Erdogans nächster Feind – türkische Banken


Die türkische Regierung drängt die Banken zu billigen Krediten und verdrängt die langfristigen Risiken.

Von Marco Kauffmann Bossart | Neue Zürcher Zeitung

«Ein Desaster!», schimpfte der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan, als er unlängst die Gewinne der heimischen Banken kommentierte. Die Banken hätten im vergangenen Jahr ihre Profite beinahe verdoppelt, obwohl die Wirtschaft nur um knapp 3% gewachsen sei. Mit seiner unorthodoxen ökonomischen Logik leitete Erdogan daraus ab, dass sich der Finanzsektor auf Kosten von Bürgern und Unternehmen bereichert habe.

Plädoyer für einen Marschhalt

Erdogan, der sich nicht zuletzt aus religiöser Überzeugung als Feind von Zinsen bezeichnet, erregt regelmässig mit Tiraden gegen die Zentralbank und deren angebliche Hochzinspolitik Aufmerksamkeit. Diesmal hat sich die Regierung aber auf die Geschäftsbanken eingeschossen.

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