Neue humanistische Gruppe in Konstanz


Dieter Kaiser engagiert sich für die neue humanistische Giordano-Bruno-Stiftung Bodensee. Sie lehnt diskriminierende Ideologien ab und setzt sich kritisch mit Verflechtungen von Staat und Kirche auseinander. | Bild: Claudia Rindt
Gründungsmitglied Dieter Kaiser kämpft gegen Diskriminierungen und für Nächstenliebe: „Mein Gott ist der Mensch“. Ein kritischer Blick auf die öffentlichen Subventionen für kirchliche Einrichtungen ist ihm wichtig.

Von Claudia Rindt | Südkurier

Dieter Kaiser ärgert sich immer, wenn er vom Tag der Religionen hört. Tag der Weltanschauungen wäre für ihn der richtige Begriff, denn dieser würde die Vielfalt der Weltverständnisse abbilden, auch von Menschen, die nicht an Gott glauben. Dieter Kaiser sagt über sich: „Mein Gott ist der Mensch. Für den tue ich etwas.“ Er gehört zu einer Gruppe von zehn Bürgern, die in Konstanz dabei sind, die humanistische Giordano-Bruno-Stiftung Bodensee zu begründen.

Der Name geht auf den italienischen Philosophen und Astronom Giordano Bruno zurück, der im Jahr 1600 als Ketzer verbrannt wurde, weil er von einem unendlich belebten Universum ausging. Kritiker fragen immer wieder, wie der Namensgeber zu den Zielen des bundesweit agierenden humanistischen Kreises mit Regionalgruppen passt, denn Giordano Bruno galt auch als Judenhasser. In Konstanz, so sagt Kaiser, wolle die Gruppe humanistische Grundsätze wie Aufklärung, kritische Rationalität, Selbstbestimmung, Gleichberechtigung und soziale Gerechtigkeit verbreiten und eintreten gegen diskriminierende Ideologien.

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