IGGÖ-Präsident: „Wir würden radikale Imame sofort entlassen“


Foto: KURIER/Franz GruberIGGÖ-Präsident Ibrahim Olgun kündigt Qualitätskontrollen in Moscheen an.
Der Präsident der Islamischen Glaubensgemeinschaft ist gegen die Schließung der Liesinger Imam-Schule und kündigt Qualitätskontrollen in österreichischen Moscheen an.

Von Bernhard Ichner | kurier.at

Es sind turbulente Tage für die Islamische Glaubensgemeinschaft (IGGÖ). Sei es, weil ein muslimischer Verein in Wien hinter dem Rücken der Behörden  eine private Imam-Schule betreiben soll; weil der Verfassungsschutz radikale Prediger in illegalen Hinterhofmoscheen festnahm oder weil der MInisterrat Nachschärfungen beim Islamgesetz beschloss. Im KURIER-Interview nimmt IGGÖ-Präsident Ibrahim Olgun dazu Stellung.

KURIER: Herr Präsident, die im Geheimen geführte Imam-Hatip-Schule in Wien-Liesing lässt die Islamische Glaubensgemeinschaft in keinem guten  Licht erscheinen. Einige Funktionsträger der IGGÖ sind involviert. Und auf Facebook sind Fotos zu sehen, die Sie bei einem Besuch der Schule zeigen.

Ibrahim Olgun: Es handelt sich weder um eine konfessionelle Schule der Glaubensgemeinschaft, noch um eine Imam-Hatip-Schule. Betreiber ist ein Fachverein. Dessen Tätigkeit  ist ein Fortbildungskurs für Muslime, die die Schulpflicht bereits erfüllt haben. Hierbei ist zu beachten, dass dieser Kurs seit einigen Jahren besteht, allerdings erst kurz vor der Nationalratswahl Aufsehen erregt. Für die Organisierung solcher Kurse ist die Zustimmung der IGGÖ nicht notwendig, da Fachvereine Körperschaften öffentlichen Rechts sind und ihre Aufgaben selbstständig verwalten. Die IGGÖ ist daher weder für die Aufsicht, noch für die Verwaltung dieses Kurses zuständig. Ich sehe aber kein Problem bei meinem Besuch einer islamischen Einrichtung als oberster Vertreter der Muslime in Österreich. Der enge Kontakt zu Muslimen gehört zu meinen Hauptaufgaben.

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