Dodo Mazyek – jammern auf hohem Niveau


Aiman Mazyek (Bild: Wikimedia Commons/Jakub Szypulka)
Der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime, Aiman Mazyek, forderte von der deutschen Gesellschaft und Politik einen toleranteren Umgang mit Muslimen. Er kritisierte deren Instrumentalisierung für den Wahlkampf und betonte die Probleme auf dem deutschen Arbeitsmarkt – vor allem für Frauen mit Kopftüchern.

DAILY SABAH

Beim Interview mit der schweizerischen „Luzerner Zeitung“ beklagt er in der Hinsicht auch die ausgrenzende Rhetorik des Innenministers de Maizière. Den Spruch „Wir sind nicht Burka“ wertet er als einen Schritt, mehr Aufmerksamkeit beim Wahlkampf zu erlangen. „Wir haben keine Burka-Trägerinnen in Deutschland, nicht eine Einzige. Nikab-Trägerinnen haben wir, wenn es hoch kommt, 100 im ganzen Land. Ein Grossteil der Nikab-Trägerinnen, die man in der Öffentlichkeit sieht, sind zahlungskräftige Touristinnen aus dem arabischen Raum, sie leben also nicht mal in unserem Land. Deshalb ist das eine reine Symbolpolitik.“ Ein Burka-Verbot gehe an der Sache vorbei.

Soziale Konflikte würden von „einigen islamisiert“ und „der Glaube oft polarisiert“ – die Diskussionen würden dann „auf dem Rücken der Muslime ausgetragen“.

Die Diskriminierungen gegen muslimische Frauen müsse beendet werden. Viele hätten in Deutschland studiert, und seien gut ausgebildet – man würde sie aber dennoch immer öfter abweisen. Man solle nicht über das Kopftuch reden, sondern die Frau als Menschen betrachten, als eine Frau, die in der Mitte der Gesellschaft angekommen sei. Die gegenwärtigen Diskriminierungen führten „faktisch zu einem Berufsverbot für die muslimische Frau“.

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