Verschleppter Vietnamese: Spur führt zu deutscher Behörde


Das vietnamesische Staatsfernsehen sendet das angebliche Geständnis des Geschäftsmanns Trinh Xuan Thanh. Er soll als Chef einer Tochterfirma des staatlichen Öl- und Gaskonzerns für Millionen-Verluste verantwortlich sein. (Foto: dpa)
Im Fall des mutmaßlich in Berlin verschleppten Managers Trinh Xuan Thanh gerät ein Mitarbeiter des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge ins Visier. Der Mann wurde von Hanoi belobigt.

Von Ronen Steinke | Süddeutsche.de

Sigmar Gabriel? Der deutsche Außenminister, der vor ein paar Tagen derart scharf gegen das Regime in Vietnam protestierte, dass er den Vertreter des vietnamesischen Nachrichtendienstes aus dem Land werfen ließ, sei bloß ein Windmacher, witzelt der Vietnamese Ho N. T. Da solle man sich keine Sorgen machen, schreibt er nach Hanoi, „im Oktober wird es eine neue Bundesregierung geben“, die „entscheidet neu über die Außenpolitik“, und „spätestens in ein paar Wochen“ werde der ganze Fall vergessen sein. Sigmar Gabriel, eine lame duck.

Bislang war dies nur ein Entführungsfall. Er lief so ab: Am 23. Juli, einem Sonntag, wurde im Berliner Bezirk Tiergarten gegen 10.40 Uhr ein gefallener Günstling des vietnamesischen Regimes in ein Auto gezerrt, ein Mann namens Trinh Xuan Thanh, kurz TXT, der hier Asyl gesucht hatte. Nach allem, was die Ermittler der Bundesanwaltschaft an Indizien gesammelt haben, war es eine Aktion vietnamesischer Geheimdienstler. Ein Affront gegen die Souveränität des deutschen Staates.

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