„Gehirnwäsche“ durch einen marokkanischen Imam?


Ripoll. Bild: Antonio De Lorenzo/CC BY-2.5
Die Rolle des bekannten Islamisten, gegen den es sogar einen Abschiebebefehl gab, wirft immer neue Fragen auf.

Von Ralf Streck | TELEPOLIS

In Katalonien wird weiter mit Hochdruck daran gearbeitet, Licht in die mörderischen Vorgänge in Barcelona und Cambrils zu bringen. Durch Mitwirkung der Bevölkerung konnte die Mossos d’Esquadra (katalanische Polizei) den 22-jährigen Younes Abouyaaqoub stellen, der allein vergangenen Donnerstag den Lieferwagen im mörderischen Zickzackkurs über die „Ramblas“ gesteuert hatte. Dabei wurden 13 Menschen in der katalanischen Metropole getötet und mehr als 100 zum Teil schwer verletzt.

Bestätigt ist nun auch, dass er auch für ein 14. Opfer in Barcelona verantwortlich ist. Denn nach dem Anschlag in der Fußgängerzone hatte er mit einem Auto eine Straßensperre durchbrochen. In dem Wagen wurde später der Katalane Pau Pérez erstochen gefunden. Der katalanische Innenminister Joaquim Forn hat den Zusammenhang bestätigt, dass Pérez von Abouyaaqoub erstochen wurde, um an sein Auto als Fluchtwagen zu kommen.

Tagelang war nach dem jungen Marokkaner gefahndet worden. Doch die katalanische Regionalregierung konnte nun mitteilen, dass er am Montag „kurz vor 17.00 Uhr“ in der Stadt Subirats niedergeschossen wurde, die etwa 50 Kilometer westlich von Barcelona liegt. Auch er trug eine Sprengstoffweste, die sich aber wie bei den Terroristen, die in Cambrils erschossen wurden, als Attrappe herausgestellt hat. Es ist eine bekannte Taktik, die Sicherheitskräfte zu Todesschüssen zu provozieren, um als „Märtyrer“ ins Paradies zu kommen. Und damit ist natürlich auch verbunden, dass die Islamisten keine Aussagen mehr über die Hintermänner machen können.

Das ist aber in Barcelona gescheitert, denn vier mutmaßliche Mitglieder der Terrorzelle wurden verhaftet und werden heute dem Ermittlungsrichter am Nationalen Gerichtshof in Madrid vorgeführt. Sie haben schon umfassende Aussagen gemacht, weshalb die Mossos relativ schnell die Identitäten der Beteiligten kannten und deshalb auch konkret nach dem Marokkaner Abouyaaqoub suchen konnten.

Mohamed Houli Chemlal, der die Explosion in Alcanar verletzt überlebte, hat vor dem Ermittlungsrichter Fernando Andreu in Madrid ausgesagt, man hätte einen Anschlag gegen die Sagrada Familia und andere bedeutsame Punkte in Barcelona verüben wollen. Der 21-jährige Spanier aus Melilla, der auch in Ripoll gelebt hat, war der erste, der vernommen wurde. Er hatte aber schon gegenüber der Polizei ausgesagt, „große Anschläge“ vorgehabt zu haben.

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