Warum viel weniger Flüchtlinge in Italien ankommen als erwartet


Vor ein paar Tagen, vor der Küste nahe Tripolis: Angehörige der libyschen Küstenwache auf Patrouillenfahrt. (Foto: Hani Amara/Reuters)
  • 2017 war als Rekordjahr angekündigt, die Behörden erwarteten mehr als 200 000 Migranten. Tatsächlich sind diesen August bislang etwa zehn Mal weniger Migranten in Italien gelandet als im gleichen Zeitraum im Vorjahr.
  • Der wahrscheinlichste Grund: Ein Deal, den Italien im Februar mit Libyen unterzeichnet hat. Die Italiener bilden die libysche Küstenwache aus, unterstützen sie finanziell und die Libyer fangen Schlepperboote ab, bevor sie in internationale Gewässer gelangen.
  • Was die libysche Küstenwache mit den Migranten macht, will man in Europa nicht allzu genau wissen.

Von Oliver Meiler | Süddeutsche.de

Zero, null. Es gibt nun plötzlich Tage, da kommen keine neuen Flüchtlinge an in den Häfen von Sizilien, Kalabrien und Kampanien. Gar keine. Es sind Tage ohne Bilder von müden, aber glücklichen Menschen zumeist aus dem Westen Afrikas und aus Bangladesch, die ihre gefährliche Reise übers zentrale Mittelmeer nach Italien, dieses letzte Wegstück in ein neues Leben, überstanden haben und eingehüllt in goldene Schutzfolien aus Aluminium von Bord geführt werden. Im August gab es bisher schon fünf solcher Tage, es waren die ersten seit Beginn des Jahres.

weiterlesen

2 Comments

  1. Die Italiener haben Geld in die Hand genommen, um die Migration zu vermindern. Es wurde nicht mitgeteilt, aber in dieser Region sind auch „persönliche Geschenke“ an die Politiker und Offiziere erforderlich.

    Einige NGO Schiffe sind abgezogen, sie haben die Mitteilung aus Libyen verstanden. Also brauchen die europäischen „Foristen“ nicht mehr darüber nachdenken, wie man diese Kräfte neutralisiert.

    Es hilft schon, wenn Österreich die Schließung des Brenners androht. Das veranlasst die Entscheidungsträger in Italien, den Zustrom an Migranten stark zu vermindern. Vorher hatten noch jene Personen in Italien das Sagen, welche die Migranten auf ganz Europa aufteilen wollen (letzten Endes würden sie nach Mitteleuropa weiter ziehen, dank günstiger Bedingungen).

    Gefällt mir

Kommentare sind geschlossen.