Hamburger Prozess gegen Sterbehilfe-Arzt


Justitia Skulptur (CC-by-nc-sa/3.0 by Luc Viatour)

Die Methoden des Vereins „Sterbehilfe Deutschland“ des ehemaligen Hamburger Justizsenators Roger Kusch (CDU) kommen nun doch vor Gericht. Vor dem Landgericht Hamburg wird am kommenden Donnerstag (31. August) der Prozess gegen den Mediziner und Psychiater Johann Friedrich S. (75) eröffnet. Vorgeworfen wird ihm Totschlag (AZ: 3490 Js 76/12, 619 KLs 7/16). Gegen Kusch selbst wird es allerdings laut Beschluss des Oberlandesgerichts kein Verfahren geben, wie die Staatsanwaltschaft am Freitag auf Anfrage mitteilte.

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Die Staatsanwaltschaft Hamburg hatte bereits im Mai 2014 Anklage gegen Kusch und den Mediziner S. wegen gemeinschaftlichen Totschlags erhoben: Zwei Seniorinnen im Alter von 81 und 85 Jahren waren zwei Jahre zuvor in den Verein Sterbehilfe eingetreten und hatten den Wunsch nach einem Suizid geäußert. Gegen ein Entgelt von 2.000 Euro hatte der Mediziner auf Vermittlung Kuschs ein psychiatrisches Gutachten angefertigt. Festgestellt wurde darin, dass die Seniorinnen geistig und körperlich rege und sozial gut eingebunden seien. Grund für ihre Suizid-Wünsche sei ihre Angst vor dem Altern gewesen.

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