Darf man Lieder eines überzeugten Nationalsozialisten im Gottesdienst singen?


Tausende Gläubige versammeln sich jedes Jahr zur Arberkirchweih rund um den Gipfel des Großen Arbers. Dazu wird die Waldlermesse gesungen. (Foto: o.H.)
  • Die Waldlermesse ist kitschig, aber sehr beliebt. Katholiken sehen sie als Zeichen für „Volksfrömmigkeit“ und „christliche Werte“.
  • Der Urheber des Textes, der Lehrer Eugen Hubrich, war ein überzeugter Nationalsozialist.
  • Er knüpfe an die Blut-und-Boden-Ideologie des Nationalsozialismus an. Die Kirche duckt sich in der Frage weg.

Von Hans Kratzer | Süddeutsche.de

Zu jenen Volksweisen, die sogar gestandene bayerische Mannsbilder sentimental werden lassen, gehört zweifellos die Waldlermesse. Sie hat eine riesige Fangemeinde. Bei unzähligen Hochzeiten und Fahnenweihen wird sie lauthals angestimmt. Ebenso bei der beliebten Arberkirchweih, die jedes Jahr im August gefeiert wird.

Am Großen Arber, dem höchsten Gipfel des Bayerischen Waldes, wohnen Hunderte Pilger der Waldlermesse bei. Nirgends klinge sie schöner als am Arber, heißt es. Der Präsident des Bayerischen Wald-Vereins, Helmut Brunner, rief den Besuchern am vergangenen Sonntag zu: „Diese Kirchweih ist nach wie vor ein Zeugnis für die Volksfrömmigkeit und unsere christlichen Werte.“

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