Amerikas großes Dilemma mit der Türkei


Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan empfing US-Verteidigungsminister Mattis im Präsidentenpalast Quelle: AP/POOL Presidency Press Service/LP
Die USA und die Türkei sind historische Verbündete. Vor wenigen Jahren galt das System Erdogan noch als leuchtendes Vorbild. Das hat sich massiv geändert – und stellt Amerika vor ein Problem. Die Zeit des Taktierens ist jetzt vorbei.

Von Boris Kálnoky | DIE WELT

n Ankara geben sich derzeit ausländische Militärs die Klinke in die Hand. Eben war erstmals seit 1979 der iranische Generalstabschef in der Türkei. Am Mittwoch folgte US-Verteidigungsminister James Mattis, und nach ihm hat sich der russische Generalstabschef Waleri Gerassimow angesagt.

Da liegt etwas in der Luft, als stünden große, folgenschwere Dinge kurz bevor. Tatsächlich scheint die Türkei entschlossen, den Amerikanern in Syrien militärisch die Stirn zu bieten. Dort nämlich stärken die USA die syrischen Kurden. Diese hält Washington inzwischen für verlässlicher als die Türkei, ihren jahrzehntelangen Nato-Partner, der sich immer mehr zum Problemstaat entwickelt.

Es ist ein doppeltes Umdenken in Washington und Ankara, das die historischen Partner – die Türkei ist der zentrale US-Vorposten im Nahen Osten – zu Gegnern machen könnte. Die Geschichte dieser Entfremdung begann vor gut zehn Jahren.

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