Smoke on the Water


Schiffe sind effizient, verpesten aber die Luft. (Foto: imago/Margit Wild)
Im Vergleich zu vielen Schiffsmotoren sind die manipulierten Pkw geradezu vorbildlich sauber. Auf Flüssen sind Filter unüblich, auf hoher See wird Schweröl verbrannt.

Von Marlene Weiss | Süddeutsche.de

Wer sich bei Kalkar an den Rhein stellt, nicht weit von der niederländischen Grenze, der muss schon sehr laut die Loreley aufsagen, um noch etwas Rhein-Romantik aufkommen zu lassen. Man sieht dort vor allem eine Wasserstraße, begradigt und intensiv genutzt. Schiffe fahren flussaufwärts und flussabwärts, 170 Millionen Tonnen Güter im Jahr werden hier transportiert. Und das macht Dreck – im Vergleich zu den Dieselmotoren vieler Wasserfahrzeuge sind die manipulierten Pkw-Motoren im Straßenverkehr  Luftreinhaltungsmaschinen.

Um herauszufinden, wie viel genau dort so herausgeblasen wird, haben Ralf Kurtenbach und seine Kollegen von der Universität Wuppertal vor einigen Jahren bei Kalkar ihre Messgeräte aufgestellt. Kam ein Schiff vorbei, registrierten sie den Anstieg des CO₂-, Stickoxid- und Feinstaubgehalts der Luft. Das Ergebnis veröffentlichten sie 2016 im Fachmagazin Atmospheric Chemistry and Physics: Kaum eines der untersuchten Schiffe hielt den Grenzwert für den Stickoxidausstoß ein, der in einem Papier mit dem schönen Namen Rheinschiffsuntersuchungsordnung festgelegt ist.

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