Warum sichere Grenzen nötig sind


Flüchtlinge warten in der Nähe des geräumten „Dschungel von Calais“ an einer Essensausgabe.FOTO: REUTERS
Am Montag treffen sich europäische und afrikanische Staaten zum Migrationsgipfel. Deutschland muss zugeben, dass offene Grenzen und ein Recht auf Einreise und ein Asylverfahren aus der Zeit gefallen sind.

Von Barbara John | DER TAGESSPIEGEL

Wer, wie ich, im Jahr 1990 den Fernsehfilm „Der Marsch“ gesehen hat, eine Gemeinschaftsproduktion europäischer Sendeanstalten unter der Federführung der BBC, der glaubt, Parallelen zu erkennen zu aktuellen Bildern von Bootsflüchtlingen im Mittelmeer. Der Film war ein Schreckensszenario. Vor mir sehe ich noch die fiktiven Bilder des endlosen stummen Marsches zehntausender verzweifelter Afrikaner in traditionellen Gewändern, die sich, aus Äthiopien, Somalia und dem Tschad kommend, auf den Weg nach Gibraltar machten. Der Grund: eine ökologische Katastrophe, verursacht durch die Klimaerwärmung und eine fünfjährige Trockenperiode. Die gelieferten Hilfsgüter aus Europa kamen bei den Hilflosen nie an. Also schleppen sie sich mit letzter Kraft nach Europa in der Erwartung: „Wir kommen, da wir glauben, ihr lasst uns nicht sterben, wenn wir kommen.“ Als am Ende des Films Tausende von Booten nach Gibraltar übersetzen, erwarten sie Panzer und bewaffnete Soldaten.

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