Die Inuit-Kirche von Westgrönland: Im Tintenfass Gottes


Das achteckige „Tintenfass Gottes“ auf der westgrönlandischen Disko-Insel. (Peter Kaiser)
Die Inuit begrüßen Besucher ihrer achteckigen Kirche mit Trommeln und Gesang. Neben kitschigen Christus-Bildern haben hier auch Bootsmodelle, die Meersgöttin Seda und die Geister der Verstorbenen ihren Platz.

Von Peter Kaiser | Deutschlandfunk Kultur

Nur rund 1000 Menschen leben in Qeqertarsuag, dem Hauptort auf der westgrönländischen Disko-Insel, meist Inuit. Warum der Ort trotzdem auch von touristischen Schiffen angelaufen wird, liegt vor allem an der Kirche: Mitten im Städtchen Qeqertarsuaq steht eine achteckige Kirche, von den Bewohnern das „Tintenfass Gottes“ genannt.

Langsam schiebt sich das Expeditionsschiff „Sea Spirit“ in die Ende Mai noch tief vereiste westgrönländische Diskobucht. Vor dem Schiffsbug wird die Insel Disko größer und größer. Der Name, den die Inuit, die Ureinwohner Grönlands, der Insel gaben, bedeutet so viel wie die „Große Insel“. Rund 700 Kilometer Luftlinie vom Nordpol entfernt ist hier der Ort Queqertarsuaq, mit 871 Einwohnern der größte Ort auf der Insel.

Mitten in Qeqertarsuaq steht das „Tintenfass Gottes“. Außen ist die vollkommen aus Holz gebaute Kirche rot angestrichen, was eher untypisch für Grönland ist. Denn die Fassadenfarben hatten bei den Inuit früher eine bestimmte Bedeutung. So waren Handelshäuser rot angestrichen, Fischfabriken blau, Krankenhäuser gelb, Polizeiwachen schwarz, und so weiter.

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