Nobelpreisträger sieht US-Demokratie in Gefahr


Das Kapitol in Washington: In Senat und Repräsentantenhaus wird über die Erhöhung der Schuldengrenze entschieden Quelle: AFP/NICHOLAS KAMM
Die USA kratzen an der Schuldengrenze von 19,9 Billionen Dollar. Für die Erhöhung braucht Trump die Mehrheit in beiden Häusern des Kongresses. Und mit einer Drohung macht er die Lage noch schwieriger.

Von Anja Ettel, Holger Zschäpitz, Lindau | DIE WELT

Kaum ein Tag vergeht ohne neue Tweets des amerikanischen Präsidenten Donald Trump. Doch die Dauer-Drohkulisse, die der mächtigste Mann der Welt gern über 140-Zeichen-Botschaften aufrechterhält, schien sich in letzter Zeit abgenutzt zu haben.

Selbst an den Börsen gab es zuletzt nur noch müde Reaktionen. Doch mit seiner jüngsten Botschaft hat Trump die Finanzwelt plötzlich aufgeschreckt. Brüsk drohte er dem US-Kongress an, die Schuldengrenze nicht zu erhöhen und damit einen Stillstand aller staatlichen Behörden zu riskieren, falls Senat und Repräsentantenhaus nicht seine bereits im Wahlkampf versprochene Mauer an der Grenze zu Mexiko abnicken.

Die Drohung hat es in sich: Wird die Schuldengrenze nicht erhöht, darf der Finanzminister kein Geld mehr ausgeben. Dann bekommen die Staatsangestellten kein Geld mehr, und am Ende ist selbst der reguläre Schuldendienst nicht mehr gesichert, sprich: Amerika wäre pleite.

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