Man soll nicht eine Zeitung bekämpfen, sondern islamistischen Terror


© DPA Immerhin wird jetzt wieder diskutiert: Das Cover der deutschsprachigen Ausgabe von „Charlie Hebdo“.
Das Satireblatt „Charlie Hebdo“ stiftet mal wieder eine Debatte über religiösen Extremismus an. Das passt weder den Rechten noch den Linken – und ist genau deshalb gelungen.

Von Jürg Altwegg | Frankfurter Allgemeine

„Die Linke entdeckt das Realitätsprinzip“, twitterte Robert Ménard zur Titelseite der jüngsten Ausgabe von „Charlie Hebdo“: Ein Lieferwagen rauscht ab, auf der Straße liegen zwei Opfer – Legende: „Islam, religion de paix … éternelle“, Religion ewigen Friedens – für die Attentäter ist sie dies zweifellos.

Robert Ménard ist in Frankreich fast so bekannt wie die Satirezeitschrift seit dem Attentat auf ihre Redaktion. Als Leiter von „Reporter ohne Grenzen“ hatte er es verstanden, bei Geiselnahmen von Journalisten in arabischen Ländern – nicht nur im Falle von Florence Aubenas – die Öffentlichkeit über Monate hinweg in Alarmzustand zu halten. Auch noch als Chefredakteur einer Medienzeitschrift konnte man seinen Provokationen gegen die politische Korrektheit einiges abgewinnen. Doch Ménard rückte immer weiter nach rechts außen. Inzwischen ist er – mit der Unterstützung des Front National – Bürgermeister von Béziers, und seine Frau, die Journalistin Emmanuelle Duverger, ist Abgeordnete der Partei in der Pariser Nationalversammlung.

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