Der Moschee-Streit von Rendsburg


Gläubige Muslime beten vor der offiziellen Eröffnung in der Zentrum Moschee im schleswig-holsteinischen Rendsburg © Carsten Rehder/Picture-Alliance
Ein Vater gegen den Lehrplan von Schleswig-Holstein: Schüler sollen nicht gezwungen werden, ein islamisches Gotteshaus zu betreten. Jetzt kommt der Fall vor Gericht.

Von Sylvia Margret Steinitz | stern.de

Berichte von integrationsunwilligen Muslimen gehören zur deutschen Nachrichtenlandschaft wie der Wetterbericht. In Hamburg verweigert ein Abiturient seiner Lehrerin den Handschlag. In Frankfurt am Main will eine Elfjährige nicht zum Schwimmunterricht. In Mainz müssen Klassenfahrten ausfallen, weil muslimische Schüler nicht mitkommen wollen. Konservatives Weltbild gegen aufgeklärte Gesellschaft, religiöse Gefühle gegen den deutschen Lehrplan – der Umbau der Bundesrepublik zur multikulturellen Wertegemeinschaft gestaltet sich mitunter kompliziert. Dass es auch Deutsche gibt, die sich diesem Bauplan verweigern, kommt vor, es ist jedoch ein selten dokumentiertes Phänomen. Der „Schulschwänzerfall von Rendsburg“ ist ein Beispiel für die Verweigerung von der „anderen Seite“.

Der Fall nahm seinen Ausgang vor etwas mehr als einem Jahr, genauer am 14. Juni 2016 kurz vor 12 Uhr mittags, als sich am Gymnasium Kronwerk in Rendsburg eine siebte Klasse anschickte, die örtliche Moschee zu besuchen. Weit mussten die Schüler nicht laufen, das Islamische Zentrum liegt gleich nebenan in der Eckernförder Straße 60. Auf dem Programm stand eine Führung durch das Gebäude, anschließend sollten die Schüler selbst vorbereitete Fragen stellen. Die Veranstaltung fand im Rahmen des Geografieunterrichts statt. Für den Schwerpunkt „Orient – Machtfaktor Erdöl und Wasser“ sieht der Lehrplan des Landes Schleswig-Holstein den Besuch eines islamischen Zentrums vor, „wir verlagern sozusagen unseren Unterricht“, kündigte die Erdkundelehrerin in einer Rundmail an.

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