Indien: Tote nach Vergewaltigungs-Urteil gegen Guru


© AP Randalierer warfen Steine, legten Feuer und zerstörten Übertragungswagen von Fernsehsendern.
Ein beliebter, extravaganter Guru muss in Indien wegen Vergewaltigung ins Gefängnis. Tausende seiner Anhänger lassen ihrer Wut freien Lauf. Mindestens zwölf Menschen sterben.

Von Till Fähnders | Frankfurter Allgemeine

Nach der Verurteilung eines indischen Gurus wegen Vergewaltigung sind bei Unruhen in Nordindien mindestens zwölf Menschen um Leben gekommen. Den Berichten der indischen Presse zufolge randalierten die Anhänger des Gurus am Freitag in der nordindischen Stadt Panchkula im Bundestaat Haryana und setzten mehrere Regierungsgebäude sowie Bahnhöfe in Brand. Autos von Journalisten bewarfen sie mit Steinen.

Der Guru Ram Rahim Singh war für schuldig befunden worden, vor 15 Jahren in seinem Ashram zwei Anhängerinnen seiner Sekte vergewaltigt zu haben. Der 50 Jahre alte Inder wurde nach der Urteilsverkündung in Haft genommen. Das Strafmaß soll am Montag verkündet werden. Mehr als 200.000 Anhänger waren in den vergangenen Tagen in die Region um die nordindische Stadt Chandigarh gekommen, um gegen die Verurteilung ihres Sektenführers zu protestieren. Die Polizei hatte eine Ausgangssperre verhängt und versucht, die Demonstranten mit Wasserwerfern und Tränengas auseinander zu treiben.

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