Getaufte Flüchtlinge fordern Asyl-Entscheider heraus


Außenstelle der Asyl-Behörde Bamf. Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf): Defizite bei der Bearbeitung und Entscheidung von Asylanträgen. (Foto: dpa)
Immer wieder steht das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge wegen Defiziten in Asylverfahren in der Kritik. Eine besondere Herausforderung stellen muslimische Flüchtlinge dar, die zum Christentum übergetreten sind.

Von Dietmar Neuerer | Handelsblatt

Der Fall sorgte bundesweit für Aufsehen: In einer Flüchtlingsunterkunft ersticht Anfang Juni ein Asylbewerber einen Jungen – offenbar weil er sich von spielenden Kindern gestört fühlt. Der Täter hätte nach Afghanistan abgeschoben werden sollen. Weil er sich dort als konvertierter Christ bedroht sah, durfte er bleiben.

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) forderte daraufhin eine genaue Prüfung von zum Christentum konvertierten Asylbewerbern. Es müsse geprüft werden, ob es weitere Fälle gebe, in denen jemand angebe, zum Christentum übergetreten zu sein. Die gibt es. Die Asyl-Entscheider vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) sind damit immer wieder konfrontiert. Und nicht immer entscheiden sie für den Asylbewerber.

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