Frankreichs geschorene Frauen – filles à boche


Der Volkszorn macht sich Luft bei der Befreiung Frankreichs 1944/45. Tausende von Frauen werden in der «Säuberung» kahlgeschoren, als Strafe für «horizontale Kollaboration» mit dem Feind.

Von Andres Wysling | Neue Zürcher Zeitung

«Horizontale Kollaboration», lautet der Vorwurf. Die «Deutschenflittchen» (filles à boche) werden gepackt, eingesperrt, auf dem Hauptplatz vor der johlenden Menge geschoren, schliesslich von der Meute durch die Strassen getrieben, manche halb oder ganz nackt. Sie sind nur noch hässliche Glatzköpfe, ausgeschlossen von der Gesellschaft. Mit ihren Haaren verlieren sie ihr Aussehen und ihr Ansehen, ihre Weiblichkeit und ihre Persönlichkeit. Manchen wird ein Hakenkreuz auf die Stirn gemalt.

Das Kahlscheren ist ein öffentliches Rache- und Erniedrigungsritual, das überall in Frankreich stattfindet bei der Befreiung 1944/45, in grossen und kleinen Städten und in vielen kleinen Dörfern. Es richtet sich fast ausschliesslich gegen Frauen, nach einer Schätzung waren etwa 20’000 betroffen. Das brutale Geschehen kann man heute im Internet nachverfolgen und nachvollziehen, anhand von Fotos und Youtube-Videos.

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