Der lange Arm der türkischen Justiz


Bild: Magazin „The Economist“
Die türkischen Behörden gehen nun auch im Ausland gegen regimekritische Journalisten vor: Auf Ersuchen Ankaras wird ein Reporter aus Schweden im Spanien-Urlaub festgenommen. Ihm droht eine Haftstrafe. Ist das auch in Deutschland möglich?

Von Hans-Christian Rössler | Frankfurter Allgemeine

Hamza Yalcin hatte ein paar Tage Urlaub in Spanien gemacht. Danach wollte der türkische Journalist von Barcelona nach London weiterfliegen. Stattdessen landete er in einem spanischen Gefängnis. Dort muss er nun möglicherweise mehrere Wochen bleiben: Die türkischen Behörden gehen nicht mehr nur zu Hause, sondern auch im Ausland gegen regimekritische Pressevertreter vor. Bei der Ausweiskontrolle am El-Prat-Flughafen in Barcelona stellten die Beamten fest, dass gegen den 59 Jahre alten Journalisten und Autor ein von Interpol übermitteltes internationales Fahndungsersuchen aus der Türkei vorlag. Angeblich handelte es sich um eine sogenannte Red Notice; die rote Farbe des Vermerks macht die Dringlichkeit deutlich.

Laut Presseberichten werfen türkische Behörden Yalcin vor, er habe Präsident Recep Tayyip Erdogan verunglimpft und „terroristische Propaganda“ betrieben. Nach Angaben der türkischen Nachrichtenagentur Dogan soll der Journalist zudem „terroristische Beziehungen“ zur verbotenen linksextremen Revolutionären Volksbefreiungsfront (DHKP-C) unterhalten.

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