Krebsmittel gepanscht – Tausende Betroffene unwissend


Geld und Pillen
Geld und Pillen (CC-by-sa/3.0/en by Ragesoss)
Über Jahre hinweg soll ein Bottroper Apotheker Krebsmedikamente unterdosiert und Tausende Patienten gefährdet haben. Jetzt wurde bekannt, dass die Mittel in sechs Bundesländer geliefert wurden. Viele der Betroffenen sind nicht informiert.

DIE WELT

Es gibt schon unzählige Horrorvorstellungen, Ängste und Unsicherheiten, mit denen Menschen, die Krebs haben, jeden Tag leben müssen. Wird der Krebs sich ausbreiten, werden die Therapien anschlagen, wie werde ich die Nebenwirkungen verkraften und vor allem: Werde ich überleben? Für Tausende kommt nun noch die unerträgliche Vorstellung hinzu, dass vielleicht lebensrettende Medikamente nicht korrekt hergestellt worden sind.

Jahrelang soll der Bottroper Apotheker Peter S., so der Vorwurf der Staatsanwaltschaft, Chemotherapien und Antikörper-Infusionen zu niedrig dosiert oder sogar ganz ohne Wirkstoff – mit Kochsalzlösung oder Glukose versetzt – verschickt haben. Bei den Krankenkassen habe er die volle Dosis abgerechnet. Seine „Alte Apotheke“ mit rund 90 Angestellten ist eine von rund 300 sogenannten Onkologie-Schwerpunktapotheken. Solche Apotheken verfügen über sterile Labore und versorgen Patienten individuell mit krebshemmenden Medikamenten. Die Mitarbeiter müssen speziell geschult sein.

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