Eine Welt voller Aberglauben

Das Sternschnuppen-Schauspiel am Himmel lockt jedes Jahr viele Neugierige an. Viele wünschen sich etwas, aber nicht alle glauben daran, dass der Wunsch in Erfüllung geht (picture alliance / dpa / Hendrik Schmidt)
Aberglaube und Esoterik seien vor allem ein Riesengeschäft, sagt der Mediziner Theodor Much, der zahlreiche kritische Sachbücher zum Umgang mit diesem Phänomen verfasst hat. Auch an die Wunschkraft von Sternschnuppen glaubt er nicht.

Theodor Much im Gespräch mit Julius Stucke | Deutschlandfunk Kultur

Der jährlich wiederkehrende Sternschnuppenschwarm der Perseiden ist ein Höhepunkt des astronomischen Jahres. Diesmal jedoch werden wohl deutlich weniger Augustmeteore am nächtlichen Firmament zu sehen sein als in anderen Jahren: Wenn die Perseiden in der Nacht von Samstag auf Sonntag ihr Maximum erreichen, dürfte die Helligkeit des Mondes die Beobachtung empfindlich stören – außerdem könnten zahlreiche Wolken den Blick in den Himmel versperren. Der Glaube an Sternschnuppen ist dem Mediziner und Sachbuchautor Theodor Much, ebenso suspekt wie Esoterik und Homöopathie. Der langjährige Facharzt für Dermatologie ist Autor zahlreicher kritischer Bücher, in denen er sich um Aufklärung bemüht.

Engelsprays in Apotheken

„Es lohnt sich immer etwas zu wünschen, aber nicht unbedingt, wenn man Sternschnuppen erblickt“, sagte Much, im Deutschlandradio Kultur. „Da gibt es schon bessere Möglichkeiten.“ Wir lebten zwar alle im angeblich aufgeklärten 20. Jahrhundert, doch in Wirklichkeit sei die Welt voller Aberglauben, Vorurteilen und Esoterik. „Egal eigentlich im Prinzip, wo man hinschaut, ob in Apotheken, wo man Engelsprays verkauft oder Bachblüten, Homöopathie, Schüßlersalze  und in diversen Läden, wo man Edelsteine verkauft, in Buchhandlungen, wo es Hunderte von Büchern zu esoterischer Literatur gibt.“  Auch in TV-Sendungen würden Wunderheiler unkritisch präsentiert. „Die Welt ist eigentlich voll mit Esoterik.“

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Militante Hindus schüren Klima der Angst

Nadrendra Modi.

70 Jahre nach der Teilung des Subkontinents radikalisiert sich auch Indien zunehmend. Mit Regierungschef Modi steht ein Nationalist an der Spitze.

Von Agnes Tandler | DER TAGESSPIEGEL

Seema ist leicht beschämt. „Ich sollte mich indischer kleiden“, sagt sie. Vor kurzem hat die 26-Jährige ein Seminar der hindunationalistischen Organisation Rashtriya Swayamsewak Sangh (RSS) besucht, seither haben sich ihre Ansichten radikal verändert. „Wenn Frauen Jeans anziehen, werden sie eher vergewaltigt“, erklärt Seema und entschuldigt sich gleichzeitig für ihre schwarze, enge Hose. „Das ist Mode, aber ich sollte immer Shalwar-Kameez (traditionelle Kleidung) tragen.“ Seema, geboren in eine Mittelklassefamilie in Indiens Hauptstadt Neu-Delhi, ist eigentlich Christin. Doch inzwischen fühlt sie sich im hinduistischen Glauben besser aufgehoben. „Hindus sind eine Einheit“, sagt sie in einem Gespräch mit dem „Indian Express“. Ihre neuen Ansichten geben ihr neues Selbstvertrauen und ein Gefühl der Stabilität.

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Raumstation ISS bekommt Teraflops-Computer

SpaceX Falcon 9 CRS-11 (Bild: Kennedy Space Center)
HPE und NASA senden morgen einen Xeon-Server mit einer SpaceX Falcon 9 vom Kennedy Space Center zur ISS: Er soll sich im Weltall bewähren.

Von Christof Windeck | heise.de

Die SpaceX-Mission CRS-12 startet am 13. August um 12:31 Uhr Ortszeit vom Launch Complex 39 des Kennedy Space Center in Cape Canaveral, Florida. Ziel ist die Raumstation ISS. In der Dragon-Kapsel auf der SpaceX Falcon 9 befindet sich unter anderem ein weitgehend aus Standardkomponenten aufgebauter Intel-Xeon-Server der Firma HPE. Die Maschine aus der Baureihe Apollo 40 liefert ungefähr 1 Teraflops an Rechenleistung – laut HPE und NASA mehr als jeder zuvor ins All geschossene Computer. Ziel des Experiments „Spaceborne Computer“ ist aber nicht, der ISS mehr Rechenleistung zu verleihen. Vielmehr soll die Zuverlässigkeit von Standard-Computern im All erforscht werden.

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In Amerika tobt ein Kulturkampf um Reiterstandbilder

Statue des Generals Robert E. Lee in Charlottesville, Virginia. (Foto: AFP)
Statuen von Südstaaten-Generälen erinnern viele an eine finstere Zeit, in der Menschen eine Ware waren. In Charlottesville demonstrierten Rechsradikale gegen den Abbau – und die Gewalt eskalierte.

Von Hubert Wetzel | Süddeutsche.de

Mal ist es Robert E. Lee hoch zu Ross. Mal ist es Thomas „Stonewall“ Jackson. Mal ist es nur ein einfacher Infanterist mit Vorderlader. Doch die Statuen von Generälen und Soldaten der konföderierten Armee – des Heeres der Südstaaten also, die im amerikanischen Bürgerkrieg von 1861 bis 1865 gegen den Norden kämpften – stehen überall im Süden der USA. Kaum eine Stadt kommt dort ohne ein Monument aus, das an den brutalen Krieg und die vielen Toten erinnert.

Die Befürworter sehen die Monumente als Zeichen der Mahnung, die vor allem an soldatische Tugenden wie Ehre oder Pflichterfüllung erinnere. Für viele Kritiker jedoch erinnern diese Statuen an etwas ganz anderes: an eine finstere Zeit, in der Rassismus Staatsdoktrin war, eine ganze Gesellschaft auf dem Fundament der Sklaverei ruhte und schwarze Menschen eine Ware ohne Rechte waren, die nach Belieben gehandelt werden konnte.

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SPD-Wahlkampf – An den Sorgen der Menschen vorbei

Bild: FB

Martin Schulz setzt im Wahlkampf auf das Thema soziale Gerechtigkeit. Dabei empfinden die meisten Menschen Deutschland gar nicht als ungerecht. Was sie eigentlich umtreibt, passt wiederum nicht in das sozialdemokratische Weltbild

Von Alexander Grau | Cicero

Glaubenssätze gibt es nicht nur in der Religion. Glaubenssätze gibt es auch in der Politik. Und zu den unumstößlichsten Glaubenssätzen hierzulande gehört, dass es in Deutschland ungerecht zugeht.

Leidenschaftlicher Apostel dieser unfrohen Botschaft ist Martin Schulz. Der Kanzlerkandidat und Vorsitzende der SPD lässt kaum eine Gelegenheit aus, die Ungerechtigkeit der deutschen Gesellschaft anzuklagen. Gerechtigkeit sei daher ein Dauerthema, und er, Schulz, werde dafür sorgen, dass Deutschland wieder gerechter wird.

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David Alaba – ohne Vertrauen auf Gott wäre er kraftlos

David Alaba, Bild: wikimedia.org/CC BY-SA 3.0 – steindy

Bayern-Spieler postet Video, auf dem er seinen Fans den biblischen Psalm 23 vorliest.

kath.net

Fußballstar David Alaba hat seinen zahlreichen Fans ermutigt, in ihrem Leben auf Gott zu vertrauen. „Ich möchte Euch was mitgeben, um gut in den Tag zu starten: ein Kapitel aus der Bibel“, sagt der Bayern-München-Spieler in einem Handyvideo, das er am Mittwoch auf seinen offiziellen Profilen in den sozialen Netzwerken Facebook und Twitter gepostet hat. Im Anschluss liest er den biblischen Psalm 23 („Der Herr ist mein Hirte, nichts wird fehlen“) vor.

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Terrormiliz IS: Die Sahel-Connection

Der französische Präsident Emmanuel Macron bei einem Besuch von französischen Truppen in Mali.Foto: Christophe Petit Tesson/AFP
Warum aus Nordafrika das neue Aufmarschgebiet der Islamisten werden könnte.

Von Frank Jansen, Susanne Kaiser | DER TAGESSPIEGEL

An warnenden Stimmen herrscht kein Mangel. In Nordafrika, fernab seines Stammgebiets, könnte der IS in einer neuen mächtigen Formation wiederauferstehen. Denn die Bedingungen sind nahezu ideal. Libyen ist dabei ein wichtiger Ausgangspunkt. Staatliche Strukturen existieren dort nicht mehr, Clans und Milizen haben das Land unter sich aufgeteilt. Die daraus resultierende Anarchie nutzt dem Extremismus. Von Libyen aus könnte er sich in alle Richtungen ausbreiten.

Zum Beispiel nach Tunesien. Dem winzigen Nachbarn fällt es immer schwerer, sich gegen das Chaos aus Libyen abzuschirmen – und gegen die von dort einsickernden Terroristen. Aus dem kleinsten Land Nordafrikas sind die allermeisten Kämpfer in den Dschihad gezogen, knapp 6000 haben die UN gezählt. Immer mehr von ihnen kehren nun zurück. Ihre Ideen könnten in Tunesien auf fruchtbaren Boden fallen. Wie in allen Staaten südlich des Mittelmeeres gibt es hier viele junge Menschen ohne Arbeit und Perspektive, die für die Misere ihre Regierung verantwortlich machen.

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Rattenplage in Washington

Washington ist unterwandert – die Stadt wird von Ratten geplagt © picture alliance / abaca / Bobby Corrigan /dpa
Im politischen Machtzentrum Amerikas rumort es unter der Oberfläche.Washington ist unterwandert – die Stadt wird von Ratten geplagt. Sie könnten zu einem echten Gesundheitsrisiko werden.

stern.de

Die Mülltone erwacht zum Leben, als ein Passant eine Coladose hineinwirft. Unruhiges Schaben und Rascheln folgen.
Sobald die Sonne untergeht, wird in vielen Teilen der US-Hauptstadt Washington ein Rattenproblem offenbar. Es droht Bewohnern und Vertretern der Stadtregierung gleichermaßen über den Kopf zu wachsen.

„Orkin“, eines der führenden Unternehmen für Schädlingsbekämpfung in den USA, listet D.C. in den „Top 50 der am meisten rattenverseuchten Städte“ nach Chicago und New York auf dem dritten Platz.

Die Zahl der nagetierebedingten Einsätze von Kammerjägern ist von 2015 bis 2016 um 65 Prozent gestiegen – von 2300 auf mehr als 3500 in privaten sowie geschäftlich genutzten Gebäuden, wie das Büro von Bürgermeisterin Muriel Bowser mitteilt.

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Twitter schweigt wie ein Grab

© AP Photo/Matt Rourke Auf Twitter zu kommunizieren ist nicht schwer. Mit Twitter zu kommunizieren hingegen schon.
Die Intransparenz des Kurznachrichtenkonzerns Twitter wird seit der Kunstaktion von Shahak Shapira immer offensichtlicher: Was passiert, wenn man den Dienst zum Hass im Netz befragen will.

Von Florian Kölsch | Frankfurter Allgemeine

Mit 328 Millionen aktiven Nutzern pro Monat weltweit ist Twitter eine der meistgenutzten Online-Plattformen. Doch obgleich Twitter viele Nutzer anlockt, scheint ihnen nicht viel an selbigen zu liegen: Wer einen gegen die Nutzungsrichtlinien verstoßenden Beitrag meldet, bekommt oft keine oder erst spät eine Antwort. In einigen Fällen bleibt die Anfrage komplett unbearbeitet: Diese Erfahrung machte der deutsch-israelische Künstler und Satiriker Shahak Shapira und nahm sie zum Anlass für seine Kunstaktion „#Heytwitter“ (F.A.Z. vom 10. August). Darin übertrug er seine Kritik an Twitter nicht nur in den öffentlichen Diskurs, sondern direkt vor die Tür des Deutschlandsitzes von Twitter in Hamburg. Die Texte – hetzerische Tweets – trug er für jedermann sichtbar auf den Bürgersteig auf. Seine Aktion sorgte für ein internationales Medienecho. Nur einer äußerte sich nicht: Der Konzern Twitter, dessen Geschäft auf Kurznachrichten beruht, setzt in eigener Sache keine Nachrichten ab. Es herrscht Funkstille.

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Europäischer Gerichtshof für Menschenrechte weist türkische Beschwerden ab

Europäisches Gericht für Menschenrechte in Straßburg. Bild: CherryX/CC BY-SA-3.0
Zehntausende von Willkür Betroffene sollen erst den nationalen Rechtsweg ausschöpfen

Von Gerrit Wustmann | TELEPOLIS

Am Mittwochmorgen holten die türkischen Behörden zu einem neuen Angriff auf die Presse aus. Es ergingen Haftbefehle gegen 35 Journalisten, unter ihnen auch der leitende Online-Redakteur der regierungskritischen Tageszeitung BirGün, Burak Ekici. Außerdem ehemalige Mitarbeiter der inzwischen verbotenen Medien Zaman, Cihan und Samanyolu TV. Die Polizei stürmte und durchsuchte ihre Wohnungen in Istanbul, zehn der Betroffenen wurden bislang festgenommen.

Die Begründung, wie in zehntausenden anderen Fällen auch: Sie hätten die Messenger-App ByLock genutzt und würden daher als Gülen-Anhänger eingestuft. ByLock wurde von einem Gülen-nahen Unternehmen entwickelt und war bis Anfang 2016 weltweit frei erhältlich. Zuletzt wurden mehrfach auch Personen unter dem Vorwand festgenommen, sie hätten in Kontakt zu ByLock-Nutzern gestanden.

Allen ByLock-Kunden wird ohne nähere Beweisaufnahme Putschunterstützung vorgeworfen. Die App soll in der Türkei von rund 10.000, weltweit von mehr als 600.000 Menschen genutzt worden sein. Die Willkür bei diesen Festnahmen zog zuletzt immer weitere Kreise. Schon 2016 gab es in dem Zusammenhang die Festnahme eines Mannes, der gar kein Smartphone besaß, sondern nur ein gewöhnliches Handy, auf dem sich keine Apps installieren lassen. Am 8. August nahm die Polizei in Istanbul eine alte Frau fest, die einen Obststand betreibt.

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Sea Eye setzt Rettungseinsätze im Mittelmeer ebenfalls aus

Nach Ärzte ohne Grenzen will auch die Organisation Sea Eye vorerst keine Einsätze zur Rettung von in Seenot geratenen Flüchtlingen im westlichen Mittelmeer mehr fahren.

Frankfurter Rundschau

Grund dafür sei eine veränderte Sicherheitslage. Das teilte die Gruppe mit. Ärzte ohne Grenzen hatte gestern ebenfalls mitgeteilt, den Einsatz zu unterbrechen. Zur Begründung hieß es, die zentrale Seenotrettungsleitstelle in Rom habe vor Sicherheitsrisiken gewarnt – verbunden mit Drohungen der libyschen Küstenwache. Sie hatten sich gegen die Schiffe humanitärer Organisationen gerichtet.

Ausnahmezustand in Charlottesville – Bilder zeigen hemmungslose Gewalt

Bei einer Kundgebung von Rechtsextremisten und Neonazis im US-Bundesstaat Virginia ist es zu gewalttätigen Auseinadersetzungen mit Gegendemonstranten gekommen Quelle: dpa/ZUMA Wire/Go Nakamura
Im Bundesstaat Virginia eskaliert die Gewalt bei einer Kundgebung von Ultrarechten. Ein Auto rast in eine Gruppe Gegendemonstranten – vermutlich vorsätzlich. Ein Mensch stirbt. Weitere bei einem Helikopter-Absturz.

DIE WELT

Die Gewalt in Charlottesville ist eskaliert. Ultrarechte hatten sich dort zu einer „proweißen Kundgebung“ versammelt. Eine Frau starb, als ein Auto – vermutlich absichtlich – in eine Gruppe Gegendemonstranten raste, Dutzende weitere Menschen wurden verletzt. Der Fahrer wurde festgenommen. Ihm wird unter anderem vorsätzliche Tötung in einem Fall sowie böswillige Körperverletzung in drei Fällen zur Last gelegt.

Bereits zuvor hatten sich Kundgebungsteilnehmer schwere Schlägereien mit Gegendemonstranten geliefert. Hunderte Menschen mit Wasserflaschen und attackierten sich mit chemischen Sprays.

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Potenziell lebensfreundliche Welten um sonnenähnlichen Stern entdeckt

illustr.: fabo feng Tau Ceti umkreisen gleich mehrere Supererden. Die Grafik zeigt das Exoplanetensystem (oben) im Vergleich zum Sonnensystem. Zwei der entdeckten Welten kreisen an den äußeren Rändern der habitablen Zone.
Berechnungen der Astronomen lassen auf vier felsige Exoplaneten in dem fast 12 Lichtjahre entfernten System schließen.

derStandard.at

Der unserer Erde zweitnächstgelegene sonnenähnliche Stern nach Alpha Centauri A ist Tau Ceti. Der 11,9 Lichtjahre entfernte Hauptreihenstern besitzt etwas weniger Masse als die Sonne und strahlt damit rund 50 Prozent weniger Licht ab als sie. Daher verschiebt sich auch die lebensfreundliche Zone um Tau Ceti weiter nach innen. Sie dürfte nach aktuellen Untersuchungen zwischen 0,6 und 0,9 Astronomischen Einheiten (90 Millionen bis 135 Millionen Kilometer) von dem Stern entfernt liegen.

Nun haben internationale Wissenschafter vier potenzielle Exoplaneten um Tau Ceti identifiziert, die alle eine Masse von zumindest 1,7 Erdmassen besitzen und damit womöglich Gesteinsplaneten sind. Zwei von ihnen kreisen an den äußeren Rändern der habitablen Zone, bieten also theoretisch Bedingungen, unter denen flüssiges Wasser über längere Zeiträume vorhanden sein könnte.

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Papst Franz segnet unabsichtlich Regenbogenfamilie

Verehrungswürdige Puppe. Themenbild
Da ist wohl im Vatikan etwas schief gegangen: Das Staatssekretariat des Kirchenstaates schickte einer Familie zur Taufe ihrer drei Kinder einen Glückwunschbrief und ein signiertes Foto von Papst Franziskus. Doch dabei haben die Vatikan-Beamten offenbar übersehen, dass die Eltern der Kinder ein schwules Paar sind.

Von Andreas Markus | GGG.at

LGBT-Aktivist und sein Partner adoptierten drei Kinder

Der 53-jährige Toni Reis ist Vorsitzender der brasilianischen LGBT-Organisation „Grupo Dignidad“. Gemeinsam mit seinem Partner, dem Briten David Harrad, zieht er drei Kinder groß: Vor fünf Jahren adoptierte das Paar den jetzt 16-jährigen Allyson, zwei Jahre später kamen die jetzt 14-jährige Jéssica und der elfjährige Filipe dazu.

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Die Islam-Heuchelei der Linken: Der Gewalt die Bühne bereiten

Symbol Bild: Reuters
Ein Kommentar zu einem Artikel über die zum Islam konvertierte ehemalige MTV-Moderatorin Kristiane Backer

Von Jeffrey Tayler | Richard-Dawkins-Foundation

Stellen Sie sich vor: Eine bedeutende, vielbesuchte Website von der amerikanischen Westküste veröffentlicht einen langatmigen Bericht darüber, wie eine gebildete, erfolgreiche, kompetente Frau zum fundamentalistischen Christentum konvertiert, ungeachtet der Einwände ihrer Familie, ganz zu schweigen von den grundlegenden Texten des Glaubens, die Frauenfeindlichkeit und Homophobie ausdünsten, Sklaverei billigen und eine Endzeit-Weltsicht predigen, die diametral einem Ansatz entgegensteht, den wir uns dringend aneignen müssen, um die Zukunft des Lebens auf unserem fragilen Planeten zu sichern.

Ihre Reaktion? Vielleicht kommt Ihnen als erstes folgendes in den Sinn: Wie konnte das passieren? Was trieb den Autor an? Gibt es eine dahinterliegende Erklärung? War der leitende Redakteur auf Drogen, hat er „Jesus gefunden“ oder war er einfach von Sinnen? Unser gesellschaftlicher Fortschritt der letzten Jahrzehnte, genannt seien nur Frauen- und Homosexuellenrechte, entspringt aus der Überwindung religiös verwurzelter Vorurteile; Linke sehen das gemeinhin als Tatsache.

Nein, Moment, nicht alle Linken! Manche von ihnen sind geneigt, eine im Effekt herablassende, heuchlerische, hinterlistige Ausnahme zum etablierten linken Gedankengang über den Glauben zu machen – aber nur einen bestimmten Glauben betreffend. Die Ausnahme soll lobenswert und menschenfreundlich erscheinen, in Wirklichkeit aber trampelt sie auf den Rechten von Frauen, Homosexuellen und Freidenkern herum und beleidigt damit Vernunft und menschlichen Anstand. Sie untergräbt die Werte der Aufklärung und fördert unabsichtlich Feindschaft gegen genau jene, die sie schützen möchte.

Schluss mit den abstrakten Begriffen. Die in Rede stehende Religion ist natürlich der Islam und die Website, die Huffington Post, ein langjähriges Leuchtfeuer der regressiven Linken. (Angemerkt sei, dass die obige Beschreibung der Mängel des Christentums gleichermaßen auf den Islam zutrifft.) Kürzlich veröffentlichte die Huffington Post eine wortreiche, den Islam rechtfertigende Lobeshymne: „Dieses frühere MTV-Idol fand durch den Islam inneren Frieden.“ Ihr Autor ist Akbar Ahmed, Inhaber des Ibn Khaldun Lehrstuhls für Islamwissenschaft an der American University in Washington DC. Ahmed erzählt die „Reise zum Glauben“ einer deutschen MTV-Moderatorin, Kristiane Backer, die zeitweise mit dem pakistanischen Cricket-Star Imran Khan liiert war – das ist deshalb bemerkenswert, weil Khan sie, wie sie sagt, „in den Islam einführte“. Sie fügt hinzu: „Ich sage gern, dass ich nicht suchte, sondern gefunden wurde.“

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Kirchenasyl: Seehofer schlägt moderatere Töne an

Erfreut auf Seehofers Rede reagierte der SPD-Fraktionsvorsitzende im bayerischen Landtag, Markus Rinderspacher. Der Ministerpräsident sei nach den Debatten der letzten Monate „offenbar zur Vernunft gekommen“ und wolle die Kirchen unterstützen, sagte Rinderspacher.

evangelisch.de

Der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) schlägt beim Thema Kirchenasyl moderatere Töne an. Nach einem Bericht des Bayerischen Rundfunks (BR) sagte Seehofer bei der Eröffnung der „Allgäuer Festwoche“ in Kempten am Samstag, die Zahl der Flüchtlinge in Bayern sei nicht so hoch, dass radikale Schritte wie die Ermittlungen gegen Pfarrer gerechtfertigt wären. Seehofer sicherte evangelischen und katholischen Kirchenvertretern zu, dass in Bayern an erster Stelle die Humanität stehe.

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Teherans seltsame Annäherung an die Taliban

Zahlreiche Taliban-Kämpfer in Paktika leisten ihren Treueschwur auf den neuen Führer, will zumindest das Foto der Taliban demonstrieren. Bild: heise.de
Im Nahen und Mittleren Osten verschafft Iran sich immer mehr Einfluss. Doch im Nachbarland Afghanistan wird ein alter Feind wieder stärker: die Taliban. Verbündet sich Teheran deshalb mit den Extremisten?

Von Haznain Kazim | SpON

Wenige Stunden nachdem sich am 31. Mai ein Selbstmordattentäter in einem Abwassertankwagen vor der deutschen Botschaft in Kabul in die Luft gesprengt hatte, verbreitete sich ein Gerücht unter Diplomaten islamischer Länder: Der mit eineinhalb Tonnen Sprengstoff beladene Lastwagen, erzählten sie, habe in der Nacht vor dem Anschlag auf dem Gelände der iranischen Botschaft geparkt. Mit anderen Worten: Wer auch immer der Täter war – vermutlich ein Mitglied des Haqqani-Netzwerks, einer radikalen Taliban-Gruppe -, sei von Iran unterstützt worden.

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Wenn die AfD klingt wie die Antiimperialistischen Linken

Andre Poggenburg begrüßt in Magdeburg in die Teilnehmer des Russland-Kongresses Quelle: dpa
Auf dem Russland-Kongress der AfD in Sachsen-Anhalt wird rabiater Antiamerikanismus mit rabiatem Fremdenhass verbunden. Und dann sind da auch noch mysteriöse Schwermetalle in der Luft über Magdeburg.

Von Alan Posener | DIE WELT

In der Schlange vor dem „Halber 85“ vertreibt man sich die Zeit mit Gesprächen übers Wetter. Der Himmel über Magdeburg ist grau, es nieselt. Und einige Leute wissen genau, warum: „Es werden Schwermetalle in die Luft geblasen. Von Flugzeugen aus. Dadurch bilden sich Wolken. Und dadurch werden wir lethargisch. Es gibt ja in Deutschland keine Männer mehr.“ Aber wer macht das? Wissendes, mitleidiges Lächeln: „Wer wohl? Die, die man nicht nennen darf. Sagen wir: Amerikaner.“ Willkommen in der Welt der Teilnehmer des AfD-„Russland-Kongresses“.

Geladen hat die AfD-Landtagsfraktion von Sachsen-Anhalt. Gekommen sind mindestens 250 Menschen, der Saal ist bis auf den letzten Platz besetzt. Die meisten entsprechen dem Klischee: Männer in dem, was man euphemistisch „besten Alter“ nennt. Es sind aber auch viele junge Männer dabei. Kaum Frauen. Viele Teilnehmer sind Russlanddeutsche.

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AWO gegen Kopftuch in der Schule

Themenbild
Eine Muslimin erhält von der AWO Hessen Süd eine mündliche Zusage, arbeitet zwei Tage in der Kinderbetreuung – dann heißt es: wegen ihres Kopftuchs darf sie nicht beschäftigt werden. Nun geht der Streit vor Gericht.

Von Oliver Teutsch | Frankfurter Rundschau

Es geht hoch her am Freitag vor dem Arbeitsgericht Frankfurt. „Ich darf Sie bitten, hier dem Gütetermin gerecht zu werden“, muss Richterin Silke Kohlschiffer beide Parteien gleich zweimal ermahnen. Auslöser des hitzigen Rechtsstreits ist die Frage, ob die Arbeiterwohlfahrt Hessen Süd eine Muslimin beschäftigen muss, die zum Zeichen ihrer Religiosität ein Kopftuch trägt.

Für Mahdia Maleki lief die Sache mehr als unglücklich. Die 26-Jährige bewarb sich zum Ende ihres Studiums für die Nachmittagsbetreuung an der Kasinoschule in Höchst. Nach dem Vorstellungsgespräch bei der zuständigen Arbeiterwohlfahrt (AWO) Hessen Süd bekam die Sozialpädagogin eine mündliche Zusage und wurde zu zwei pädagogischen Tagen Anfang März eingeladen. Daraufhin kündigte sie ihre Tätigkeit als Honorarkraft bei einem Forschungsprojekt. Am zweiten Tag ihrer Hospitanz kam dann aber die Kehrtwende. Die Bewerberin dürfe wegen ihres Kopftuchs nicht eingestellt werden, hieß es aus der Zentrale der AWO.

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Torch-wielding white supremacists march in Virginia University

Marchers beat counter-protesters in Charlottesville, chant ‘You will not replace us’ and ‘Jews will not replace us’ ahead of large Saturday far-right rally

By Times of Israel staff and AFP

Hundreds of torch-wielding white supremacists marched through the University of Virginia campus, chanting racist slogans and clashing with a small group of counter-demonstrators.

In videos of the march, which lasted about 20 minutes late Friday, the far-right activists can be seen using the torches and ropes to beat the counter-demonstrators next to a statue of Thomas Jefferson.

Many of them chanted “White lives matter!” “You will not replace us!” and “Jews will not replace us!”

Several can also be seen giving the Nazi salute and using the Nazi slogan “blood and soil.”

Police intervened after some of the demonstrators were sprayed with tear gas. The march came on the eve of a larger planned gathering of far right and white supremacist groups in the university town of Charlottesville.

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