Afghanistan: Kämpfe sollen kein Hindernis sein


Afghanische Polizisten versuchen einem Kind zu helfen nach einer Attacke auf eine Moschee in Kabul am Freitag. Foto: rtr
Berlin bewertet das Risiko für Zivilisten in Afghanistan als „niedrig“ und will wieder dorthin abschieben.

Von Kordula Doerfler | Frankfurter Rundschau

Die afghanische Hauptstadt Kabul ist ein gefährlicher Ort. Am 31. Mai dieses Jahres ereignete sich dort einer der schwersten Anschläge der vergangenen Jahre. In unmittelbarer Nähe der deutschen Botschaft explodierte ein präparierter Abwassertankwagen, mindestens 92 Menschen wurden getötet, fast 500 Menschen verletzt, auch Mitarbeiter der Botschaft. Sie ist bis heute nicht funktionsfähig, ein Großteil des Personals hält sich in Deutschland auf, der Botschafter selbst ist derzeit auf dem Gelände der US-Botschaft untergebracht.

Als Reaktion auf den Anschlag setzte die Bundesregierung Abschiebungen in das Land vorläufig aus. Ausgenommen waren jedoch verurteilte Straftäter, sogenannte Gefährder, also Personen, denen ein terroristischer Anschlag zugetraut wird, sowie Asylbewerber, die sich weigern, ihre Identität feststellen zu lassen. Sammelabschiebungen per Flugzeug fanden seither nicht statt, auch weil ein geplanter Flug kurz nach dem Attentat zu heftigen Protesten geführt hatte.

weiterlesen