AfD-Funktionäre sollen Verbindungen zu russischem Spion haben


Der 41-jährige Manuel Ochsenreiter (l.) ist ein Journalist, der in die Krisenregionen reist, um der Deutungshoheit westlicher Medien alternative Fakten entgegenzusetzen. Hier im griechischen Parlament mit der Abgeordneten Evgenia Uzunidou. (Foto: imago)
  • AfD-Funktionäre brechen immer wieder nach Osteuropa auf – und attestieren fragwürdigen Abstimmungen in prorussischen Regionen als Wahlbeobachter demokratische Unbedenklichkeit.
  • Organisiert werden die Reisen auch über einen Berliner Verein.
  • Stellvertretender Vorsitzender ist ein Mann, dem der polnische Generalstaatsanwalt Spionage für den russischen Nachrichtendienst FSB vorwirft.

Von Katja Riedel, Andrea Becker, Sebastian Pittelkow, Georg Heil | Süddeutsche.de

Manuel Ochsenreiter trägt Stahlhelm und kugelsichere Weste. Hinter ihm türmen sich mal Reifenstapel, mal ragen Trümmer in die Luft. Meist steht er dabei freundlich lächelnd und Zigarette rauchend neben Soldaten. Auf einigen der Aufnahmen sind Wahlurnen zu sehen. Er zeigt die Bilder mit Stolz, wenn er über seine Reisen spricht, die ihn häufig in umkämpfte Krisenregionen am Rande Europas führen, etwa dorthin, wo russische Separatisten und ukrainische Truppen kämpfen.

Für Ochsenreiter, aber auch für die vielen Herren und wenigen Damen, die ihm am „Russlandtag“ der Alternative für Deutschland in der alten Fabrikhalle im Magdeburger Gewerbeviertel gebannt zuhören, ist klar: Ochsenreiter ist ihr Held. Ein Journalist, der in die Krisenregionen reist, um der Deutungshoheit westlicher Medien alternative Fakten entgegenzusetzen. Fakten, die er recherchiere, während von der nahen Front der Sound des Krieges donnert. Manuel, hörst du, wie dein Geld arbeitet, würden sie zu ihm sagen, seine „Freunde“. Europäisches Steuergeld, um amerikanische Kriegsziele in der Ukraine zu verwirklichen – so das Narrativ. Seine Erkenntnisse veröffentlicht Ochsenreiter in der extrem rechten, prorussischen und antiwestlichen Zeitschrift Zuerst, deren Chefredakteur er auch ist. Unverhohlen wird den Lesern in dem Blatt auch Nahe gelegt, wen sie wählen sollen: Die Alternative für Deutschland.

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