Religion prägt Länge und Qualität von Ehen


Protestanten und Katholiken bleiben Studien des Soziologen Michael Wagner zufolge länger verheiratet als Menschen ohne eine religiöse Bindung. Der Grund dafür ist jedoch nicht nur als positiv anzusehen.

Von Leonore Kratz | evangelisch.de

Ehen würden seltener geschieden, wenn sich die Partner an christliche Regeln des Zusammenlebens halten, sagte Wagner, der seit Jahrzehnten über die Stabilität von Partnerschaften forscht, im Gespräch mit dem Evangelischen Pressdienst (epd). Dazu gehörten etwa die Versprechen, einander treu zu sein oder sich umeinander zu kümmern. Förderlich für eine lange Ehe sei auch, wenn die Partner die eheliche Gemeinschaft in den Mittelpunkt stellten und nicht nur das eigene Wohl.

Ein geringeres Scheidungsrisiko sei jedoch nicht automatisch mit einer glücklichen Ehe gleichzusetzen, betonte der Soziologieprofessor. So blieben viele Menschen aufgrund von „externen Scheidungsbarrieren“ zusammen, obwohl sie unglücklich in der Beziehung seien. Dazu zähle etwa, wenn einer der Partner vom anderen finanziell abhängig sei oder die Angst, als geschiedene Person gesellschaftlich benachteiligt zu werden. Auch Kinder seien vielfach ein Grund, warum Paare sich nicht scheiden ließen.

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