Kastenwesen in Indien: Diskriminierung der Unberührbaren


foto: imago/hindustan times Ambedkar ist die Pop-Ikone der Unterprivilegierten Indien.
70 Jahre nach Erlangung der Unabhängigkeit ist die Kastenproblematik in Indien explosiv wie eh und je. Mit Statuen erkämpfen sich die „Unberührbaren“ ihren Platz in der indischen Geschichte

Von Anna Sawerthal | derStandard.at

Die Statue musste weg. Ein paar Dalits hatten sie in einer Nacht-und-Nebel-Aktion auf öffentlichem Grund im nordindischen Dorf Rudauli errichtet. Die Dalits sind die „Unberührbaren“, gehören also nicht den vier traditionellen Gruppen im Kastenwesen an.

Auf dem Platz thronte nun ihr Idol: Bhimrao Ramji Ambedkar. Er war selbst Dalit und trotzdem Hauptautor der indischen Verfassung, die 1949 unterzeichnet wurde. Als Anti-Gandhi der Unabhängigkeitsbewegung trat er vehement gegen das Kastenwesten und damit das hinduistische System ein. Das Abbild Ambedkars verstörte die Hochkastigen im Dorf. Wenn, dann möchten sie eine Statue des Freiheitshelden Mahatma Gandhi sehen.

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