen zurück in ihren Sumpf. Den gilt es trockenzulegen.
Gloria von Thurn und Taxis Kämpferin für Recht und eine Ordnung die die meisten Menschen nicht wieder haben wollen. Sexuelle Aufklärung im Kindesalter fördere Pädophilie. Im Oberstübchen scheinen etliche Kontakte nicht mehr zu funktionieren.

In dem Sinne, herzlichen Glückwunsch zum zweiten Dodo.

Die Menschen werden niemals frei sein bis man nicht den letzten König mit den Eingeweiden des letzten Priesters erdrosselt hat.Denis Diderot

 

Das unmoralische Image der Atheisten

ap Richard Dawkins, der „Papst der Atheisten“, mit dem Slogan einer agnostischen Werbekampagne. Das moralische Image der Atheisten hat laut einer neuen Studie viel Luft nach oben.
Eine internationale Vergleichsstudie zeigt, dass sogar Atheisten unbegründete negative Vorurteile über ihresgleichen haben

Von Klaus Taschwer | derStandard.at

Es wäre vielleicht einmal eine eigene Studie wert, warum so viele Biologen und Verfechter der Evolutionstheorie zu den sichtbarsten Atheisten zählen: 1904 ließ sich der deutsche Darwinist Ernst Haeckel in Rom vor dem Denkmal Giordano Brunos zum Gegenpapst ausrufen. Heute hat diese Rolle des „Papsts der Atheisten“ der britische Evolutionsbiologe Richard Dawkins inne, der mit seinem Buch „Der Gotteswahn“ vor gut zehn Jahren einen Bestseller landete.

In Österreich ist die Biochemikerin Renée Schroeder eine der öffentlichsten Atheistinnen – und als Kandidatin auf der Liste Pilz auch eine der ganz wenigen Politikerinnen und Politiker, die offen für die Gottlosigkeit eintreten.

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