Wien: Anzeige gegen islamische Privatschule

Das Bildungsministerium hat Anzeige gegen eine islamische Privatschule in Wien erstatten lassen. Nach einer Prüfung liege nahe, dass diese ohne Anmeldung betrieben werde, sagte Ministerin Sonja Hammerschmid (SPÖ) am Sonntag zur APA. Zudem hätten sich Verdachtsmomente wegen verbotener Auslandsfinanzierung gegen andere islamische Vereine erhärtet, hieß es wiederum aus dem Bundeskanzleramt.

Die Presse.com

Derzeit prüft das Kultusamt diverse islamische Organisationen auf Finanzierung aus dem Ausland, die laut Islamgesetz verboten ist. Verstöße auf anderer Ebene vermutet man nun durch den Wiener Fachverein Imam Hatip. Hintergrund sind Spendenaufrufe der Islamischen Gemeinschaft Milli Görüs (IGMG) in Deutschland für eine Imam-Schule in Linz und eine weiterführende Schule in Wien.

Schule soll schon länger ohne Genehmigung betrieben werden

Die Behörden hegen nun den Verdacht, dass die Schule in Wien bereits seit längerer Zeit und ohne Kenntnis des Ministeriums betrieben wird. Dort sollen – nicht nur schulpflichtigen Kindern – theologische Inhalte vermittelt werden, die dem Privatschulrecht widersprechen. Hammerschmid hat am Freitag von den Vorwürfen erfahren und den Wiener Stadtschulrat angewiesen, Anzeige beim magistratischen Bezirksamt zu erstatten. „Wir müssen sofort Untersuchungen einleiten“, sagte sie zur APA.

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Seehofer beharrt auf Obergrenze

Schöne Kulisse im schönen Berlin: Seehofer und ARD-Journalisten beim Aufzeichnen des Interviews, dass am Sonntagabend ausgestrahlt wird (Foto: dpa)
  • Seehofer mache die Obergrenze nicht mehr zur Bedingung für die nächste Koalition, berichten Medien – das sei falsch, sagt der CSU-Chef.
  • „Kein Abrücken von der Obergrenze. Die 200 000 bleiben“, so Seehofer. Die Zahl bezieht sich auf die maximale Zahl von Flüchtlingen, die die CSU jährlich aufnehmen will.

Süddeutsche.de

Am Sonntagabend ist CSU-Chef Horst Seehofer in einem ARD-Interview im Fernsehen zu sehen. Vorab hatten Medien berichtet, Seehofer gebe darin eine zentrale Forderung der CSU auf: Die Partei rücke davon ab, die Obergrenze für Flüchtlinge zur Bedingung für eine Regierungsbeteiligung der CSU zu machen. Doch Seehofer widersprach umgehend den Meldungen, die für einiges Aufsehen gesorgt hatten: „Kein Abrücken von der Obergrenze. Die 200 000 bleiben.“

Der Name sei dabei nicht so wichtig, sagte Seehofer. „Wenn anstelle der ‚Obergrenze‘ ‚Kontingent‘ steht, das ist nicht mein Problem“, so der CSU-Chef. „Wir garantieren, dass dieser Dreiklang kommt: Humanität, Integration, Begrenzung“, sagte Seehofer. „Wenn ich das sage, gilt das. “

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„Eine Gesellschaft aus Atheisten könnte perfekt funktionieren“

Aber wie? Philosoph Andreas Urs Sommer über das Fast-Verschwinden der Religion, Angst vor dem Tod und die Frage: Ist uns die Suche nach dem Sinn des Lebens einfach egal?

ZEIT Campus ONLINE

ZEIT Campus ONLINE: Herr Sommer, es ist doch so: In die Kirche gehen junge Menschen, wenn überhaupt, nur noch an Weihnachten. Vielleicht schicken wir vor schweren Klausuren noch ein Stoßgebet in den Himmel. Aber mehr auch nicht. Ist Religion für uns heute überflüssig geworden?

Andreas Urs Sommer: Überflüssig nicht — jedenfalls nicht für alle. Für viele Menschen unserer pluralen Gesellschaft hat Religion aber tatsächlich als Lebensorientierung jede Bedeutung verloren. Und für nicht wenige ist Religion lediglich ein schönes Accessoire zu feierlichen Anlässen, weil man noch keine überzeugenden säkularen Riten gefunden hat: zur Taufe, an Weihnachten, bei einer Beerdigung.

ZEIT Campus ONLINE: Glauben Sie, solche säkularen Riten werden sich noch entwickeln?

Sommer: Eher nicht, denn ich glaube, Religion wird niemals vollkommen erledigt sein, so wie sich das etwa atheistische Aufklärer des 18. und 19. Jahrhunderts gewünscht haben. Das ist eine Illusion — zumal das An-den-Rand-Drängen von Religion im menschlichen Leben eine sehr westlich-europäische Erscheinung ist und Religion breiten Bevölkerungsschichten in anderen Erdteilen Halt gibt. Das hat damit zu tun, dass unsere westlichen Gesellschaften dem Individuum weiten Freiraum bei der privaten Sinnstiftung gewähren, während andere Gesellschaften eher auf Sinnvermittlung von oben herab gepolt sind: Man erwartet dort, dass autoritäre Instanzen, als die sich religiöse Anführer gerne gebärden, den Sinn des Lebens vorgeben.

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Sexvideo kursierte im Internet – Rumänischer Bischof zurückgetreten

In Rumänien ist ein Bischof der orthodoxen Kirche nach der Veröffentlichung eines Sexvideos zurückgetreten. Um Schaden von der Kirche abzuwenden, ziehe er sich zurück, erklärte Corneliu Barladeanu laut Medienberichten. Er sei aber unschuldig.

Die Presse.com

Die orthodoxe Kirche hatte am Donnerstag und Freitag über den Fall beraten. Das Video, das den Bischof der östlichen Stadt Husi beim Sex mit einem 17-jährigen Buben zeigen soll, kursiert seit Mitte Juli im Internet.

Barladeanu bleibe als Mönch in der Kirche, dürfe aber keine Messe mehr zelebrieren, erklärte die Kirche. Bereits Ende Juli war ein Priester aus dem Nordwesten des Landes exkommuniziert worden, der ebenfalls eine sexuelle Beziehung mit einem 17-Jährigen gehabt haben soll. Ihm droht eine Anklage wegen Sex mit Minderjährigen.

Noch bis zum Jahr 2000 stand Homosexualität in Rumänien unter Strafe. Auf Druck der EU wurde dies geändert.

Wichtigstes Informatikproblem soll gelöst worden sein

armin karner Seit vielen Jahrzehnten vergeblich gesucht: Eine Lösung für das Problem P versus NF. Nun steht ein weiterer möglicher Beweis zur Diskussion
Es ist eines der sieben Millenniums-Probleme, für die es je eine Million US-Dollar gibt. Ein deutscher Mathematiker hat einen neuen Beweis für P ungleich NP vorgelegt

Von Klaus Taschwer | derStandard.at

So richtig berühmt ist das sogenannte P-NP-Problem-Problem erst seit den 1970er Jahren und dem Anbruch des Computerzeitalters. Doch zumindest zwei der größten Denker des 20. Jahrhundert haben schon rund 20 Jahre früher Versionen davon formuliert: John Forbes Nash („A Beautiful Mind“) 1950 in einem Brief an die National Security Agency, in dem es um Kryptographie ging, sowie der aus Wien stammende Logiker Kurt Gödel sechs Jahre später in einem Schreiben an den Computerpionier John von Neumann.

Worum geht es bei diesem Problem, das eines der sieben Millienniums-Probleme ist, für deren Lösung das Clay Mathematics Institute im Jahr 2000 je eine Million US-Dollar auslobte? Es handelt sich dabei um eine Frage aus dem Gebiet der Komplexitätstheorie; etwas konkreter geht es um das Problem, wie schnell ein Computer Aufgaben bestimmter Komplexität lösen kann. Dabei unterscheidet man zwischen sogenannten P-Problemen und NP-Problemen.

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Erdoğan: Nicht Union, SPD oder Grüne wählen

Der türkische Staatspräsident empfiehlt bei der deutschen Bundestagswahl Parteien, „die der Türkei nicht feindlich gesinnt sind“

 

Beim gestrigen Freitagsgebet in Istanbul rief der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdoğan „alle [s]eine Landsleute in Deutschland“ auf, bei der Bundestagswahl am 24. September nicht für „die Christdemokraten, die SPD oder die Grünen“ zu stimmen. Für „[s]eine Bürger in Deutschland“ sei das eine Frage „der Ehre“. Die drei genannten Parteien sind Erdoğans Worten nach nämlich „Feinde der Türkei“ und machen eine türkeifeindliche Politik, um Wählerstimmen zu sammeln, was für Spannungen zwischen den beiden Ländern sorgt.

Obwohl einige Medien von einem einen „Boykottaufruf“ Erdoğans sprechen, rief der Staatspräsident nicht dazu auf, der deutschen Bundestagswahl fernzubleiben. Stattdessen meinte er, türkischstämmige Wahlberechtigte sollten „die politischen Parteien unterstützen, die der Türkei nicht feindlich gesinnt sind“. Dass er in diesem Zusammenhang meinte, es sei „nicht wichtig“, wie diese Parteien in der Platzierung abschneiden, deutet darauf hin, dass ihm möglicherweise vorschwebt, eine ihm zugeneigte politische Kraft in Deutschland zu etablieren. Die Moslempartei „Bündnis für Innovation und Gerechtigkeit“ (BIG), die dafür in Frage käme, wird an der Bundestagswahl 2017 jedoch nicht teilnehmen.

Unter den 42 anderen Parteien, die antreten und zugelassen wurden, kommen den Umfragen nach drei mit hoher Wahrscheinlichkeit in den Bundestag: Die Linke, die AfD und die FDP. Die Linke konzentrierte sich in der Vergangenheit stark auf kurdischstämmige Wähler, die im Durchschnitt eher Erdoğan-kritisch sind, wie unter anderem eine aktuelle Stellungnahme des Generalsekretärs der Kurdischen Gemeinde in Deutschland zeigt. Viele Politiker der Linkspartei zeigen sogar Sympathien für die verbotene kurdische PKK, was ihr Wählerpotenzial unter ethnischen Türken begrenzt.

Auch die türkischstämmigen Kandidaten in der AfD sind eher nicht auf einer Linie mit Erdoğans AKP. Letztere propagiert einen politischen Islam und fördert in der Türkei die Verschleierung, während die AfD in Deutschland mit dem Plakat „Burkas? Wir steh’n auf Bikinis“ für sich wirbt (das die Rostocker Gleichstellungsbeauftragte Brigitte Thielk als „sexistisch“ verbieten möchte).

Potenziell am ehesten in Frage käme für AKP-Anhänger, die bislang die Grünen, die SPD oder die Union wählten, wahrscheinlich die FDP. Der (nicht ganz zu den Seiten 99 ff. ihres Wahlprogramms passende) Vorschlag ihres Vorsitzenden und Spitzenkandidaten Christian Lindner, die Aufnahme der Krim in die Russische Föderation als „dauerhaftes Provisorium“ anzusehen, deutet darauf hin, dass FDP-Politiker in einer neuen Bundesregiedrung einen realpolitischeren Kurs in der Tradition der sozialliberalen Ostpolitik der 1970er fahren könnten, der eventuell auch zu einer Entspannung der Beziehungen mit der Türkei führt.

Einen türkischstämmigen Kanzlerkandidaten finden türkischstämmige Wähler in Martin Sonneborns PARTEI, die den Kabarettisten nominiert Serdar Somuncu hat. Auf Twitter verlautbarten Sonneborn und Somuncu gestern mit der erwarteten ironischen Brechung: „Die PARTEI schließt sich der Forderung des Irren vom Bosporus, Erdoğan, an“ – worauf hin die Neue Havanna Zeitung amüsiert fragte: „Sonneborn und Kancler [sic] Serdar Somuncu, welchen Deal habt ihr mit Erdoğan eingefädelt. dass er von einem Wahlboykott der PARTEI absieht?“

In den Parteien, zu deren Nichtunterstützung Erdoğan aufrief, kam die Äußerung erwartungsgemäß schlecht an: Bundeskanzlerin Angela Merkel meinte auf einer Wahlveranstaltung der CDU in Herford, sie „verbitte“ sich „jede Art von Einmischung“. Außenminister Sigmar Gabriel von der SPD meinte zwar, man solle dem türkischen Staatspräsidenten „weniger Beachtung“ schenken, machte dann aber genau das, als er einen „bislang einmaligen Akt des Eingriffs in die Souveränität unseres Landes“ beklagte und von einen „Versuch“, „Freiheit, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit [zu] zerstören“ sprach, dem man „entgegentreten“ müsse.

Ob und wie sich Erdoğans Aufruf auf des Wahlergebnis im September auswirken wird, ist schwer zu sagen: Einerseits könnte die Äußerung türkischstämmige Anhänger und deutsche Konvertiten wie den Hamas-Fan Martin Lejeune (der den AKP-Chef als großen „Reis“ verehrt) tatsächlich dazu bringen, nicht für Merkel, die SPD und die Grünen, sondern für die „Urbane Hip Hop Partei“ oder das „Bündnis Grundeinkommen“ zu stimmen. Außerhalb dieser beiden Gruppen ist Erdoğan in Deutschland eher unbeliebt. So unbeliebt, dass sein Aufruf Union, SPD und Grünen in der Summe sogar nützen könnte. Wie er sich letztendlich auswirkt, wird schwer zu ermitteln sein, weil im Wahlkampf auch zahlreiche andere Faktoren eine Rolle spielen – in den letzten Tagen etwa Thomas de Maizières gescheiterter Versuch, Daten zu Grenzkontrollen unter Verschluss zu halten, Aydan Özoğuz‘ Verteidigung der Urlaubsreisen von Flüchtlingen in ihre Heimatländer, oder Martin Schulz‘ Weigerung, über solche Themen mit Wählern zu reden.

 

Telepolis

Irakische Armee beginnt Bodenoffensive auf IS-Bastion

Ein Foto der irakischen Armee zeigt Soldaten auf dem Weg nach Tal Afar, eine der letzten größeren IS-Bastionen im Norden des…FOTO: AFP
Tal Afar liegt rund 70 Kilometer westlich von Mossul. Dort verschanzte IS-Mitglieder müssten „aufgeben oder sterben“, sagt der irakische Ministerpräsident.

DER TAGESSPIEGEL

Die irakische Armee hat nach Regierungsangaben ihre seit längerem erwartete Bodenoffensive auf eine der letzten größeren IS-Bastionen im Norden des Landes begonnen. In der Stadt Tal Afar verschanzte Mitglieder der Terrormiliz Islamischer Staat müssten „aufgeben oder sterben“, sagte Ministerpräsident Haidar al-Abadi am Sonntagmorgen laut dem Nachrichtenkanal Al-Arabija in einer Fernsehansprache.

Am Dienstag hatte die irakische Luftwaffe damit begonnen, die Bodenoffensive mit Luftangriffen auf IS-Stellungen vorzubereiten.

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Thüringen: Machtkampf im NSU-Ausschuss

Grafik: TP
Abgeordnete laden Verfassungsschutzzeugen aus und weisen die Bedingungen des Innenministeriums zurück – Es geht um die Öffentlichkeit

Von Thomas Moser | TELEPOLIS

Am NSU-Schauplatz München herrscht noch Sommerpause – am Schauplatz Thüringen sollte die Aufklärung in Sachen NSU am Freitag im Untersuchungsausschuss weitergehen. Dabei kam es zum Konflikt mit dem Innenministerium, das seit langem immer wieder in die Arbeit der Abgeordneten eingreift.

Drei ehemalige Verfassungsschutzbeamte hatte das Landtagsgremium als Zeugen geladen. Sie sollten erklären, welche Erkenntnisse das Amt über die Organisierte Kriminalität im Thüringen hatte und welche Verbindungen es dabei mit Rechtsextremen gab. Nach fünf Jahren Aufarbeitung weiß man inzwischen, dass es im NSU-Neonazi-Umfeld Überschneidungen zum Beispiel mit kriminellen Banden oder der Rockerszene gab. Und in allen Bereichen mischten V-Leute mit.

„Kurzfristig“, so die Ausschussvorsitzende Dorothea Marx (SPD) an die Öffentlichkeit in der Sitzung gewandt, habe das Innenministerium die Aussagegenehmigungen der drei Zeugen nur für eine nicht-öffentliche Sitzung erteilt. Das hätte nicht nur den Ausschluss der Öffentlichkeit bedeutet, sondern auch die Beendigung der Praxis, wie bisher mit schutzwürdigen Zeugen umgegangen wurde.

Bisher kam der Ausschuss berechtigten Wünschen nach Anonymität dadurch nach, dass diese Personen in einem besonderen Raum ohne Publikum vernommen wurden. Die Befragung wurde in den Sitzungssaal übertragen. Die Zeugen waren nicht zu sehen, sondern lediglich zu hören. Sie wurden auch nicht mit Namen angesprochen. Die Öffentlichkeit konnte so dem Fortgang der Beweisaufnahme folgen.

Dieses Verfahren wurde nun vom Innenministerium abgelehnt. Es wollte den Ausschluss der Öffentlichkeit. Der Ausschuss sieht darin eine „unzulässige Restriktion seiner Arbeit und dem öffentlichen Interesse an der weiterhin notwendigen Aufklärung des NSU-Komplexes“. Er zog die Notbremse und sagte die Vernehmung der drei Ex-Verfassungsschützer kurzerhand ab. Wie es weitergeht, ist unklar.

Der in der Sitzung anwesende Vertreter des Innenministeriums, Andreas Horsch, wollte sich nicht äußern, obwohl er den Vorgang wesentlich mit zu verantworten hat. Er verwies auf die Pressestelle.

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Spanische Terrorermittler haben Imam im Visier

(c) APA/AFP/PASCAL GUYOT (PASCAL GUYOT)
Es Satty könnte für die Radikalisierung der Terrorzelle in Nordspanien verantwortlich sein. Die Mutter ruft flüchtigen Sohn, den mutmaßlichen Fahrer zur Aufgabe auf.

Die Presse.com

Nach dem Terroranschlag von Barcelona konzentrieren sich die Ermittlungen Medienberichten zufolge auf einen Imam, bei dem es sich um den Kopf der verantwortlichen Terrorzelle handeln soll. Abdelbaki Es Satty predigte bis Juni in der Moschee der Ortschaft Ripoll und könnte für die Radikalisierung der Gruppe verantwortlich sein, wie eine Cousine des Hauptverdächtigen Younes Abouyaaqoub sagte.

„Das glauben die meisten. Das waren normale Burschen. Erst als er kam, haben sie angefangen, sich mit Religion zu beschäftigen“, meinte sie. Es Satty verbüßte bis 2012 eine vierjährige Haftstrafe wegen Drogenhandels und soll Kontakte zu den Verantwortlichen der Zuganschläge 2004 in Madrid gehabt haben, wie die Zeitung „El Pais“ berichtete. Ob der Geistliche überhaupt noch am Leben ist, ist aber unklar. Die Polizei entdeckte Medienberichten zufolge die sterblichen Überreste von drei Personen in den Trümmern des Hauses in Alcanar, wo sich am Mittwoch eine Explosion ereignet hatte. Die Beamten vermuten, dass die Gruppe dort Sprengstoff lagerte und ein noch größeres Attentat als das in Barcelona vorbereitete.

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Pakistan: Staatsbegräbnis für deutsche Lepra-Ärztin Ruth Pfau

Eine Militäreskorte begleitete den Leichenwagen zum Friedhof.FOTO: REUTERS
Ein Land verneigt sich: Mit einer außerordentlichen Ehrbezeugung hat sich Pakistan von der deutschen Ordensfrau Ruth Pfau verabschiedet.

DER TAGESSPIEGEL

Mit einem Staatsbegräbnis hat Pakistan Abschied von der hoch angesehenen deutschen Ordensfrau und Lepraärztin Ruth Pfau genommen. Armeeangehörige trugen den mit einer pakistanischen Flagge bedeckten Sarg der gebürtigen Leipzigerin am Samstag unter Salutschüssen aus der Kathedrale von Karachi. Pakistans Präsident Mamnoon Hussain nahm an dem Trauergottesdienst teil, das Außenministerium würdigte Ruth Pfau in einer Erklärung als „Nationalheldin“.

Ein Staatsbegräbnis für eine christliche Ausländerin gilt im muslimischen Pakistan als außerordentliche Ehrbezeugung. Ruth Pfau, die am 10. August mit 87 Jahren gestorben war, genoss in ihrer Wahlheimat Pakistan großes Ansehen, ihr Einsatz für Leprakranke hatte ihr den Ruf als „Pakistans Mutter Teresa“ eingetragen.

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Berlin will Auslieferung Akhanlis an Türkei verhindern

Bundeskanzleramt, Bild: BB
Die Bundesregierung will die Auslieferung des Schriftstellers Dogan Akhanli durch Spanien an die Türkei verhindern.

Frankfurter Rundschau

Außenminister Sigmar Gabriel telefonierte mit seinem spanischen Kollegen Alfonso Dastis. Gabriel bat darum, Akhanli nicht auszuliefern und Deutschland in das Verfahren einzubeziehen. Akhanli ist Deutscher. Der türkischstämmige Schriftsteller war im Urlaub in Spanien auf Betreiben der Türkei festgenommen worden. Ihm wird unbestätigten Berichten zufolge die Mitgliedschaft in einer bewaffneten, terroristischen Vereinigung vorgeworfen.

„Beißreflexe“: Polemische Abrechnung mit dem Queerfeminismus

foto: apa/afp/getty images/elijah nouvelage Frauen und Männer bei einer Demonstration zum Weltfrauentag am 8. März in Oakland, Kalifornien.
Der Sammelband voller Kritik an queeren AktivistInnen schlägt hohe Wellen – und ruft Judith Butler wie auch Alice Schwarzer auf den Plan

Von Brigitte Theissl | dieStandard.at

Rufmord und Mobbing, Sprachpolizei und autoritäre AktivistInnen mit Allmachtsfantasien: Es ist ein schauerliches Bild, das in „Beißreflexe“ vom queerem Aktivismus in Deutschland gezeichnet wird. Herausgeberin Patsy l’Amour laLove, Geschlechterforscherin und selbsternannte Polittunte, hat für den im März erschienenen Sammelband 27 Beiträge zusammengetragen, die sich überschwänglich der Kritik am deutschsprachigen Queerfeminismus widmen.

Queer, schreibt die Berliner Forscherin im Vorwort, sei nicht mehr die Kritik an der heterosexuellen Normalität, sondern nur noch ein Aktivismus, „in dem sich autoritäre Sehnsüchte durch Sprech-, Denk- oder Bekleidungsverbote ausdrücken“ würden. Statt emanzipatorischer Bestrebungen Liebe zum Islam und Hass auf Israel, Hass auf bürgerliche Schwule und auf Weiße mit Dreadlocks. Illustriert wird dieser Befund mit Nacherzählungen von Konferenzen und linken Partys, von queeren Interventionen in der LGBT-Szene und Texten feministischer WissenschafterInnen, die die Burka feiern oder das Recht auf sexuelle Selbstbestimmung verhöhnen würden.

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Malta verweigert Schiff von rechtsextremen Aktivisten die Hafeneinfahrt

Symbol der Identitären Bewegung Deutschland.
Bild: wikimedia.org/CC-BY-SA 4.0

Die für flüchtlingsfeindliche Aktion genutzte „C-Star“ wird nicht mit Wasser beliefert

derStandard.at

Nach dem Ende ihres flüchtlingsfeindlichen Einsatzes im Mittelmeer hat Malta die von rechtsextremen Aktivisten gecharterte „C-Star“ für nicht willkommen erklärt. Die Teilnehmer der Aktion „Defend Europe“, unter ihnen auch Österreicher, erklärten am Samstag, der Inselstaat habe ihrem Schiff die Hafeneinfahrt sowie die Belieferung mit Wasser verweigert. Dies sei eine „historische Schande“.

„Wir möchten keine Verbindung zu diesem Schiff und wir hätten es nicht an unsere Küsten fahren lassen, weil wir mit allem, für das es steht, nicht übereinstimmen“, sagte ein Regierungssprecher der Nachrichtenagentur AFP. Sein Land hätte dem Schiff jedenfalls die Einfahrt verwehrt, wenn es darum ersucht hätte. Die „C-Star“ habe aber nicht darum gebeten, in Malta vor Anker zu gehen. „Sie wollten Dienste von hier erwerben“, fügte der Sprecher hinzu. Es habe zu keiner Zeit „irgendeinen Notfall“ gegeben.

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Öffentlich-rechtliche Sender fordern eine Erhöhung der Gebühren auf 21€

Zurzeit muss jeder Haushalt 17,50 Euro im Monat zahlen Quelle: pa/chromorange
Die öffentlich-rechtlichen Medien ARD, ZDF und Deutschlandradio wollen, dass der monatliche Rundfunkbeitrag bis zum Jahr 2029 von 17,50 auf 21 Euro steigt. Doch die dafür zuständigen Bundesländer haben andere Vorstellungen.

DIE WELT

Zum 1. April 2015 passierte beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk etwas, was es in Deutschland sonst nur äußerst selten gibt: Die Beiträge sanken. Betrug der monatliche Pflicht-Beitrag bis dahin 17,98 Euro pro Haushalt, liegt er seitdem um 48 Cent niedriger bei 17,50 Euro. Ein Rückgang um 2,7 Prozent.

Geht es jedoch nach ARD, ZDF und Deutschlandradio, soll das nicht mehr lange so bleiben, sie wollen wieder über höhere Einnahmen verfügen können: Denn laut „Frankfurter Allgemeiner Sonntagszeitung“ werden die drei Medien im September den dafür zuständigen Bundesländern eine automatische Anpassung der Rundfunkbeiträge vorschlagen. Dadurch sollen die Gebühren in den nächsten Jahren ab 2020 schrittweise auf schließlich 21 Euro im Jahr 2029 angehoben werden. Das wäre ein jährlicher Preisanstieg um knapp zwei Prozent.

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Was wäre die Folge einer unfehlbaren DNA?

Richard Dawkins beantwortet Fragen zum „Darwin-Tag 2015“. Mit optionalen deutschen Untertiteln.

Richard-Dawkins-Foundation

Der Darwin-Tag ist ein internationaler Gedenktag zu Ehren Charles Darwins und wird jährlich am 12. Februar, seinem Geburtstag, begangen. In dieser Serie zum „​Darwin-Tag 2015“ beantwortet Richard Dawkins eine Reihe von Fragen zum Thema Evolution.

Frage Nr. 3: Was wäre die Folge einer unfehlbaren DNA?

Wir präsentieren diese Videos mit optionalen deutschen Untertiteln. Für das Erstellen der Untertitel und die Bearbeitung der Originalvideos bedankt sich die RDF beim Youtube Kanal Blossoming Reason.

Im Kampf gegen Nazis zeigt sich die Macht des Silicon Valley

Rechtsradikale Demonstranten mit Fackeln am Freitag vor einer Woche in Charlottesville, Virginia. (Foto: ALEJANDRO ALVAREZ/NEWS2SHARE)
Dass Google, Cloudflare, Spotify und sogar Dating-Seiten nach Charlottesville geschlossen gegen Nazis vorgehen, ist sympathisch – und ein bisschen unheimlich.

Von Jannis Brühl | Süddeutsche.de

Auch Faschisten brauchen Liebe, aber Chris Cantwell bekommt künftig ein bisschen weniger davon. Die große Dating-Webseite OkCupid hat sein Profil gelöscht und ihn auf Lebenszeit gesperrt. Cantwell steht im Mittelpunkt einer Vice-Doku über die rassistische Demo in Charlottesville, nach der am Samstag eine Gegendemonstrantin getötet wurde. Vor der Kamera protzt er mit Pistolen und Gewehren. Und erklärt, dass er sich einen Präsidenten wünsche, der „deutlich rassistischer als Donald Trump“ sei und „seine Tochter keinem Juden geben“ würde (gemeint ist Ivanka Trumps Ehe mit Jared Kushner).

Cantwells Dating-Blockade ist die persönlichste Straf-Aktion eines IT-Unternehmens gegen die amerikanische Rechtsradikalen-Szene nach der Gewalt von Charlottesville. Sie ist noch die harmloseste. Binnen weniger Tage haben die Tech-Konzerne praktisch geschlossen versucht, die Szene, die sich vor allem im Netz organisiert, unsichtbar zu machen (hier eine Übersicht über die Unternehmen, die gehandelt haben). Propagandakanäle der US-Rechtsradikalen wurden massiv eingeschränkt.

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Achtjähriger von Priester vergewaltigt: Papst bittet Missbrauchsopfer um Vergebung

Papst Franziskus während einer Synode zum Thema Familie© Max Rossi/Reuters/Bearb.BB
Vier Jahre lang wurde Daniel Pittet als kleiner Junge von einem Kapuzinermönch vergewaltigt und sogar zu Porno-Aufnahmen gezwungen. Pittet hat ein Buch über dieses Martyrium geschrieben – mit Unterstützung des Papstes.

FOCUS ONLINE

„Es ist eine große Herausforderung für die Opfer pädophiler Gewalt, das Wort zu ergreifen und davon zu berichten, was sie aushalten mussten zu beschreiben, wie die traumatischen Erlebnisse von einst noch Jahre später sie quälen. Aus diesem Grund ist das Zeugnis von Daniel Pittet so notwendig, so kostbar und so mutig.

Ich habe Daniel Pittet im Jahr 2015, im Jahr des geweihten Lebens, im Vatikan kennengelernt. Daniel war damals mit großem Eifer dabei, ein Buch mit dem Titel Lieben heißt alles gebenzu verbreiten. Für das Buch wurden Zeugnisse von religiösen Männern und Frauen, Priestern und Ordensleuten zusammengetragen.

Dass dieser so leidenschaftlich glaubende Christ ausgerechnet von einem Ordenspriester sexuell missbraucht worden war, konnte ich kaum fassen. Doch genau das berichtete er mir. Seine Leidensgeschichte hat mich tief bewegt. Ich habe begriffen, was für einen furchtbaren Schaden sexueller Missbrauch hervorruft und wie lang und schmerzvoll der Weg ist, der vor den Opfern liegt.

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CHP-Vorsitzendem Kilicdaroglu droht Verhaftung

Erdogan-Kritiker: Der türkische Oppositionsführer Kemal Kilicdaroglu Foto: afp
Dem nächsten politischen Konkurrenten des türkischen Staatschefs Erdogan droht Gefängnis: Kemal Kilicdaroglu, Vorsitzender der sozialdemokratischen CHP, wird Spionage vorgeworfen.

Von Frank Nordhausen | Frankfurter Rundschau

In der Türkei wurde gerade des verheerenden Erdbebens in der Marmararegion vor 18 Jahren mit Tausenden Toten gedacht, da deutet sich ein politisches Erdbeben an, dessen Erschütterungen in jedem Winkel des Landes zu spüren sein werden.

Laut türkischen Medienberichten vom Freitag soll die Staatsanwaltschaft eine Anklageschrift gegen den türkischen Oppositionsführer Kemal Kilicdaroglu fertiggestellt haben. In einem Prozess drohen dem Vorsitzenden der sozialdemokratischen CHP mehrere Jahre Haft wegen Spionage. Die CHP hat landesweiten Widerstand für den Fall seiner Festnahme angekündigt.

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Hunderte demonstrieren gegen Neonazis bei Heß-Gedenken

Mehrere hundert Menschen haben am Samstag in Berlin-Spandau gegen einen Aufzug von Neonazis zum 30. Todestag des NS-Kriegsverbrechers Rudolf Heß (1894-1987) demonstriert. Zu den Gegendemonstrationen aufgerufen hatten mehrere Kirchengemeinden, Initiativen und linke Gruppen.

evangelisch.de

In der Spandauer Altstadt läuteten Kirchenglocken, um damit ein Zeichen für Frieden und Toleranz zu setzen. Heß hatte bis zu seinem Suizid 1987 im Spandauer Kriegsverbrechergefängnis gelebt. Die Polizei bezifferte die Zahl der Neonazis zunächst ebenfalls mit mehreren hundert. Angemeldet waren rund 500 Teilnehmer. Die verschiedenen Demonstrationen sollten noch bis zum Samstagabend andauern. Rund 1.000 Polizisten wurden eingesetzt, um Zwischenfälle zu verhindern.

Die Polizei kontrollierte nach eigenen Angaben die Teilnehmer des rechten Aufmarsches vorab unter anderem nach verfassungsfeindlichen Symbolen. So sollte die Verherrlichung des Kriegsverbrechers Heß ausgeschlossen werden.

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Israel-Kritiker rufen zu Boykott von Pop-Festival auf – aber ihr Vorwurf ist falsch

Reef Cohen, Bild: wikimedia.org/CC BY-SA 3.0 – Yanai Yechiel
Eine jüdische Künstlerin wird vor dem Auftritt auf dem „Pop-Kultur“ in Berlin mit der Politik Israels gleichgesetzt. Das trägt Züge von Antisemitismus.

Von Jan Kedves | Süddeutsche.de

Dieser Tage möchte man nicht in der Haut von Reef Cohen stecken. Der Auftritt der 33-jährigen Sängerin aus Tel Aviv beim Festival „Pop-Kultur“ am kommenden Mittwoch in Berlin ist zum Politikum geworden. Und zwar aufgrund der Tatsache, dass die israelische Botschaft Cohens Reisekosten mit einem Betrag von 500 Euro bezuschusst. Wegen dieser Unterstützung listet das Festival, das die einst glücklose „Berlin Music Week“ ersetzt und mit 1,5 Millionen Euro öffentlich gefördert wird, die israelische Botschaft auf seiner Website als „Partner“. Nichts Besonderes eigentlich. Das Institut français ist auch „Partner“. Ein Partner hat bei „Pop-Kultur“ keine inhaltliche oder organisatorische Mitsprache. Trotzdem behauptet die Initiative BDS („Boycott, Divestment and Sanctions“) in ihrem Boykottaufruf, das Festival sei von Israel„mitorganisiert“ und „sponsored by Apartheid“.

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