Fremdenfeindlichkeit in Polen: Feindbild Islam


Während auch in Polen offener Antisemitismus tabubelastet ist, gilt das für Islamophobie nicht. (picture alliance / dpa / Patrick Pleul)
Terroristen, Gewalttäter, Sexualverbrecher – immer öfter werden Muslime in Polen öffentlich verunglimpft und grundlos mit Straftaten in Verbindung gebracht. Die pauschale Herabwürdigung von Muslimen ist mittlerweile Alltag in Polen. Dazu trägt auch die Regierungspartei PiS bei.

Von Jan Pallokat | Deutschlandfunk

Sprechchöre gegen Araber im Warschauer Stadtzentrum bei einem Aufmarsch der Allpolnischen Jugend, dem wohl ältesten Rechtsaußen-Verband des Landes mit etwa 5000 Mitgliedern. Dass Polens Rechtsradikale jenseits des traditionellen Antisemitismus einen neuen Hauptfeind gefunden haben, zeigen auch Untersuchungen des Warschauer Zentrums zur Erforschung von Vorurteilen. Psychologin Karolina Hansen erklärt: „Was sich in den letzten Jahren verschlimmert hat, ist der Gebrauch von Hasssprache mit Blick auf Muslime und Flüchtlinge. Obwohl insbesondere letztere in Polen gar nicht vorhanden sind, sind die Leute sehr voreingenommen. Sie wollen keine Flüchtlinge aufnehmen und auch keinen Kontakt mit ihnen.“

Übergriffe nehmen zu

Ähnliches berichtet auch der Verein „Nie wieder“, der Übergriffe gegen Minderheiten dokumentiert. Er spricht von einem „explosionsartigen“ Anstieg von Aggressionen gegen die, die der Norm dessen nicht entsprechen, was angeblich einen „richtigen“ Polen ausmacht.

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