Die Kirche und die Freimaurer


Bild: trade-board.org
Die Beziehung von Kirche und Freimaurern war konfliktgeladen, der Bund wurde mehrfach verurteilt. Bis heute ist der Status von katholischen Freimaurern nicht ganz klar. Und so kommt es immer wieder zu Überraschungen.

Von Agathe Lukassek | katholisch.de

Freimaurerei – mit diesem Schlagwort verbinden viele einen geheimnisvollen und einflussreichen Männerbund. Bei den Stichworten Kirche und Freimaurerei scheint der Konflikt vorgezeichnet, schließlich verurteilte Papst Clemens XII. die Vereinigung nicht einmal 20 Jahre nach der Gründung der ersten Großloge im Jahr 1717 in London. Jahrhundertelang galt sie als „kirchenfeindliche“ Gruppierung und der alte Kirchenrechtskodex von 1917 verbot die Mitgliedschaft unter Androhung einer automatischen Exkommunikation. Weiter war es laut diesem Gesetzbuch verboten, einen Freimaurer kirchlich zu beerdigen und das Jahresgedächtnis zu feiern oder gar Bücher über die Freimaurerei zu besitzen.

Bei so viel Zurückweisung mag es überraschen, wenn es zu vorurteilsfreiem Dialog kommt oder wenn gar die Freimaurer der Kirche Geld spenden. Etwa, wenn die Stadtmönche der „Cella Sankt Benedikt“ in Hannover wie im vergangenen Jahr einen Podcast produzieren, in denen ein Benediktiner unaufgeregt mit zwei Freimaurern seiner Stadt diskutiert. Oder wenn eine Loge dem Hamburger „Michel“ einen Marmor-Brunnen stiftet – aus Dank dafür, dass eine Jubiläumsfeier zum 275-jährigen Bestehen der ältesten deutschen Loge in der evangelischen Kirche stattfinden konnte. An diesem Mittwoch nun übergaben die drei Freimaurerlogen und die Frauenloge Aachens eine Spende von 2.000 Euro an Dompropst Manfred von Holtum für den neuen Aufzug der Domschatzkammer.

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