Israel-Kritiker rufen zu Boykott von Pop-Festival auf – aber ihr Vorwurf ist falsch


Reef Cohen, Bild: wikimedia.org/CC BY-SA 3.0 – Yanai Yechiel
Eine jüdische Künstlerin wird vor dem Auftritt auf dem „Pop-Kultur“ in Berlin mit der Politik Israels gleichgesetzt. Das trägt Züge von Antisemitismus.

Von Jan Kedves | Süddeutsche.de

Dieser Tage möchte man nicht in der Haut von Reef Cohen stecken. Der Auftritt der 33-jährigen Sängerin aus Tel Aviv beim Festival „Pop-Kultur“ am kommenden Mittwoch in Berlin ist zum Politikum geworden. Und zwar aufgrund der Tatsache, dass die israelische Botschaft Cohens Reisekosten mit einem Betrag von 500 Euro bezuschusst. Wegen dieser Unterstützung listet das Festival, das die einst glücklose „Berlin Music Week“ ersetzt und mit 1,5 Millionen Euro öffentlich gefördert wird, die israelische Botschaft auf seiner Website als „Partner“. Nichts Besonderes eigentlich. Das Institut français ist auch „Partner“. Ein Partner hat bei „Pop-Kultur“ keine inhaltliche oder organisatorische Mitsprache. Trotzdem behauptet die Initiative BDS („Boycott, Divestment and Sanctions“) in ihrem Boykottaufruf, das Festival sei von Israel„mitorganisiert“ und „sponsored by Apartheid“.

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