Reichtum und Christentum: Durch das Nadelöhr in den Himmel


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Wie das frühe Christentum es mit dem Reichtum hielt, wie Rom unterging und wie die Kirche aufstieg: Der Historiker Peter Brown führt es in einem meisterlichen neuen Werk vor Augen.

Von Stefan Rebenich | Neue Zürcher Zeitung

Wer kennt Jesu Wort aus dem Matthäusevangelium nicht? «Willst du vollkommen sein, so geh hin, verkaufe, was du hast, und gib’s den Armen, so wirst du einen Schatz im Himmel haben.» Der reiche Jüngling, dem diese Aufforderung galt, wollte aber von seinem Besitz nicht lassen und wandte sich ab. Jesus erklärte daraufhin seinen Jüngern: «Es ist leichter, dass ein Kamel durch ein Nadelöhr geht, als dass ein Reicher ins Reich Gottes kommt.»

Peter Brown hat dem schwierigen Verhältnis von christlichem Glauben und irdischem Reichtum sein neuestes Buch gewidmet. Einmal mehr schreibt der grosse irische Historiker, der in Oxford, London, Berkeley und Princeton geforscht hat, ein faszinierendes Kapitel der Geschichte der Spätantike. Die englische Originalausgabe erschien 2012 unter dem Titel «Through the Eye of a Needle. Wealth, the Fall of Rome, and the Making of Christianity in the West, 350–550 AD».

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