Evolutionslehre, Kuckucke und eigenständiges Denken

Die Evolutionstheorie besagt nicht, dass wir vom Affen abstammen; es ist etwas komplizierter

Ein Armutszeugnis: Immer mehr Politiker und Eiferer möchten die Evolutionslehre und nachfolgende wissenschaftliche Konzepte nicht mehr an der Schule gelehrt haben.

Von Manuel Battegay | Basler Zeitung

Mein ehemaliger Biologielehrer am Gymnasium Ernst Hufschmid faszinierte meine MitschülerInnen und mich früh für Biologie und biologische Kreisläufe. Alle um einen Tisch sitzend und ohne grosse Hilfsmittel, ein Bleistift und Schreibblock genügte, forderte er uns bis aufs Letzte. Ein abschweifender Blick, schon gar nicht zu reden von Kaugummis, aber auch eine Antwort ohne nachzudenken wie «Ich weiss es nicht», strafte er energisch ab.

Während Prüfungen vertraute er uns und verliess das Klassenzimmer. Er forderte und förderte eigenständiges Denken. So erarbeiteten und diskutierten wir neue, spannende Erkenntnisse der Biologie. Mal waren es Pflanzen, mal Tiere, mal der Mensch und nie war es reine Wissensvermittlung. Lapidar sagte er wissend, dass einige von uns Medizin studieren würden: «Knochennamen lernt ihr noch früh genug, ihr müsst denken und fragen!» Wie recht hatte er!

Jetzt begegnen wir immer mehr Politikern und Eiferern, so aktuell Erdogan in der Türkei, die die Evolutionslehre und nachfolgende wissenschaftliche Konzepte nicht mehr an der Schule – oder gar nicht mehr – gelehrt haben möchten oder den Unterricht darüber gar verbieten. Ein Armutszeugnis! «Intelligent design», das heisst der intelligente Entwurf, die intelligente Gestaltung des Universums und des Lebens durch einen intelligenten Urheber, entsprechen autoritären Vorstellungen da schon eher.

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Wahlempfehlung des Sultans: Christdemokraten, SPD und Grüne sind Türkeifeinde

Bild: Magazin „The Economist“
  • „Ich rufe alle meine Landsleute in Deutschland auf: die Christdemokraten, die SPD, die Grünen sind alle Feinde der Türkei“, sagte Erdoğan in Istanbul vor Journalisten.
  • Deutschland sei ein Land geworden, das die Werte der Europäischen Union verletze.
  • SPD-Kanzlerkandidat Schulz und Außenminister Gabriel weisen den Boykott-Aufruf des türkische Präsidenten gegen deutsche Parteien zurück. Die Türkei und Deutschland liegen in einer Reihe von Themen über Kreuz.

Süddeutsche.de

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan hat die türkischstämmigen Wähler in Deutschland aufgefordert, bei der Bundestagswahl im September nicht für Christdemokraten, SPD oder die Grünen zu stimmen. „Ich rufe alle meine Landsleute in Deutschland auf: die Christdemokraten, die SPD, die Grünen sind alle Feinde der Türkei“, sagte Erdoğan in Istanbul vor Journalisten.

„Unterstützt die politischen Parteien, die keine Feinde der Türkei sind.“ Welche das sind, sagte er nicht. Deutschland sei ein Land geworden, das die Werte der Europäischen Union verletze.

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Rolle der Gene bislang unterschätzt

Bei eineiigen Zwillingen bleiben die Intelligenzdaten von der frühen Kindheit bis hin ins hohe Erwachsenenalter ähnlich. Bei zweieiigen „trägt sie das Leben auseinander“, sagen Forscher. (imago / McPhoto)
Zwölf Jahre untersuchten Forscher das Verhalten ein- oder auch zweieiiger Zwillinge aus 4.000 Familien, um der Entwicklung sozialer Ungleichheit auf den Grund zu gehen. Dabei kam heraus, dass die Lebenschancen eines Menschen ein ganzes Stück weit biologisches Schicksal sind – und damit nur begrenzt veränderbar.

Von Ingeborg Breuer | Deutschlandfunk

„Es geht ja so weit, dass wir im selben Moment dasselbe sagen und dann schallend lachen und unsere Sätze sogar vervollständigen können.“

„Ja, ich finde auch erschreckend, wie ähnlich es heute noch ist, trotz aller Bemühungen, nicht mehr gleich zu sein.“

Noch heute, im Erwachsenenalter, wundern sich Katja und Ulrike, wie ähnlich sie sich sind. Die beiden Frauen sind eineiige Zwillinge. Sie sind sozusagen genetische Klone und zur selben Zeit in derselben Familie aufgewachsen. Im Gegensatz etwa zu zweieiigen Zwillingen, deren Lebensumwelt zwar auch ähnlich ist, die aber nur circa fünfzig Prozent ihrer Gene teilen. Solche Tatsachen machen sich die Forscher der großen „Twinlife“-Studie zunutze. Professor Martin Diewald, Soziologe an der Uni Bielefeld, und einer der Leiter des Projekts:

„Über den Vergleich zwischen eineiigen und zweieiigen Zwillingen können wir abschätzen, inwieweit Dinge, die uns interessieren, zum Beispiel kognitive Fähigkeiten, Persönlichkeitsmerkmale, Schulerfolg, Einkommen, durch die Gene geprägt sind oder durch die Umwelt.“

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Barcelona-Attentäter bei Polizeieinsatz erschossen?

Gedenken an die Opfer in Barcelona. – APA/AFP/JOSEP LAGO
Ein 18-Jähriger gilt als Hauptverdächtiger des Terrorattentates. Laut Polizeiangaben gibt es „mehrere Indizien“, dass er bei einem Einsatz in Cambrils erschossen wurde.

Von Ralph Schulze | Die Presse.com

Der Attentäter von Barcelona, der zunächst entkommen war, ist nach jüngsten Erkenntnissen der katalanischen Polizei womöglich bei dem Polizeieinsatz in Cambrils erschossen worden. „Die Untersuchung geht in diese Richtung, es gibt mehrere Indizien, aber wir haben keinen konkreten Beweis“, sagte ein Polizeisprecher am Freitag vor Journalisten in Barcelona. Drei der fünf mutmaßlichen Attentäter, die bei dem Einsatz in Cambrils erschossen wurden, sind demnach inzwischen identifiziert.

Bei dem Attentäter soll es sich um den 18-jährigen Moussa Oukabir handeln. Der junge Marokkaner ist der jüngere Bruder von Driss Oukabir, der Stunden nach dem Attentat festgenommen wurde.

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Evangelische CSU-Politiker wollen Projektstelle gegen Linksextremismus

Früherer Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich warnt: „Wir erleben seit Jahren einen erheblichen Anstieg der Gewaltbereitschaft bei Linksextremisten und gleichzeitig seit RAF-Zeiten eine gezielte Verharmlosung linker Gewalt in Deutschland.“

kath.net

Der Evangelische Arbeitskreis/EAK der CSU Oberfranken fordert eine „Projektstelle gegen Linksextremismus“. „Der Linksextremismus ist längst eine Gefahr für die Demokratie und die innere Sicherheit in Deutschland. Besonders sichtbar wurde dies jüngst bei den Gewaltexzessen beim G 20-Gipfel in Hamburg. Staat und Medien, Kirchen, Kultur und Gesellschaft sind gefordert, dem Linksextremismus genauso entschlossen und nachhaltig die Rote Karte zu zeigen wie dem Rechtsextremismus. Nach dem Vorbild der Projektstelle gegen Rechtsextremismus in Bad Alexandersbad braucht es auch eine gleich ausgestattete Projektstelle gegen Linksextremismus.“ Dies sagte der Theologe und EAK-Bezirksvorsitzende Jürgen Henkel. „Linke Gewalt ist nicht edler als rechte Gewalt, auch wenn Politiker und bestimmte Meinungsmacher des linken Spektrums diese immer wieder relativieren. Wo bleiben die Lichterketten, Schweigemärsche, Rockkonzerte, Solidaritätsaktionen und Mahnwachen gegen linke Gewalt? Warum distanzieren sich Kirchenvertreter, linke Politiker, Künstler, Schauspieler und Intellektuelle nicht genauso deutlich und regelmäßig hörbar vom Linksextremismus wie vom Rechtspopulismus und Rechtsextremismus?“

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In amerikanischen Städten steigt die Mordrate an

Nach einer Schießerei in Chicago 2016. Bild: Supaflyrobby/CC By-SA-4.0
Chicago liegt weiter an der Spitze, was Morde und Schießereien anbelangt, Donald Trump hatte im Januar angedroht, die Kavallerie zu schicken und eine Executive Order im Februar erlassen

Von Florian Rötzer | TELEPOLIS

Chicago hatte sich zur Stadt mit der höchsten Mordrate in den USA entwickelt. Ein paar Tage nach seinem Amtsantritt glaubte vermutlich US-Präsident Donald Trump noch, er könne durch Gepolter schnelle Veränderungen herbeiführen. So schrieb er auf Twitter, dass er, wenn die „Schlächterei“ nicht aufhöre, die Kavallerie schicke, er sprach von der Bundespolizei. Es habe im Januar bereits 228 Schießereien und 42 Morde gegeben. Was in Chicago passiert, dürfe nicht anderswo in den USA geschehen. Er hatte die Stadt bereits als „Kriegsgebiet“ bezeichnet, das völlig außer Kontrolle gekommen sei.

Trump schickte nicht die „Feds“, geändert hat sich auch nichts. Tatsächlich breitet sich die Gewalt seitdem weiter in den amerikanischen Großstädten aus. Chicago liegt allerdings noch immer mit 328 Ermordeten im ersten Halbjahr an der Spitze. Vergangenes Jahr waren es im selben Zeitraum 324 Ermordete. Angestiegen sind auch Raubüberfälle und Vergewaltigungen. Im Juli und August ging es weiter bergauf. Bis zum 11, August wurden weitere 100 Menschen getötet.

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Ägypten blockiert Internetangebot der Deutschen Welle – Qantara.de

Präsident al-Sisi, Bild: businessinsider.com/bearb.:BB

Agyptische Behörden haben den Zugang zur Internetseite Qantara.de der Deutschen Welle gesperrt. Ein Sprecher des Senders sieht darin die Fortsetzung einer Kampagne gegen die Presse- und Meinungsfreiheit.

heise.de

Ägypten hat die von der Deutschen Welle (DW) verantwortete Internetseite Qantara.de gesperrt. Die Maßnahme der Regierung sei „offensichtlich Teil einer fortgesetzten Kampagne gegen die Presse- und Meinungsfreiheit“, erklärte DW-Sprecher Christoph Jumpelt am Donnerstag. Er fordert die ägyptischen Behörden auf, die Seite unverzüglich wieder freizuschalten.

Nachrichtenseiten gesperrt

Qantara („Brücke“) berichtet auf Deutsch, Englisch und Arabisch über den Islam und die islamische Welt. Das renommierte Webangebot sieht sich als Dialogportal und wichtige Säule der Kulturpolitik Deutschlands. Qantara wird getragen von der Deutschen Welle, dem Goethe-Institut, dem Institut für Auslandsbeziehungen (Ifa) und der Bundeszentrale für Politische Bildung (BPB). Die Seite wird seit 14 Jahren vom Auswärtigen Amt gefördert.

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Gereimtes und Ungereimtes in Ankara

© AFP Angeklagt: Mutmaßliche Putschisten auf dem Weg zum Prozess
Seit dem gescheiterten Staatsstreich in der Türkei wurden Tausende Verdächtige verhaftet. Doch die Prozesse gegen die mutmaßlichen Putschisten werfen viele Fragen auf.

Von Michael Martens | Frankfurter Allgemeine

Geheimdienste gehören für gewöhnlich nicht zu jenen Behörden, die ihr Tun oder Lassen durch Presseerklärungen dokumentieren. Der türkische Geheimdienst MITbildet da keine Ausnahme, weshalb es einige Aufmerksamkeit erregte, als die Organisation sich Anfang April mit einer Erklärung an die Öffentlichkeit wandte. Der islamische Theologe Adil Öksüz, hieß es darin, habe weder für den türkischen Geheimdienst gearbeitet noch sei er dessen Informant gewesen. Anderslautende Behauptungen ordnete der Geheimdienst einem „psychologischen Krieg“ gegen die Türkei zu, der von „ausländischen Mächten und Terrororganisationen“ geführt werde.

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Kirchensteuer: Steuerschuldig, bis die Unschuld bewiesen ist

Kirchensteuer-Rasterfahndung: Solche Fragenbögen verschicken die Kirchensteuerstellen bei den Finanzämtern in Berlin zehntausendfach. Foto: © A. Platzek
Wie die Evangelische Kirche versucht, Konfessionsfreie zur Kasse zu bitten – ein Erfahrungsbericht

Von Barbro Walker | Gläserne Wände

Im Frühjahr dieses Jahres bin ich berufsbedingt nach Berlin umgezogen und erhielt nun – nach fünf Monaten am Wohnort – zu meiner Überraschung ein Schreiben von der „Kirchensteuerstelle beim Finanzamt Treptow-Köpenick“, die behauptet, dass meine Kirchenmitgliedschaft „ungeklärt“ sei. Ich bin vor 16 Jahren aus der Kirche ausgetreten. Ich wurde gebeten, umgehend hierzu Angaben in einem beigefügten Bogen zu machen. Der Bogen enthielt allerlei sehr persönliche Fragen (wie etwa wann und wo ich getauft wurde) und darüber hinaus wurden Angaben abgefragt, die wohl kaum von einem mittelalten Erwachsenen gemacht werden können (etwa wie meine genaue Anschrift zum Zeitpunkt meiner Geburt lautete). Insgesamt stellte der Bogen mehr als 20 Fragen, zu denen auch Details zu meinem Kirchenaustritt (wann, wo, zuständige Behörde) gehören. Ich wurde gebeten, meinen Kirchenaustritt nachzuweisen, indem ich die Austrittbescheinigung der Behörde, die mir (vor Jahrzenten) meinen Austritt bescheinigt hat, beizufügen. Selbstredend musste ich befürchten, das entsprechende Dokument nicht mehr zu haben. Ich wusste nicht mal mehr mit Sicherheit zu sagen, welchen Wohnort ich zum Zeitpunkt meines gewollten und ganz bewusst gewählten Austrittes hatte. Ich sollte nun aber bitte binnen zwei Wochen antworten.

Meiner verärgerten Rückfrage bei der „Kirchensteuerstelle“ des Finanzamtes wurde mit entspannter Nachdrücklichkeit begegnet. Ich brauche nur das beantworten, was ich auch wisse und man wolle mir ja keine Kirchenmitgliedschaft unterstellen. Die Verärgerung über den Fragebogen kenne man schon; das sei sogar schon in der Presse diskutiert worden.

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Pinguine beim Tauchen ausspioniert

Geheimes Unterwasserleben: Biologen haben erstmals Eselspinguine beim Tauchen belauscht und beobachtet. Auf Kopf und Rücken der Vögel montierte Miniatur-Kameras dienten ihnen dabei als Spionage-Werkzeug. Sie enthüllten, wie Pinguingruppen unter Wasser kommunizieren und gemeinsam nach Futter suchen. Warum die Vögel jedoch gruppenweise jagen, ist bisher rätselhaft. Und über die Bedeutung der Tauchrufe können die Biologen bisher ebenfalls nur spekulieren.

scinexx

Eselspinguine sind gesellig und ziemlich kommunikativ – zumindest an Land. Während der Paarungszeit lassen die bis zu 90 Zentimeter großen Vögel fast ständig ihre lauten, trompetenartigen Balzrufe ertönen. Zum Repertoire gehören aber auch grunzende Warnlaute, kurze Kontaktrufe und das helle Piepen der Küken. In den großen Kolonien, die die Eselspinguine zur Brutzeit an den Küsten des Südpolarmeeres bilden, sind ihre lautstarken Rufe kaum zu überhören.

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Moschee-Gründerin kämpft für Kopftuchverbot

Themenbild
In Berlin ist ein neuer Kopftuchstreit vor Gericht gelandet. Grund ist das Neutralitätsgesetz, das religiöse Symbole an Berliner Schulen weitgehend verbietet. Moschee-Gründerin und Anwältin Seyran Ateş vertritt das Land Berlin. Das Mandat sorgt in sozialen Medien für Belustigung.

MiGAZIN

Das Land Berlin will endgültig die grundlegende Verfassungsmäßigkeit seines Neutralitätsgesetzes prüfen lassen. Anlass ist ein neuer Kopftuchstreit, der vor Gericht landete. Für diesen Fall hat sich das Land Berlin – als beklagte Seite – prominente Unterstützung geholt und lässt sich von der renommierten Anwältin, Frauenrechtlerin und Gründerin einer liberalen Moschee in der Bundeshauptstadt, Seyran Ateş, vertreten.

Ateş kündigte an, notfalls durch alle Instanzen zu gehen: „Wir wollen eine Grundsatzentscheidung zum Neutralitätsgesetz“, sagte sie dem Evangelischen Pressedienst. Dazu sei unter Umständen auch der Gang zum Bundesverfassungsgericht und bis zum Europäischen Gerichtshof geplant, betonte Ateş.

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Trumps Debattenbeitrag: ein Schweineblut-Tweet

Bild: WilliamPriceJr./FB
  • Als Reaktion auf den Anschlag in Barcelona lobt US-Präsident Trump, wie General Pershing mit Terroristen umgegangen sei.
  • Er verweist damit auf eine Legende, nach der Pershing Anfang des 20. Jahrhunderts auf den Philippinen 50 muslimische Gefangene mit in Schweineblut getauchten Kugeln hatte erschießen lassen.
  • Historiker haben diese Geschichte allerdings längst widerlegt.

Von Johannes Kuhn | Süddeutsche.de

Nach dem tödlichen Anschlag von Charlottesville hatte US-Präsident Donald Trump eine klare Verurteilung der Tat und ihrer Hintergründe vermieden. Im Zuge des Terrorangriffs von Barcelona ist dies anders. „Die Vereinigten Staaten verurteilen die Terrorattacke“, twittert er kurz nach der Tat. „Bleibt stark und hart, wir lieben Euch!“ Keine Stunde später aber entfacht er mit einem weiteren Tweet eine neue Kontroverse: „Schaut euch an, was der amerikanische General Pershing mit Terroristen getan hat, wenn sie gefangen wurden. Es gab keinen radikalen islamischen Terror für die nächsten 35 Jahre!“

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Tunesien: Präsident gegen islamische Dogmatiker

Frauen in Tunis, 2012. Bild: Peter van der Sluijs / CC BY-SA 3.0
„Das widerspricht der Scharia“: Essebsi kündigt neue Gesetze für die Gleichstellung der Frauen an

Von Thomas Pany | TELEPOLIS

Aus Nordafrika kommen oft finstere Nachrichten. In der deutschen Öffentlichkeit konzentriert sich, so der Eindruck, der Blick auf die islamistische Gefahr, auf Gefährder und das Bild, das vom Ausdruck „Nafri“ gerahmt wird. Das gilt auch für Tunesien und hat seine Gründe. Das Land stellte in der Reaktion auf den Aufstand von 2011 einen gewaltigen Block an Dschihadisten, die nach Syrien in Kampf zogen, die Zahlen rangieren zwischen 6.000 und über 10.000.

In Deutschland wuchs das Misstrauen gegen Zuwanderer aus Tunesien im Zusammenhang mit der Debatte über „nordafrikanische Intensivtäter“. Bei Berichten über den „Gewaltimport aus Nordafrika“, wie z.B. vom Bayernkurier, werden Tunesier in erster Reihe genannt. Der Anschlag auf den Berliner Weihnachtsmarkt 2016 durch den islamistischen Extremisten Anis Amri, der tunesischer Staatsbürger war, verstärkte das schlechte Bild und das Misstrauen.

Es gab eine Anfangseuphorie über die Aufstände in Tunesien, die Ende 2010 begannen und zur Absetzung des Autokraten Ben Ali führten. Das Land wurde als progressive Ausnahme in einer rückwärtsgewandten Welt bezeichnet. Allerdings kam es wegen der erschreckend fahrlässigen bzw. gewollt islamistenfreundlichen Politik der neuen Regierungspartei Ennahda gegenüber Hasspredigern, radikalen Aufwieglern und Salafisten (siehe Tunesien: Gefahr durch Dschihadisten) zu einer Ernüchterung, um es gelinde zu sagen.

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Wie in Österreich nicht zugelassene Medikamente in Spitäler kommen

foto: corn Vor einer Transplantation körpereigener Stammzellen wird Krebspatienten hochdosiert Melphalan verabreicht.

Das Wiener Hanuschspital hatte ein nicht zugelassenes Krebsmedikament angefordert – wegen Engpässen, von denen die Ages aber nichts weiß

Von Gudrun Springer | derStandard.at

Spitälern wurde ein in Österreich nicht zugelassenes Krebsmedikament geliefert, am Mittwoch wurde bekannt, dass die Firma Koanaa Healthcare deshalb angezeigt wurde. Das Hanuschspital hatte dessen Arzneimittel mit dem Wirkstoff Melphalan wegen Engpässen beim Original angefordert. Die Ages Medizinmarktaufsicht wusste weder davon etwas, noch weiß sie aktuell von Engpässen.

Frage: Warum ist aktuell vom Verdacht der Medikamentenfälschung die Rede, wenn es sich bei dem in Indien hergestellten Melphalan Koanaa nach bisherigen Erkenntnissen um ein wirksames Mittel handeln dürfte?

Antwort: Von Medikamentenfälschung werde auch gesprochen, wenn „falsche Informationen in der Produktinformation gegeben sind“ und ein Medikament „nicht gemäß der gesetzlichen Bestimmungen in den Verkehr gebracht wurde“, erklärt Christa Wirthumer-Hoche, Leiterin der Ages Medizinmarktaufsicht. Im aktuellen Fall soll Spitälern laut Ages ein in Indien hergestelltes Produkt, das in Österreich nicht zugelassen ist, in einer Packung mit österreichischer Aufmachung verkauft worden sein. Es wurde vom Markt zurückgerufen, die Firma angezeigt. Laut Ages lag keine Importbewilligung für das Arzneimittel vor, das bei Krebserkrankungen des blutbildenden Systems vor einer Transplantation körpereigener Stammzellen in flüssiger Form verabreicht wird. Die Herstellerfirma Koanaa Healthcare mit Sitz in Fischamend gab am Donnerstag mit Verweis auf das nun laufende Verfahren an, nun keine näheren Auskünfte dazu mehr zu geben. Laut Medizinmarktaufsicht liegen aktuell keine Hinweise auf eine Gefährdung von Patienten vor.

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Bewährungsstrafe für kirchlichen Mitarbeiter wegen Missbrauchs

Justitia Skulptur (CC-by-nc-sa/3.0 by Luc Viatour)

Ein ehrenamtlicher kirchlicher Mitarbeiter ist vom Landgericht Frankfurt am Main wegen sexuellen Missbrauchs einer Jugendlichen zu zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt worden.

evangelisch.de

Das milde Urteil begründeten die Richter zum einen damit, dass der heute 37-jährige Angeklagte die Tat eingeräumt hatte. Zum anderen sah die Kammer zwischen Täter und Opfer eine „Liebesbeziehung“, wie der Pressesprecher des Landgerichts, Werner Gröschel, dem Evangelischen Pressedienst (epd) am Donnerstag erklärte.

Dem Angeklagten wurde vorgeworfen, im März und April 2015 Geschlechtsverkehr mit der damals 13-jährigen Konfirmandin gehabt zu haben. Die beiden hatten nach Angaben des Gerichts zufolge mindestens drei Mal einvernehmlichen Geschlechtsverkehr in der damaligen Frankfurter Wohnung des Angeklagten.

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Levitator zum Selberbauen

Der Selbstbau-Levitator in Aktion: Sein Ultraschall-Feld hält kleine Objekte bis zu zwei Stunden in der Schwebe. © Asier Marzo/ University of Bristol
Schweben wie von Geisterhand: Jeder kann nun selbst Objekte mittels Ultraschall zum Schweben bringen – ein akustischer Levitator zum Selberbauen macht es möglich. Dafür haben Forscher die normalerweise teure und hochsensible Technik so vereinfacht, dass ein paar günstige Elektronik-Bauteile und ein Gerüst aus dem 3D-Drucker ausreichen. Der Selbstbau-Levitator kann immerhin Wassertropfen, kleine Styroporbröckchen und andere kleine Objekte bis zu zwei Stunden in der Schwebe halten – ideal für Schule und Hobbyforscher.

scinexx

Schallwellen erzeugen nicht nur Geräusche, sie können auch Objekte zum Schweben bringen. Mit dieser akustischen Levitation haben Forscher bereits Wassertropfen in der Luft gehalten, schwebende Styropor-Bröckchen manipuliert und sogar eine Art Traktorstrahl auf Ultraschall-Basis konstruiert.

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Aufgehoben: Haftbefehl gegen Terrorverdächtigen

© FRANK RÖTH Beschlossen: Das Verwaltungsgericht Frankfurt hatte die Abschiebung von Haikel S. untersagt
Haikel S. ist nach Einschätzung von Ermittlern hochgefährlich. Der Bundesgerichtshof hat den Haftbefehl gegen ihn jetzt jedoch aufgehoben. Wie es weiter geht, ist noch unklar.

Frankfurter Allgemeine

Der Haftbefehl gegen den terrorverdächtigen Tunesier Haikel S. ist aufgehoben. Der dringende Tatverdacht gegen den 36 Jahre alten Mann habe sich nicht erhärtet, berichtete seine Anwältin, Seda Basay-Yildiz, am Donnerstag. „Er kommt aber noch nicht unmittelbar auf freien Fuß“, sagte der Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft, Alexander Badle, in Frankfurt. Die Ausländerbehörde stelle einen Antrag auf Erlass eines Abschiebehaftbefehls. Über diesen werde das Amtsgericht Frankfurt entscheiden. Er rechne mit einer Entscheidung am Freitag.

Der Bundesgerichtshof in Karlsruhe hatte die Untersuchungshaft des vor einem halben Jahr bei einer Terror-Razzia festgenommenen Mannes überprüft. Die Sicherheitsbehörden werfen dem Tunesier vor, für die Terrormiliz IS in Deutschland einen Anschlag vorbereitet zu haben.

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Weiter Zulauf für die Gebetsgruppe im Weißen Haus – merkt man

Picture: Tiffany Trump/Facebook
Dear Lord, I pray in the Mighty name of Jesus, that you would give Donald J Trump wisdom and that you would protect him and fill him with Your Spirit and help him to withstand the fiery darts of the enemy
Mittlerweile nehmen ein Dutzend Regierungsmitglieder regelmäßig teil. Sie seien engagiert, gebildet und interessiert, sagt Ralph Dollinger von ‚Cabinet Ministries’, der das wöchentliche Treffen leitet.

kath.net

Die wöchentliche Bibelstunde, die er für Mitglieder der US-Regierung halte, sei die beste, die er je geleitet habe, sagt Ralph Drollinger, der Gründer und Vorsitzender von „Capitol Ministries“. Die Gebetsgruppe hat vor einigen Monaten begonnen.

Die teilnehmenden Kabinettsmitglieder seien engagiert, selbst sehr gebildet, aber interessiert und offen für neue Einsichten. Mittlerweile nimmt ungefähr ein Dutzend Personen an den wöchentlichen Treffen teil.

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KSK-Eliteeinheit: Ermittlungen nach Hitlergruß und Schweinskopfwerfen

Bundeswehrsoldaten der Eliteeinheit Kommando Spezialkräfte (KSK) trainieren den Häuserkampf und eine Geiselbefreiung.FOTO: KAY NIETFELD/DPA
Die Staatsanwaltschaft ermittelt nach einer Feier der Elitetruppe KSK, auf der Soldaten den Hitlergruß gezeigt haben sollen. Auch die Bunderwehr will den Fall untersuchen.

DER TAGESSPIEGEL

Die Staatsanwaltschaft Tübingen leitet Ermittlungen wegen angeblicher rechtsextremistischer Handlungen beim Kommando Spezialkräfte der Bundeswehr ein. Das sagte deren Leiter Michael Pfohl am Donnerstag, nachdem ein Rechercheteam mehrerer öffentlich-rechtlicher Sender darüber berichtet hatte. Zunächst müsse ermittelt werden, wo sich die Vorfälle ereignet haben, um die Zuständigkeit zu klären. Er habe erst durch den Medienbericht von den Vorfällen erfahren.

Auch die Bundeswehr hat interne Ermittlungen eingeleitet. „Nach dem bisherigen Erkenntnisstand haben sich die Vorwürfe verfassungsfeindlicher Äußerungen in Wort, Bild oder Tat aber nicht bestätigt“, sagte ein Sprecher des Heeres der dpa. Bei der Abschiedsfeier für einen Kompaniechef der Elitetruppe KSK am 27. April 2017 soll nach den Recherchen für Sendungen von ARD, ZDF, Radio Bremen und NDR zufolge unter anderem ein Schweinskopfwerfen veranstaltet worden sein.

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Neuroscientists Hack Itching, Exposing a Mysterious Neural Circuit

Shutterstock/Ingrid Prats
A key to understanding why scratching an itch feels so good.

By Michael Byrne | MOTHERBOARD

Scratching an itch doesn’t take a whole lot of brain horsepower. It’s not automated in the same sense that breathing and heart beating are, but when it comes to everyday itch-scratching it might as well be. The brain registers itching—via the same pathways that transport sensations like temperature and pain from the skin—and it naturally responds by deploying fingernails. The itch is scratched, and that feels good.

Actually, scratching an itch feels more than good. As someone that suffers from chronic eczema and spends a disproportionate amount of time in contact with poison oak, I’m something of a connoisseur of scratching and its unique, fleeting gratification. I’m a lot like a dog, if we’re being honest. I love a good scratch.

There’s more to itch scratching than one might imagine, at least from a neuroscientific perspective. It’s only been in recent years that we’ve started to isolate and identify that actual neural circuitry responsible for itching. The first identification of a nerve in the skin—any nerve—responsible for the itch sensation came in 1997. Now, researchers from the Chinese Academy of Sciences have successfully identified a neural circuit in the brain that’s thought to service this elusive sensation—a major advance. Their work is described this week in Science.

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