Kölner Schriftsteller auf Betreiben der Türkei festgenommen


Die spanische Polizei hat den deutschen Autor Doğan Akhanlı festgenommen. Sie reagierte auf einen Dringlichkeitsvermerk von Interpol, den die Türkei veranlasst hatte.

ZEIT online

Der Kölner Schriftsteller Doğan Akhanlı ist auf Veranlassung der türkischen Regierung in der spanischen Stadt Granada festgenommen worden. Das teilte sein Anwalt mit. Das Auswärtige Amt bat die spanische Regierung Akhanlı nicht an die Türkei auszuliefern. Des weiteren sei die spanische Regierung gebeten worden, die „schnellstmögliche konsularische Betreuung“ des Schriftstellers zu ermöglichen.

Der religionspolitische Sprecher der Grünen-Bundestagsfraktion, Volker Beck, hatte zuvor Außenminister Sigmar Gabriel (SPD) aufgefordert, sich unverzüglich für die Freiheit Akhanlis einzusetzen. „Der Haftbefehl ist eindeutig rechtsmissbräuchlich“, teilte er mit.

SPD-Kanz­ler­kan­di­dat Mar­tin Schulz sprach gegenüber der Bild am Sonntag von einem un­ge­heu­er­li­chen Vor­gang. Er for­derte die Bun­des­re­gie­rung und die Eu­ro­päi­sche Union zu einer deut­li­chen Re­ak­ti­on auf: „Es muss mit aller Ve­he­menz dar­auf ge­drun­gen wer­den, dass Herr Akhanlı nicht in die Tür­kei aus­ge­lie­fert wird und statt­des­sen schnellst mög­lich frei­ge­las­sen wird.“ Das Ver­hal­ten von Prä­si­dent Recep Tayyip Erdoğan trage in­zwi­schen „pa­ra­no­ide Züge.“

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