„Sternenstaub ist häufiger als lange angenommen“


Universum Nasa, Esa, Hubble SM4 ERO Team
Staubkörner von lange verglühten Sternen gehören zu den Bausteinen auch unseres Sonnensystems. Neue Analyseverfahren, die solchen Sternenstaub in Meteoriten mit bislang unerreichter Präzision nachweisen können, zeigen: Er ist gar nicht so selten wie bislang angenommen. Über die nun in der Fachzeitschrift „Nature Astronomy“ veröffentlichten Ergebnisse sprach Welt der Physik mit Peter Hoppe vom Max-Planck-Institut für Chemie in Mainz.

Von Dirk Eidemüller | Welt der Physik

Welt der Physik: Welche Art von Sternenstaub untersuchen Sie an Ihrem Institut?

Peter Hoppe: Der Sternenstaub, der uns interessiert, stammt von fernen Sternen, die längst verglüht sind. Am Ende ihrer Lebenszeit blähen sich massereiche Sterne zu Roten Riesen auf oder explodieren sogar als Supernova. Dabei werden gigantische Mengen an Material ins All geblasen. Ein Teil davon kondensiert noch in der Nähe des Sterns zu Staubkörnern. Diese Staubkörner tragen dadurch auch Informationen über die Zusammensetzung ihres Ursprungssterns in sich. Es gibt verschiedene interessante Minerale unter diesen Staubkörnern – Siliziumkarbid, Graphit, Oxide und Silikate. Indem wir diese Staubkörner möglichst präzise untersuchen, lernen wir also gleich mehrere Dinge: einerseits, welche Arten von Sternen diese Staubkörner ursprünglich erzeugt haben, und andererseits, zu welchem Anteil unser eigenes Sonnensystem aus solchem Sternenstaub besteht. Nach unseren neuesten Ergebnissen ist Sternenstaub häufiger, als von Meteoritenforschern lange angenommen wurde. Vermutlich stammen einige Prozent des ursprünglichen, festen Materials unseres Sonnensystems aus solchen Staubkörnern.

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